WM 2022: Senegal wiederholt Achtelfinal-Coup von 2002 und gedenkt verstorbenen Papa Bouba Diop - "Ein besonderer Tag"

Dem Senegal gelingt bei der WM 2022 ein Kraftakt gegen Ecuador. Mit dem 2:1 (1:0) zum Abschluss der Gruppe A ziehen die Löwen von Teranga wie 2002 ins Achtelfinale ein. Kapitän Kalidou Koulibaly sucht sich dabei den rechten Moment für sein erstes Länderspieltor aus. Nach Abpfiff sorgten die Spieler für eine tolle Geste und ehrten den verstorbenen Helden von 2002, Papa Bouba Diop, mit einem Poster.

Senegal-Held Koulibaly: "Das ist eine riesige Ehre"

Quelle: MagentaTV

Siegtorschütze Kalidou Koulibaly sank auf die Knie, Trainer Aliou Cisse stürzte sich hinein in die nächstbeste Jubeltraube - und bei den dauertrommelnden Fans auf der Tribüne herrschte pure Ekstase.
Auch ohne den verletzten Superstar Sadio Mané, der zuhause vor dem Fernseher mitfieberte, hat die Nationalmannschaft des Senegal in einer emotionalen Zitterpartie zum ersten Mal seit 2002 das Achtelfinale einer WM erreicht.
Der Afrikameister setzte sich knapp, aber verdient 2:1 (1:0) gegen Ecuador durch. In der K.o.-Runde treffen die "Löwen von Teranga" als Gruppenzweiter nun auf England, dass sich durch ein souveränes 3:0 gegen Wales den Gruppensieg schnappte. Das Spiel findet am Sonntag im Al Bayt Stadion statt (20:00 Uhr im Liveticker).
Nach dem Abpfiff gedachten die Nationalspieler Papa Bouba Diop: Der Mittelfeldspieler hatte bei der WM 2002 Senegal durch sein 1:0-Siegtor gegen den amtierenden Weltmeister Frankreich überhaupt erst auf die Fußball-Weltkarte gebracht.

Senegal erinnert an Frankreich-Besieger Diop

Diop war auf den Tag genau zwei Jahre vor dem Coup von Doha mit nur 42 Jahren an der unheilbaren Nervenkrankheit ALS verstorben. Mit einem Plakat mit dem Diop-Satz "True Lion never dies" - ein wahrer Löwe stirbt nie - erinnerten die Nationalspieler an ihren Helden.
In Gedanken waren die Löwen von Teranga aber auch bei Bayern-Star Mané. "Fantastisch, fantastisch. Nach der Verletzung von Sadio haben doch die meisten geglaubt, dass wir nicht weiterkommen. Er ist unser Star, das Symbol unseres Fußballs", sprudelte es aus dem beim FC Chelsea beschäftigte Matchwinner Koulibaly, der im 61. Länderspiel zum ersten Mal für sein Land getroffen hatte, heraus, "aber wir sind noch enger zusammengerückt und wollen zeigen, dass wir eine starke Mannschaft haben."
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Kalidou Koulibaly trifft bei der WM 2022 zum 2:1 - Ecuador vs. Senegal

Fotocredit: Getty Images

Sarr trifft cool per Elfmeter

Der Kapitän versetzte die Senegalesen mit seinem Treffer in der 70. Minute in einen Freudentaumel. "Das ist ein besonderer Tag für uns alle, für alle Senegalesen. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Tor erzielt habe. Das ist eine Riesenehre für mich", meinte der 31-Jährige glücklich.
Kurz zuvor hatte Moisés Caicedo den etwas überraschenden Ausgleich erzielt (67.) - doch der Freudentaumel der Südamerikaner hielt nur drei Minuten. "Die Senegalesen haben es sich absolut verdient, sie waren die bessere Mannschaft", urteilte Experte Michael Ballack bei "MagentaTV".
Afrikas Meister, der vor allem in der ersten Halbzeit bei großer Überlegenheit zahlreiche Torchancen vergab, war durch einen Foulelfmeter in Führung gegangen: Ismaila Sarr, vom Leverkusener Piero Hincapie gefoult, guckte cool den Torhüter aus und traf ohne auf den Ball zu sehen zur Führung (44.).
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Ismaila Sarr trifft per Elfmeter - Ecuador vs. Senegal

Fotocredit: Getty Images

Trainer Cisse war 2002 als Spieler dabei

Die Senegalesen hatten zum Auftakt gegen die Niederlande verloren (0:2), "aber wir wollten hier unbedingt Großes leisten", berichtete Koulibaly: "Wir haben immer daran geglaubt, dass wir uns fürs Achtelfinale qualifizieren."
Das ist bei der dritten WM-Teilnahme nun zum zweiten Mal gelungen. Trainer Cisse war beim ersten Mal, als man sensationell Frankreich bezwang, selbst noch Spieler.
2018 war der Senegal dagegen unglücklich nach Punkt- und Torgleichheit mit Japan über die Fairplay-Wertung - zwei Gelbe Karten mehr gaben den Ausschlag - in der Vorrunde ausgeschieden.

Erinnerungen an 2002

Vier Jahre später war mit Anpfiff gegen Ecuador klar: Die Senegalesen mussten gewinnen, um sicher und wie vor 20 Jahren die K.o.-Runde zu erreichen - damals standen sie bei der WM in Südkorea und Japan sogar im Viertelfinale, scheiterten dort allerdings in der Verlängerung an der Türkei (Golden Goal durch Ilhan Mansiz, 94.).
Trotz großer Überlegenheit mussten sie zweimal zittern: Nach dem Ausgleich durch Caicedo - und in der Schlussphase, als Ecuador noch einmal alles nach vorne warf, um zum zweiten Mal nach 2006 das Achtelfinale zu erreichen.
Tatsächlich vergaben die Senegalesen vor allen in der ersten Halbzeit zu viele Chancen. Idrissa Gueye kam im Strafraum in guter Position zum Abschluss, verzog aber (3.).

Koulibaly steht goldrichtig

Kurz darauf flog ein Schuss von Boulaye Dia auf Vorlage von Youssouf Sabaly links am Tor vorbei (8.). Sarrs leicht abgefälschter Schuss landete ebenfalls nicht im Netz (24.). Der von Sarr cool verwandelte Elfmeter wirkte wie eine Erlösung.
Ecuador gelang es nur in kurzen Phasen, sich vom Druck zu befreien. Zu diszipliniert und entschlossen verteidigte der Afrikameister.
Das änderte sich in der zweiten Halbzeit ein wenig, nun benötigte Ecuador einen Treffer. Die Senegalesen aber waren nach dem Ausgleich nur kurz geschockt: Nach einem Freistoß stand Koulibaly goldrichtig. Stürmer Enner Valencia, in den ersten beiden Spielen dreimal für Ecuador erfolgreich, hatte unglücklich abgelegt.
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Quelle: Perform

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