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WM 2022: Senegal gewinnt "Endspiel" in Gruppe A gegen Ecuador und zieht ins Achtelfinale ein - Koulibaly wird zum Helden
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Publiziert 29/11/2022 um 17:58 GMT+1 Uhr
Der Senegal hat es bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar nach 20 Jahren wieder ins WM-Achtelfinale geschafft. Im "Endspiel" der Gruppe A besiegte der Afrikameister Ecuador 2:1 (1:0). Ismaila Sarr brachte die Westafrikaner in Front (44./Foulelfmeter). Nach dem Ausgleich durch Moisés Caicedo (67.) wäre La Tri Zweiter gewesen, doch Kalidou Koulibaly schoss doch noch den Senegal weiter (70.).
Senegal-Held Koulibaly: "Das ist eine riesige Ehre"
Quelle: MagentaTV
Von Anfang an war Senegal die bessere Mannschaft, Ecuador fand lange in der Offensive gar nicht statt. Nach drei Minuten hatte Idrissa Gueye die erste Großchance, vergab jedoch kläglich. Kurz darauf tauchte Boulaye Dia frei vor Hernán Galíndez auf, brachte den Ball aber nicht aufs Tor (8.).
Kurz vor der Pause leistete sich der Leverkusener Piero Hincapié einen folgenschweren Schnitzer, als er im eigenen Sechzehner unnötigerweise Ismaila Sarr umrannte und einen Elfmeter verursachte. Der Gefoulte übernahm selbst und brachte den Senegal kurz vor dem Halbzeitpfiff verdienterweise in Führung (44.).
In der zweiten Halbzeit kam dann auch Ecuador, das einen Punktgewinn brauchte, besser in die Partie. Mit höherer Intensität und gesteigertem Laufpensum der Südamerikaner wurde das Spiel offener. So fiel der Ausgleich nicht ganz unverdient: Félix Torres verlängerte eine Ecke auf den zweiten Pfosten, wo Moisés Caicedo komplett frei stand und aus drei Metern zum Ausgleich traf (67.).
Der Jubel der Ecuadorianer hielt jedoch nicht lange, denn dem Senegal gelang nur drei Minuten später die perfekte Antwort. Ausgerechnet der bis dato bei dieser WM mit drei Toren groß aufspielende Enner Valencia patzte bei einer Standardsituation und legte Kalidou Koulibaly den Ball mit einer missglückten Abwehraktion zum 2:1 auf (70.) - für Koulibaly war es das erste Länderspieltor im 61. Einsatz.
Ecuador warf noch mal alles nach vorne, die letzte Großchance der Partie hatte aber der Senegal, als Dia frei vor dem Tor weit über den Kasten zielte (82.). Sechs Minuten Nachspielzeit vergingen ohne nennenswerte Möglichkeit für La Tri - passé war die Chance auf den zweiten Achtelfinal-Einzug bei einer WM nach 2006.
Der Senegal steht dagegen 20 Jahre nach dem ersten Achtelfinal-Einzug bei einer WM wieder in der Runde der letzten 16. 2002 in Japan und Südkorea hatten die Senegalesen mit dem heutigen Trainer Aliou Cisse sensationell den amtierenden Weltmeister Frankreich 1:0 geschlagen und waren bis ins Viertelfinale vorgestoßen, wo man nur knapp der Türkei unterlag (0:1 n.V. nach Golden Goal von Ilhan Mansiz, 94.).
In Katar trifft man nun im Achtelfinale als Zweiter der Gruppe A auf England, dass sich in Gruppe B durchsetzte (zuletzt 3:0 gegen Wales). Das Spiel am Sonntag im Al Bayt Stadion statt (20:00 Uhr im Liveticker).
Die Stimmen:
Kalidou Koulibaly (Senegal): "Es ist ein fantastisches Gefühl. Nach dem ersten Spiel haben uns viele schon draußen gesehen, aber für uns kam diese Einstellung nie infrage. Wir wollten unbedingt etwas Großes leisten und ich glaube, wir haben hier gegen einen starken Gegner immer dran geglaubt, ins Achtelfinale einzuziehen.”
Pape Gueye (Senegal): "Wir wussten, dass es gegen diese große Mannschaft schwierig werden würde, aber wir haben uns konzentriert, wir haben unser Ziel vor Augen gehabt. Wir haben sehr gute Spieler, sehr gute junge Spieler, wir werden gut betreut, wir arbeiten gut mit dem Staff zusammen und das sieht man auch auf dem Platz. Wir verstehen uns gut und das ist das Wichtigste heute.”
Idrissa Gueye (Senegal): "Das ist ein großer Moment, auf den wir lange gewartet haben, aber es ist die Frucht unserer Arbeit, die wir in all den Jahren geleistet haben, und wir sind weiter auf dem Weg nach oben. Wir haben die Gruppenphase überstanden, aber das war nicht unser Ziel. Wir wollen so weit wie möglich in diesem Wettbewerb kommen.”
Aliou Cisse (Nationaltrainer Senegal): "Wir sind sehr glücklich. Es ist sehr emotional. Wir müssen jetzt schnell regenerieren und uns auf die K.o.-Spiele vorbereiten. Es gibt keinen Lieblingsgegner. Es sind alle stark. Wenn wir ins Finale kommen wollen, müssen wir Jeden schlagen. Der Tag war für uns nicht so einfach. Wir widmen den Sieg Papa (Nationalspieler Papa Bouba Diop starb vor zwei Jahren, d.Red.). Der Sieg war für ihn, aber auch für viele andere Menschen. Es gibt so viele Menschen, die in den letzten Jahren hart dafür gearbeitet haben, dass wir so weit kommen. Wir sind als Team sehr erfahren, das ist für solche Spiele sehr wichtig."
Gustavo Alfaro (Nationaltrainer Ecuador): "Das ist ein trauriger Moment, wir sind sehr frustriert. Wir hatten hohe Erwartungen. Einige Kleinigkeiten haben den Unterschied gemacht. Wir hatten in der ersten Halbzeit zu wenig Chancen. In der Pause habe ich der Mannschaft gesagt, dass sie zuzulegen muss, um den Ausgleich zu erzielen. Das hat sie gemacht. Doch nach dem 1:1 waren wir nicht in der Lage, das Spiel zu kontrollieren. Ich hoffe, dass die Spieler diese Lektion lernen und diese Erfahrungen mitnehmen können."
Der Tweet zum Spiel:
Die ecuadorianischen Fans waren deutlich in der Überzahl - doch die "Gelbe Wand" aus Südamerika wurde in puncto Lärm und Stimmung von den Anhängern Senegals klar übertrumpft. Die Fans der "Löwen von Teranga" trommelten, tanzten und trompeteten sich im Khalifa-Stadium in einen ohrenbetäubenden Rausch - die Ekstase trug Senegal ins WM-Achtelfinale.
Das fiel auf: Senegal fehlt ein Knipser
Der Senegal erarbeitete sich gegen Ecuador ein klares Chancenplus, musste aber dennoch bis zum Ende zittern. 14 Torschüsse feuerten die Löwen von Teranga auf den Kasten der Südamerikaner, rein gingen aber nur ein Elfmeter und ein etwas glücklicher Abschluss nach einer Standardsituation. Bei mehreren weiteren Chancen fehlte es an der Abschlussqualität - hier wird Sadio Mané vom FC Bayern München doch schmerzlich vermisst.
Die Statistik: 21
Senegal beendete eine 21 Spiele andauernde Sieglos-Serie afrikanischer Teams gegen südamerikanische Nationen bei Weltmeisterschaften. Der letzte Sieg datiert aus dem Jahr 1990, als Kamerun Kolumbien 2:1 n.V. im Achtelfinale besiegte. Seitdem gab es vier Unentschieden und 17 Niederlagen.
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