WM 2026: Kai Havertz, Deniz Undav, Lennart Karl: Das Prunkstück wird für Bundestrainer Nagelsmann zum Problem
Update 02/06/2026 um 11:47 GMT+2 Uhr
Vor der anstehenden WM bahnt sich für Julian Nagelsmann ein echtes Luxusproblem in der DFB-Offensive an. Während Rückkehrer Kai Havertz nach seinem starken Champions-League-Finale direkt wieder eine Schlüsselrolle übernehmen soll, drängen sich auch Deniz Undav und Bayern-Youngster Lennart Karl auf. Besonders im Sturmzentrum wird der Konkurrenzkampf für den Bundestrainer nun zur Herausforderung.
Nagelsmann über Undav: "Da lag ein Tor in der Luft"
Quelle: Perform
Der überzeugende 4:0-Erfolg gegen Finnland hat Julian Nagelsmann vor der WM in den USA nicht nur Selbstvertrauen, sondern auch ein luxuriöses Problem beschert. Während die deutsche Nationalmannschaft offensiv immer mehr ins Rollen kommt, wird der Konkurrenzkampf im Angriff für den Bundestrainer kniffliger. Gerade die Offensive entwickelt sich immer mehr zum Prunkstück – mit zahlreichen Topspielern, die allesamt Ansprüche auf wichtige Rollen anmelden.
Besonders brisant: Mit Kai Havertz stößt nun ausgerechnet einer der wichtigsten Bausteine erst nachträglich zur Mannschaft. Der Arsenal-Star fehlte zuletzt noch wegen des Champions-League-Finales, erzielte bei der knappen Niederlage in Budapest sogar ein Tor und reist nun mit viel Rückenwind zur DFB-Elf nach Amerika nach.
Für Nagelsmann steht dabei außer Frage, welche Bedeutung Havertz für seine Mannschaft haben soll. Bei der WM soll der Offensiv-Allrounder möglichst viel spielen und eine tragende Rolle übernehmen. "Es ist schade, dass er das Finale nicht gewonnen hat", sagte Nagelsmann: "Aber sein Tor war außergewöhnlich und wird ihm zusätzlich Auftrieb geben."
Doch der Bundestrainer blickte nicht nur auf den Treffer. "Wer im Finale genau hingeschaut hat, der konnte sehen, was Kai für eine Bedeutung für seine Mannschaft hat. Er fällt nicht nur durch sein Tor auf, sondern auch durch seinen Fleiß, seine brutale Kopfballstärke, auch bei defensiven Standards", erklärte der DFB-Coach.
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Kai Havertz wird im Freundschaftsspiel gegen die USA direkt in die Startelf rücken
Fotocredit: Getty Images
Undav und Havertz formstark – Nagelsmann lobt beide
Auch menschlich schätzt der Bundestrainer den 26-Jährigen enorm. "Kai ist ein sehr guter Mensch, ein sehr guter Typ." Zusätzliche Urlaubstage nach dem Finale wollte Havertz trotz der langen Saison nicht. "Er war so lange weg aus unserem Kreis, er brennt darauf, zur Mannschaft zu kommen."
Aus sportlicher Sicht machte Nagelsmann zudem klar, welchen Stellenwert Havertz genießt: Einen Startelfeinsatz gegen die USA kündigte der Bundestrainer im "ZDF" bereits an.
Allerdings drängen sich gleichzeitig andere Offensivspieler auf. Vor allem Deniz Undav nutzte den souveränen Sieg gegen Finnland, um kräftig Eigenwerbung zu betreiben. Zwei Tore, ein Assist – der Stürmer des VfB Stuttgart war an drei Treffern direkt beteiligt und bestätigte einmal mehr seine starke Form.
"Deniz hat immer gefährliche Situationen in der Box gehabt. Er war an drei Toren beteiligt, von dem her war es ein sehr gutes Spiel", lobte Nagelsmann seinen Angreifer im "ZDF". Und der Bundestrainer stellte zugleich klar: "Wenn du zwei Tore machst und dann noch einen vorlegst, spielst du dich nie aus der Mannschaft."
Auch Undav selbst zeigte sich entsprechend zufrieden. "Wenn du hier bei der Nationalmannschaft Tore machst, gibt dir das einfach nur mehr Selbstvertrauen. Jetzt heißt es, einfach weitermachen, den Moment genießen und dann gucken, was passiert", sagte der Stürmer.
DFB-Offensive: Konkurrenzkampf im Sturm – oder auf Rechtsaußen?
Gerade im Angriffszentrum dürfte Nagelsmann nun vor besonders schwierigen Entscheidungen stehen. Noch zu Jahresbeginn galt Nick Woltemade als klare Nummer eins im Sturm der deutschen Nationalmannschaft. Doch inzwischen bahnt sich ein offener Konkurrenzkampf an. Woltemade bringt zwar weiterhin starke Argumente mit – vier Tore in elf Länderspielen, körperliche Präsenz und ein Profil, das perfekt zum DFB-Spiel passt –, doch Havertz und Undav drängen sich aktuell massiv auf.
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Lennart Karl und Deniz Undav - zwei Alternativen für die Startelf überzeugten beim WM-Test der Nationalmannschaft gegen Finnland
Fotocredit: Getty Images
Eine mögliche Lösung: Havertz könnte hinter einer klassischen Spitze agieren. Musiala und Wirtz gelten ohnehin als nahezu gesetzt. Dann könnte Undav im Sturmzentrum beginnen – oder Havertz selbst ganz vorne auflaufen.
Denn zusätzliche Dynamik bringt auch Lennart Karl in die Debatte. Der Youngster überzeugte nicht nur durch seinen Raketenstart beim FC Bayern, sondern auch beim 4:0 gegen Finnland mit einem Assist und einem insgesamt starken Auftritt.
"Ich habe mich sehr gefreut und bin glücklich über das Vertrauen des Trainerteams", sagte Karl nach der Partie. Nagelsmann fand anschließend deutliche Worte für die Fähigkeiten des jungen Rechtsaußen. Karl sei ein Spieler, "der auf verschiedenen Positionen spielen kann und für uns sehr wertvoll wird".
"Straßenkicker" Karl als ernsthafte Startelf-Option
Besonders beeindruckt zeigte sich der Bundestrainer von dessen natürlichem Spielstil und seiner Unbekümmertheit. "Bei Lenny ist viel passiert in den letzten sieben Monaten. Er ist ein Straßenkicker, den du nicht in Strukturen pressen darfst, sonst verliert er seinen Flow", sagte Nagelsmann.
Während auf anderen Positionen die Rollen innerhalb des Teams relativ klar verteilt erscheinen, wird der Konkurrenzkampf auf der rechten Außenbahnen immer intensiver. Karl kämpft dort mit etablierten Spielern wie Leroy Sané um Einsatzzeiten. Weitere Optionen wie Maximilian Beier und Jamie Leweling dürften aktuell eher als Joker eingeplant sein.
"Ich hoffe natürlich schon, aber es gibt natürlich auch noch die Topspieler hier. Es ist einfach ein Konkurrenzfight. Ich liebe alle Spieler hier", sagte Karl über die Situation im Angriff.
Für Nagelsmann ist das Luxusproblem zugleich Chance und Herausforderung. Die deutsche Offensive wirkt vor der WM variabler, gefährlicher und breiter besetzt als lange zuvor. Doch genau deshalb könnten die Entscheidungen im Sturm und auf den Flügeln nun zu den schwierigsten des gesamten Turniers werden.
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Nagelsmann schwärmt von Karl: "Bringt alles mit"
Quelle: Eurosport
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