WM 2022: Argentinien steht im Finale von Katar - Lionel Messi an allen Toren gegen Kroatien beteiligt
Publiziert 13/12/2022 um 21:56 GMT+1 Uhr
Argentinien steht im WM-Finale von Katar. Gegen ein müdes Kroatien gelang der Albiceleste ein nie gefährdeter 3:0 (2:0)-Erfolg im Lusail Iconic Stadium. Lionel Messi hatte die Südamerikaner in der 34. Minute vom Elfmeterpunkt in Führung gebracht und das 2:0 von Julián Álvarez wenig später eingeleitet (39.). Nach dem Seitenwechsel assistierte Messi seinem Sturmkollegen vor dessen Doppelpack (69.).
Argentinien steht im WM-Finale
Fotocredit: Getty Images
Lange Zeit mieden beide Mannschaften das Risiko, so blieben Torchancen zunächst Mangelware. Zwar übernahm Kroatien die Spielkontrolle, konnte sich aber nur selten im letzten Drittel festsetzen.
Der erste Torschuss der Partie ging dann auf das Konto eines Argentiniers: Enzo Fernández‘ Distanzschuss wurde von Dominik Livakovic im Nachfassen entschärft (25.).
Zehn Minuten später stand Kroatiens Keeper erneut im Fokus: Nach seinem Foul an Julián Álvarez entschied der italienische Schiedsrichter Daniele Orsato auf Strafstoß. Zuvor hatte Dejan Lovren Álvarez in seinem Rücken laufen lassen, sodass der Argentinier allein auf Livakovic zugelaufen war. Der Schlussmann sah ebenso Gelb wie Teamkollege Mateo Kovacic, der sich lautstark beschwert hatte.
Mario Mandzukic, der ehemalige Bayern-Star und Co-Trainer der Kroaten flog sogar mit Rot von der Bank. Lionel Messi ließ sich davon allerdings überhaupt nicht beeindrucken: Den fälligen Elfmeter verwandelte er unhaltbar ins rechte obere Toreck (34.).
Damit war der Bann gebrochen, Argentinien schlug nur wenig später erneut zu. Nach einem Eckball für Kroatien leitete Messi den Konter ein, indem er Álvarez bediente. Der 22-Jährige durchpflügte die gesamte kroatische Hälfte, hatte dann im Strafraum etwas Glück gegen Josip Juranović und Borna Sosa und traf nach 50-Meter-Solo aus fünf Metern ins linke Eck (39.).
Zlatko Dalic musste reagieren und brachte gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs frische Kräfte in Mislav Orsic und Nikola Vlasic (46.). Kroatien wirkte bemüht, kam aber kaum einmal in gefährliche Abschlusspositionen. Stattdessen machte Argentinien knapp 20 Minuten vor dem Ende alles klar. Ein traumhaftes Solo von Messi vollendete erneut Álvarez aus sechs Metern zum 3:0 (69.).
Es war die Entscheidung, denn Kroatien kam auch in der Schlussphase nicht mehr zurück. So feierte Argentinien nach dem Schlusspfiff im Lusail Iconic Stadium seinen Superstar Messi und eine starke Mannschaftsleistung. Der Vize-Weltmeister Kroatien muss hingegen das Spiel um Platz drei bestreiten.
Die Stimmen:
Lionel Messi (Argentinien): "Es gehen mir so viele Dinge durch den Kopf, ich weiß gar nicht, wie ich meine Gefühle beschreiben soll. Wenn ich meine Familie sehe, die Fans, die uns die ganze Zeit begleiten. Jetzt stehen wir im Finale. Wir freuen uns riesig, es hat uns bis hierher so viel Spaß gemacht. Wir haben auf uns vertraut, wir haben alle gebeten, uns zu vertrauen, weil wir wussten, dass wir bis hierhin kommen werden. Jetzt sind wir erneut im Finale und das müssen wir erstmal genießen. Ich denke zu allererst an meine Familie. Wir haben auch schwere Zeiten durchlebt und meine Frau war immer an meiner Seite. Sie hat es verdient, die ganze Fußball-Familie hat das verdient."
Julián Álvarez (Argentinien): "Ich bin sehr glücklich. Wir haben das verdient, weil wir ein tolles Spiel gemacht haben. Wir wollten ins Finale und da sind wir jetzt. Jetzt ruhen wir uns etwas aus und machen hoffentlich ein gutes Spiel am Sonntag."
Rodrigo de Paul (Argentinien): "Wir sind sehr stolz und glücklich. Die Leute singen draußen noch weiter, das sind pure Emotionen. Die Fans wissen, dass wir für diesen Traum alles gegeben. Wir sind ganz nah dran, aber wir müssen noch einen Schritt machen. Egal, welcher Gegner kommt, es wird ein starker Gegner. Das Halbfinale war schwer, auch das Finale wird schwer werden."
Borna Sosa (Kroatien): "Die großen Probleme kamen nach dem Elfmeter. Ich weiß nicht, warum der VAR nicht wegen der Ecke vor dem Elfmeter eingreift. Auch beim Elfmeter, wo soll unser Torwart da hingehen? Aber gut. Argentinien hatte Messi, er hat gezeigt, was ihn schon seine gesamte Karriere ausmacht. Es ist sehr ärgerlich. Die ersten 30 Minuten waren sehr gut, dann bist du 2:0 hinten."
Der Tweet zum Spiel:
Messi macht GOAT-Sachen.
Das fiel auf: Lionel Messi bricht alle Rekorde
Schon vor dem Anpfiff war klar, dass Lionel Messi einen weiteren Rekord zu seiner langen Liste hinzufügen kann. Mit nun 25 Auftritten bei WM-Endrunden stellte er den Rekord von Lothar Matthäus ein. Beim Finale am kommenden Sonntag wird er wohl der alleinige WM-Rekordspieler sein. Im Halbfinale gegen Kroatien prägte "La Pulga" aber auch spielerisch einmal mehr das Spiel seiner Mannschaft. Den ersten Treffer markierte er per Strafstoß selbst, das 2:0 durch Álvarez bereitete er ebenso wie dessen zweites Tor in der 69. Minute vor. Und die Vorarbeit für das 3:0 zeigte einmal mehr, in welch anderen Sphären der 35-Jährige bei diesem Turnier unterwegs ist. Josko Gvardiol, einen der besten Verteidiger bei diesem Turnier, ließ Messi mit seinem Dribbling an der rechten Strafraumkante uralt aussehen. Damit ist der Superstar jetzt an neun Argentinien-Treffern direkt beteiligt, fünf davon hat er selbst erzielt. Insgesamt steht Messi jetzt bei elf WM-Treffern und ist damit alleiniger argentinischer Rekordtorschütze, vor Gabriel Batistuta (10 Treffer).
Die Statistik: 6
Sechsmal stand Argentinien bei einer Weltmeisterschaft im Halbfinale, sechsmal erreichte die Albiceleste dann auch das Finale. Was für eine Bilanz.
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