Deutsche Nationalmannschaft: Deniz Undav und Nick Woltemade im Kampf um die Stürmerposition - Nagelsmanns Dilemma
Update 23/03/2026 um 20:35 GMT+1 Uhr
Deniz Undav ist in der deutschen Nationalmannschaft zurück und meldet mit starken Zahlen ernsthafte Ansprüche auf einen Stammplatz an. Doch mit Nick Woltemade steht ein eingespielter Systemspieler bereit. Vor den Tests gegen die Schweiz und Ghana spitzt sich der Konkurrenzkampf im Sturm zu - mit offenem Ausgang und möglichen neuen Rollenverteilungen in der Offensive von Julian Nagelsmann.
Nagelsmann freut sich über DFB-Kader: "Gute Mischung"
Quelle: Perform
Er wolle "jetzt Kapitän werden, oder?”, sagte Deniz Undav mit einem Augenzwinkern nach dem 5:2-Sieg des VfB Stuttgart über den FC Augsburg. Der Angreifer wurde am Sonntagnachmittag erneut zum Mann der Stunde: Zwei Tore, eine Vorlage - und nun geht es mit breiter Brust zum DFB-Team.
Wer auf die vergangenen Wochen blickt, erkennt schnell: Auf das Kapitänsamt erhebt Undav zwar noch keine ernsthaften Ansprüche, ein Stammplatz im DFB-Team ist dagegen plötzlich ein realistisches Szenario für den 29-Jährigen.
Denn Undav hat sich zurückgemeldet. Lange außen vor, schoss sich der sechsmalige deutsche Nationalspieler mit starken Leistungen wieder in den Fokus von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Allein 16 Treffer in der Bundesliga sprechen eine klare Sprache, dazu kommen zwei Tore im DFB-Pokal sowie drei weitere in der Europa League. Zahlen, die kaum zu ignorieren sind und die Frage aufwerfen: Hat Deutschland seinen Stürmer für die anstehenden Länderspiele und die Weltmeisterschaft im Sommer bereits gefunden? Ganz so einfach ist es nicht.
Woltemade hat sich im Nagelsmann-System etabliert
Denn mit Nick Woltemade steht ein direkter Konkurrent bereit, der im System Nagelsmann zuletzt eine zentrale Rolle einnahm. Auch wenn der 24-Jährige bei Newcastle United in den vergangenen 13 Premier-League-Spielen ohne Treffer blieb und wettbewerbsübergreifend auf lediglich zehn Saisontore kommt, überzeugte er im DFB-Trikot. In den vergangenen drei Länderspielen erzielte Woltemade fünf Treffer - und hinterließ mit seinen Auftritten einen nachhaltigen Eindruck.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/03/23/image-ff8f01fa-0792-49c4-b320-e61f7c035cf4.jpeg)
Nick Woltemade: Ein fester Bestandteil des Nagelsmann-Systems
Fotocredit: Getty Images
Sein Profil passt dabei exakt zu dem, was Nagelsmann sucht: ein mitspielender Neuner, technisch stark, kombinationssicher und eng eingebunden in das Offensivspiel um Florian Wirtz, Serge Gnabry und Co. Woltemade ist kein klassischer Strafraumstürmer, aber einer, der Räume schafft, Bälle festmacht und das Angriffsspiel strukturiert.
Undav bringt andere Qualitäten mit. Auch er ist kein klassischer Zielspieler, kein dominanter Kopfballstürmer - dafür aber aktuell einer der effizientesten Angreifer im deutschen Fußball. Beweglich, abschlusssicher, beidfüßig gefährlich. Vor allem aber: eiskalt vor dem Tor.
Helmer: "Diskussion um Undav habe ich nie verstanden"
”Undav ist für mich absolut unstrittig. Die Diskussion um ihn habe ich sowieso nie verstanden. Die Quote spricht aktuell ganz klar für ihn”, sagte Ex-Nationalspieler Thomas Helmer bei "Sport1". Gleichzeitig verweist er jedoch auf ein strukturelles Problem: ”Für ganz vorne hast du eigentlich nur Woltemade als Zielspieler. Undav ist ja auch eher einer, der außen rum und hinter einer Neun spielt. Genauso wie Havertz. Für ganz vorne fehlt eigentlich einer.”
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/03/23/image-1213a58b-8699-4399-bad9-282ed2bea3da.jpeg)
Stand zuletzt im Juni vergangenen Jahres für Deutschland auf dem Platz: Deniz Undav
Fotocredit: Getty Images
Eine Einschätzung, die sich mit den Aussagen Nagelsmanns deckt. "Wir werden sicherlich einen Stürmer dabeihaben, der in der Luft ein bisschen was regeln kann", erklärte der Bundestrainer noch Anfang März. Namen wie Niclas Füllkrug oder Tim Kleindienst stehen zwar für dieses Profil, spielen aktuell jedoch keine Rolle. Füllkrug fehlt die regelmäßige Spielzeit und Form, Kleindienst fällt nach wie vor verletzungsbedingt aus.
Die Konsequenz: Der Konkurrenzkampf bleibt offen - und könnte sich sogar als Zusammenspiel lösen. Denn ein Szenario ist denkbar, das beide vereint. Undav selbst betonte nach dem Stuttgarter Erfolg über Augsburg seine Flexibilität: ”Ich kann vorne spielen und auf der Zehn. Ich glaube, der Bundestrainer weiß, dass ich beide Rollen spielen kann. Das ist gut für ihn, dass ich auf zwei Positionen effektiv sein kann." Seine Botschaft: Stürmer oder Zehner - egal. "Hauptsache, ich spiele."
Und plötzlich meldet sich Havertz zurück
Tatsächlich agierte Undav in der Nationalmannschaft bereits häufiger als hängende Spitze. Eine Rolle, die ihn mit Woltemade kombinierbar macht. Die beiden Stürmer spielten bereits in der vergangenen Saison beim VfB erfolgreich im Duo. Solch ein Szenario lässt daher Raum für weitere Optionen. Denn mit dem genesenen Kai Havertz drängt ein weiterer Offensivspieler zurück in den Kader, der sowohl im Sturmzentrum als auch dahinter eingesetzt werden kann.
Havertz galt bei der Europameisterschaft 2024 als gesetzt. Auch er wird - sollte er seinen Fitnessstand halten - mit Blick auf die WM ein ernsthafter Kandidat für das Sturmzentrum oder das zentral offensive Mittelfeld sein. Der Vorteil für Nagelsmann: Alle drei Angreifer sind flexibel einsetzbar und können daher auch gemeinsam auflaufen.
Über Undav sagte der DFB-Coach auf der Pressekonferenz im Zuge der Nominierungen: "Er hat eine außergewöhnlich gute Quote und darf gerne weitermachen mit Torschießen. Auch nächste Woche." Hält der VfB-Angreifer dieses Niveau, ist der Konkurrenzkampf im deutschen Sturmzentrum bis zur WM endgültig eröffnet.
Das könnte Dich auch interessieren: Nmecha-Diagnose steht: BVB muss länger auf Nationalspieler verzichten
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/03/23/image-c8901567-18bb-4fbe-a844-2b8432ab4198-85-2560-1440.jpeg)
BVB trennt sich von Kehl: Überraschendes Aus in Dortmund
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung