WM 2026: FIFA will Format anpassen - Vierergruppen und 104 Spiele mit Zwischenrunde

Die auf 48 Mannschaften aufgestockte Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika wird nun doch mit Vierergruppen ausgespielt. Das Council des Weltverbandes FIFA genehmigte am Dienstagnachmittag ein Format mit zwölf Vierer- statt wie bislang angedacht mit 16 Dreiergruppen. Die Zahl der Spiele steigt damit gegenüber dem Ursprungsplan nochmals um 24 auf 104, in Katar waren es noch 64 Begegnungen.

Eurosport

Fotocredit: Eurosport

Bis zum WM-Titel müsste eine Mannschaft somit künftig acht statt wie bisher sieben Partien bestreiten, vor dem Achtelfinale gäbe es noch eine zusätzliche Zwischenrunde. Mehr zu übertragende Spiele fürs Fernsehen bringen eben auch mehr Geld - und diese Botschaft kommt für Gianni Infantino kurz vor seiner Wiederwahl beim 73. FIFA-Kongress in Kigali/Ruanda am Donnerstag gerade recht. Denn mit Rekordeinnahmen sichert sich der Präsident seit Jahren seine Macht.
"Nach einer gründlichen Prüfung, bei der die sportliche Integrität, das Wohlergehen der Spieler, die Reisekosten der Mannschaften, die kommerzielle und sportliche Attraktivität sowie die Erfahrungen der Mannschaften und der Fans berücksichtigt wurden, genehmigte der FIFA-Rat einstimmig die vorgeschlagene Änderung", hieß es in einer Mitteilung. Das überarbeitete Format "mindert das Risiko von Absprachen und stellt sicher, dass alle Mannschaften mindestens drei Spiele bestreiten, während gleichzeitig ausgewogene Ruhezeiten zwischen den konkurrierenden Teams vorgesehen sind".
Die Idee zur weiteren Aufblähung des Turniers in den USA, Mexiko und Kanada war bereits im Rahmen des Winter-Events in Katar gereift. "Nach dieser WM und dem Erfolg der Gruppen mit vier Mannschaften müssen wir das nochmal diskutieren", hatte der FIFA-Boss zum Abschluss in Doha gefordert: "Man wusste bis zur letzten Minute der Spiele nicht, wer weiterkommt. Das war unglaublich."
Unglaublich ist allerdings längst auch die Aufblähung des Fußball-Kalenders, erst kürzlich beschlossen Infantino und Co. die auf 32 Teilnehmer aufgestockte Klub-Weltmeisterschaft. Die Belastung für Spieler? Längst am Limit. Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada wird die erste WM mit 48 Mannschaften sein und soll 40 Tage dauern, bei der Winter-WM in Katar waren es noch 29 Tage. Bei Dreiergruppen hatten einige Experten Bedenken wegen Spielabsprachen.
picture

Infantino hat bei der Wahl keine Gegenkandidaten

Fotocredit: SID

Erhöhung der Teilnehmerzahl sichert Unterstützung der kleineren Nationen

Mit Maßnahmen wie einer Erhöhung der Teilnehmerzahl sichert sich Infantino seit Jahren die Unterstützung kleinerer Nationen. Zudem floriert die FIFA seit seiner Amtsübernahme finanziell mehr denn je - und die Nationalverbände erhalten ihren (kleinen) Teil vom größer werdenden Kuchen. Auf die 211 Mitglieder werden immer höhere Summen verteilt. Mit dieser Ausgangslage machte die Berufung eines Gegenkandidaten für die Wahl nicht mal Sinn.
Dennoch hat sich für die Abstimmung eine kleine Opposition mit der Anführerin Lise Klaveness vom norwegischen Verband gebildet. Infantino habe es verpasst, "dem Fußball allumfassende Werte zu implementieren". Auch dessen Nähe zu gewissen Staatschefs wie zum Kronprinz von Saudi-Arabien sehe sie kritisch. "Wir werden ihn nicht wählen", betonte Klaveness gegenüber der "Sportschau".
Bernd Neuendorf ließ sein Abstimmungsverhalten zuletzt offen. Weit vor dem Wahltag in Kigali übermittelte der DFB einen Fragenkatalog an die FIFA mit umstrittenen Themen wie dem geforderten Entschädigungsfonds für die Arbeitsmigranten in Katar. "Ich werde ihn niemals persönlich attackieren oder aggressiv werden", sagte der DFB-Chef: "Wenn wir keine Rückmeldung bekommen, ist es aber natürlich schwer, ihn zu unterstützen."
Eine Gegenstimme wäre ohnehin mehr symbolisch denn wahlentscheidend. Der FIFA-Kongress dürfte für Infantino zum reinsten Triumphzug werden - erst recht nach seinem jüngsten WM-Coup.
Das könnte dich ebenfalls interessieren: Haaland-Bodyguard: Peps Wunschspieler ist Leipzigs Ass
(SID)
picture

Haaland in der Kritik? Rose: "Schickt ihn zu mir"

Quelle: Perform

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung