WM 2022 - Drei Dinge, die bei Senegal gegen Niederlande auffielen: Cody Gakpo macht Oranje froh
Die Niederlande müht sich zum WM-Auftakt in Gruppe A gegen den Senegal zu einem schmeichelhaften 2:0 (0:0). Cody Gakpo macht als Matchwinner den Unterschied für die Elftal - Édouard Mendy findet sich dagegen mit zwei Torhüterpatzern am anderen Ende der Nahrungskette wieder. Virgil van Dijk - ohne "One-Love"-Binde - wirkt derweil etwas fahrig. Drei Dinge, die uns beim Spiel in Doha auffielen.
Louis van Gaal beklatscht Cody Gakpo - Senegal vs. Niederlande
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Louis van Gaal hatte ein Lächeln auf den Lippen, als er Cody Gakpo auswechselte und in den Arm nahm.
Der Angreifer der PSV Eindhoven hatte zum WM-Auftakt der Niederlande gegen den Senegal mit seinem Kopfballtor in der 84. Minute die Weichen auf Sieg gestellt; Davy Klaassen machte später den Deckel drauf (90.+9).
Die Elftal feierte damit ein gelungenes WM-Comeback, wenn auch ein schmeichelhaftes. Der Senegal hielt nämlich lange gut mit und hätte ebenso siegen können. Im Angriff des Afrikameisters wurde jedoch der geniale Touch des verletzten Sadio Mané (FC Bayern München) schmerzlich vermisst.
"Sie haben sehr tief verteidigt, als wir den Ball hatten, und wenn wir den Ball im Mittelfeld verloren haben, konnten sie uns mit ihrer Geschwindigkeit unter Druck setzen", befand Virgil van Dijk.
"Unser Spiel war heute nicht gut, deshalb ist es erfreulich, dass wir noch einen Weg gefunden haben, zu gewinnen. Es kann nur besser werden", meinte dagegen Oranje-Keeper Andries Noppert.
Drei Dinge, die uns auffielen.
1.) Gakpo macht Oranje froh
Cody Gakpo war am Ende nicht zu Unrecht der Matchwinner für Oranje. Der Offensivspieler der PSV Eindhoven wurde von Louis van Gaal im 3-4-1-2 zunächst hinter den beiden Spitzen Vincent Janssen und Steven Bergwijn aufgeboten und zeigte sich dabei besonders lauffreudig.
Gakpo stieß wahlweise mit in den Strafraum vor oder setzte sich auf den Flügel ab, von wo er 13 Flanken schlug (Höchstwert im Spiel) - wenngleich nicht immer ganz durchdacht.
Gegen Ende der Partie berief van Gaal den 23-Jährigen dann nach mehreren Auswechslungen eins weiter vor in den Sturm - und lag damit goldrichtig.
In der 84. Minute brachte sich Gakpo vom rechten Flügel aus mit einem cleveren Laufweg parallel zur Sechzehnerlinie in Position, um dann blitzartig nach vorne zu stechen und die Flanke von Frenkie de Jong vor Senegal-Torwart Édouard Mendy mit dem Hinterkopf ins Tor zu lenken.
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Cody Gakpo trifft per Kopf zum 1:0 der Niederlande gegen Senegal
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"Das war der Gamechanger", befand Kopfball-Experte Michael Ballack bei "MagentaTV": "Er hat damit ein Ausrufezeichen gesetzt."
Neben seinem Tor lieferte Gakpo mit drei Torschussvorlagen die meisten bei Oranje ab und durfte sich nach seiner Auswechslung in der Nachspielzeit gebührend vom Elftal-Anhang feiern lassen. Die Entscheidung durch Davy Klaassen (90.+9) genoss er dann schon von der Bank aus.
Mit dem Ergebnis konnte die Niederlande freilich prima leben. "Die Wechsel nach der Pause waren der Schlüssel", sagte van Gaal: "Memphis Depay spielte da eine wichtige Rolle. Über einen 2:0-Sieg gegen den Afrikameister bin ich natürlich sehr glücklich."
"Das sorgt für ein gutes Gefühl", meinte Gakpo, "aber wir waren nicht konzentriert genug, wir können es noch viel besser."
2.) Van Dijk als kleiner Unsicherheitsfaktor
Virgil van Dijk - seit geraumer Zeit ja nur noch als Virgil unterwegs - war einer der europäischen Kapitäne, die geplant hatten, mit "One-Love"-Kapitänsbinde aufzulaufen, bis die FIFA dazwischenfunkte. Gegen den Senegal trug der Oranje-Kapitän so wie Englands Harry Kane die FIFA-konforme "No-Discrimination"-Binde.
Wie weit die ganze Diskussion Virgils Spielvorbereitung gestört hatte, wurde zunächst nicht überliefert. Im Al Thumama Stadion von Doha bot der Innenverteidiger des FC Liverpool allerdings nur eine allenfalls durchschnittliche Leistung an.
In der ersten Halbzeit pennte Virgil bei einem zugegeben komischen Zuspiel quer durch den Strafraum von de Jong regelrecht, was beinahe in einem Gegentor geendet hätte.
In der zweiten Halbzeit ließ er sich einige Male von Senegal-Angreifer Boulaye Dia - mit Verlaub: kein Angreifer der Kategorie Weltklasse - verladen. Der 13 Zentimeter größere Niederländer verlor sogar ein Kopfballduell im Strafraum gegen Dia und wirkte insgesamt ein wenig behäbig und nicht wirklich gedankenschnell.
Unterm Strich hielt sich die niederländische Defensive, die aus dem 3-4-1-2 schnell auf Fünferkette umschalten konnte, aber schadlos. Richtig überzeugend war der Auftritt aber nicht.
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Virgil van Dijk (Niederlande) im WM-Spiel gegen den Senegal
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3.) Mendy außer Form
Mit Cody Gakpo hatte die Partie einen würdigen "Man of the Match". Am anderen Ende der Nahrungskette fand sich dagegen Édouard Mendy wieder, seines Zeichens FIFA-Welttorhüter des Jahres 2021 - und absoluter Unglücksrabe der Partie.
Mendy muss sich letztlich nämlich beide Gegentore ankreiden. Beim 0:1 sprang er mit schlechtem Timing in den Ball, beim 0:2 legte er Davy Klaassen mit einer missglückten Parade gegen den Schuss des eingewechselten Memphis Depay das Tor regelrecht auf.
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Edóuard Mendy (am Boden) streckt sich vergeblich: Davy Klaassen trifft zum 2:0 - Senegal vs. Niederlande
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Dass der 30-Jährige beim FC Chelsea unter Trainer Graham Potter zuletzt nur sporadisch zum Einsatz kam, mag seinen Teil dazu beigetragen haben. In Welttorhüter-Form war Mendy gegen die Niederlande jedenfalls nichts.
"Es war ein sehr schweres Spiel auf sehr hohem Niveau", befand derweil Senegal-Trainer Aliou Cisse: "Das Ergebnis gibt das Spiel nicht fair wieder. Ich bin froh, wie meine Spieler aufgetreten sind. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben. Wir müssen effektiver sein, wir hatten die Chancen. Natürlich ist es ein Problem, dass Sadio fehlt."
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Quelle: Perform
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