Drei Dinge, die bei Real Madrid gegen Eintracht Frankfurt auffielen: Ein Phänomen namens Toni Kroos
Champions-League-Sieger Real Madrid hat sich den UEFA Supercup gesichert. Im Duell mit Europa-League-Gewinner Eintracht Frankfurt behielten die Königlichen am Mittwoch mit 2:0 die Oberhand. Dabei wusste die SGE im Vergleich zum Debakel gegen die Bayern (1:6) zu überzeugen, Toni Kroos glänzte - und trug dazu bei, dass die Madrilenen ihrem Ruf einmal mehr gerecht wurden. Drei Dinge, die auffielen.
Toni Kroos jubelt mit Real Madrid über den Sieg im UEFA Super Cup 2022
Fotocredit: Getty Images
Die erneute Sensation auf europäischer Bühne blieb am Mittwochabend in Helsinki aus. Trotz frenetischer Unterstützung des eigenen Anhangs, musste sich Eintracht Frankfurt im Duell mit Champions-League-Sieger Real Madrid um den UEFA Supercup 0:2 geschlagen geben.
Ex-Bayern-Star David Alaba (37.) und Torjäger Karim Benzema (65.) zeichneten für die königlichen Treffer verantwortlich, allerdings erspielten sich auch die mutigen Hessen – vor allem im ersten Durchgang – einige aussichtsreiche Chancen. Sowohl Daichi Kamada (14.) als auch Ansgar Knauff (24.) scheiterten jedoch an Reals Schlussmann Thibaut Courtois.
Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner, die vor wenigen Tagen beim Bundesliga-Auftakt gegen den FC Bayern noch 1:6 untergegangen war, hatte offensichtlich ihre Lehren aus der Schmach gezogen. Aufseiten der Blancos stach Strippenzieher Toni Kroos heraus – und hatte als Dauer-Passmaschine erheblichen Anteil daran, dass Real seinem Ruf einmal mehr gerecht wurde.
Drei Dinge, die bei Real Madrid – Eintracht Frankfurt auffielen:
1.) Ein Phänomen namens Kroos
Es dürfte mittlerweile Routine für Toni Kroos sein, eine Trophäe gen Abendhimmel zu stemmen. Alleine im Real-Dress war es das 18. Mal.
Kroos, der Titelhamster aus Greifswald, nur allzu häufig fälschlicherweise als "Querpass-Toni" verschrien, spielte dabei stets – völlig egal unter welchem Trainer - eine Hauptrolle. So auch am Mittwochabend in Helsinki.
Gemeinsam mit seinen genialen Nebenmännern Luka Modric und Casemiro bildete er einmal mehr das legendäre Mittelfeld-Trio der Spanier – und zog das Spiel des Teams bis zu seiner Auswechslung (85.) gänzlich an sich.
120 Ballaktionen bedeuteten mit weitem Abstand Spitzenwert, niemand brachte zudem mehr Pässe an den Mann als Reals Nummer acht (103, 94,2 Prozent). Auch wenn ihm Schnelligkeit und Antritt abzugehen scheinen - der 32-Jährige ist im Kopf immer einen Schritt weiter als der Gegner, weiß exakt, wie er sich selbst aus brenzligen Situationen zu befreien hat. Kurz gesagt: Kaum jemand ist imstande, so konstant, richtige Entscheidungen zu treffen.
Doch nicht nur im eigenen Ballbesitz glänzte der frühere Nationalspieler, auch in der Defensive wusste er zu überzeugen. So kam nur Casemiro (10) kam auf mehr Balleroberungen als Kroos (9).
Kroos bleibt, passend zu seinem Arbeitgeber, ein absolutes Phänomen.
2.) Real spielt keine Finals, es gewinnt sie
Phänomenal ist nämlich auch die Finalbilanz von Real Madrid. Aus 17 der vergangenen 19 Endspielen gingen die Königlichen als Sieger hervor, seit Etablierung der UEFA Champions League im Jahr 1992 standen die Madrilenen achtmal in einem Finale, alle acht wurden gewonnen.
Kein Wunder, dass dem Verein der Ruf der Unbezwingbaren anhaftet, nicht umsonst heißt es: "Real Madrid spielt keine Finals, es gewinnt sie". Gegen Frankfurt wurden die Blancos ihrem Ruf mal wieder gerecht.
Zwar sorgte die Mannschaft von Carlo Ancelotti nicht für das ganz große Feuerwerk, nach 90 Minuten wurde ihr jedoch ebenjenes samt Pokal und Konfetti zuteil. Ancelotti fasste das Geschehen im Nachgang bei "DAZN" treffend zusammen: "Wir haben kein spektakuläres Spiel gespielt, aber wir sind aktuell sehr selbstbewusst."
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Real Madrid feiert den Sieg im UEFA Supercup 2022 gegen Eintracht Frankfurt
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Auch die viel zitierte Effizienz hob der Trainer-Routinier hervor. Effizienz, die den Frankfurtern in der finnischen Hauptstadt abging, Effizienz, die auch an die reichliche Erfahrung von unzähligen Endspielen gekoppelt ist: "Die vielen Finals, die wir gespielt haben, geben natürlich auch Erfahrung", sagte Kroos bei "RTL".
Real weiß diese Erfahrung in Siege umzumünzen. Immer wieder.
3.) Mutig, aber nicht übermütig: SGE zieht Lehren aus Debakel
Es war bereits nach wenigen Minuten offensichtlich, dass Frankfurt eine andere Marschroute gewählt hatte als am vergangenen Freitag gegen Bayern (1:6). Deutlich kompakter, zunächst um Sicherheit bemüht, agierten die Hessen, die den dem deutschen Rekordmeister am 1. Spieltag der Bundesliga endlos naiv ins offene Messer gerannt waren.
Hieß es vor wenigen Tagen noch 0:5 zur Pause, war ein ähnlich hochklassiger Gegner diesmal mit einem 1:0 noch gut bedient. Denn: Die Eintracht mauerte nicht bloß, sie setzte auch selbst Nadelstiche, sobald sich Räume ergaben. Daichi Kamada verbuchte die erste Großchance des Spiels (14.), scheiterte aber ebenso an Real-Torwart Thibaut Courtois wie Ansgar Knauff zehn Minuten später.
Obwohl der Champions-League-Sieger das Geschehen über weite Strecken im Griff hatte, stand diesmal eine andere SGE auf dem Platz.
Das sahen auch die Protagonisten so. "Im Vergleich zu Bayern war es eine bessere Leistung, aber gegen Real Madrid ist es nicht einfach", sagte Sebastian Rode. Er ergänzte: "Da musst du die Chancen nutzen, die du hast. Aber das haben wir heute nicht geschafft."
Kevin Trapp schob nach: "Wir haben vieles besser gemacht als am Freitag. Die Intensität war vielleicht nicht so hoch wie gegen Bayern, aber trotzdem musst du so erstmal gegen Real spielen."
Mehr, als die Erkenntnis, die richtigen Lehren aus der Klatsche gezogen zu haben, war schließlich nicht drin.
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Quelle: Perform
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