WM - Gianni Infantino reagiert auf Einreise-Verbot für somalischen Schiedsrichter: "Wir haben nicht alles im Griff"

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat nach dem US-Einreiseverbot für den somalischen Schiedsrichter Omar Artan im Vorfeld der Fußball-WM um Gelassenheit geworben. "Es ist unglücklich, was dem Schiedsrichter aus Somalia widerfahren ist. Auch hier gilt: Wir haben nicht alles im Griff. Wir versuchen es, wir werden darüber sprechen, wir werden uns beraten, wir werden sehen", sagte der Schweizer.

Causa somalischer Schiedsrichter: Das sagt Infantino

Quelle: Perform

Manchmal, so Infantino auf der Pressekonferenz vor dem Eröffnungsspiel am Donnerstag in Mexiko-Stadt weiter, sei es "gut, sich zu beruhigen, sich zu entspannen – wir arbeiten an allem, wir versuchen, alles zu lösen. Manchmal hat es den gegenteiligen Effekt, sofort anzuschreien und zu brüllen, anstatt eine Lösung zu finden."
Die FIFA versuche stets, "Lösungen zu finden", so Infantino: "Aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und Polizeikräfte herrschen können. Wir sind eine Sportorganisation."
Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, die am Donnerstag mit der Partie Mexiko gegen Südafrika beginnt, wird unter anderem durch Visa-Probleme überschattet. Neben Artan war auch Fans und Funktionären des Iran, der sich mit den USA im Krieg befindet, die Einreise zuletzt verwehrt worden. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen bat Infantino um Vertrauen in seinen Verband.
"Leider ist unsere Welt eine sehr gefährliche und aggressive Welt, und die Sicherheit steht über allem. Man muss die Entscheidungen respektieren, die getroffen werden. Und wenn ich sage, man solle 'entspannt bleiben', meine ich nicht, dass man nichts tun soll. Ich meine, dass man darauf vertrauen soll, dass wir hinter den Kulissen arbeiten. Wir versuchen, die Situation zu verstehen", sagte der 56-Jährige.
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Omar Artan wurde am Flughafen von Miami abgewiesen

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Artan von US-Behörden bei Einreise abgewiesen

Artan, Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025, war vom Weltverband FIFA für die WM nominiert, am Flughafen von Miami aber von US-Behörden abgewiesen worden. Im Gespräch mit der New York Times betonte Artan, "die richtigen Unterlagen und alles" gehabt zu haben.
Ein Vertreter des US-Außenministeriums teilte der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit, Artan stehe "mit mutmaßlichen Mitgliedern terroristischer Organisationen in Verbindung", weshalb er "für die Einreise in die Vereinigten Staaten nicht zugelassen" sei.
Auf Nachfrage der "BBC", ob die FIFA die Kontrolle über ihr eigenes Turnier aus der Hand gegeben habe, entgegnete Infantino: "Ich glaube, wir hoffen, dass die Frauen-WM 2035 in Großbritannien stattfinden wird – es muss zwar noch eine Entscheidung fallen, aber es sieht ganz danach aus. Würden Sie es normal finden, wenn die FIFA der britischen Regierung vorschreiben würde, wen sie ins Land lassen darf und wen nicht?"
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Infantino: "WM wäre ohne Trump nicht möglich"

Quelle: Perform

Infantino verteidigt "gutes Verhältnis" zu Trump

Infantino verteidigte außerdem seine enge Beziehung zu Donald Trump. Ohne das Engagement und die Einbindung des US-Präsidenten "wäre es meiner Meinung nach schlicht unmöglich gewesen, eine WM in den Vereinigten Staaten zu organisieren", sagte Infantino ebenfalls auf der Pressekonferenz.
Er sei "sehr froh" über sein "sehr gutes Verhältnis" zu Trump. Dieser habe sofort die Dimension der WM verstanden, ihre Wirkung und ihren Einfluss", führte Infantino aus: "Sich mit dem Präsidenten und seiner Administration über wichtige Themen austauschen zu können, ohne etwas zu verlangen, sondern einfach zu versuchen zu erklären – ich denke, das ist wahrscheinlich der Schlüssel zu einer positiven Beziehung."
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Donald Trump (l.) und Gianni Infantino verstehen sich gut

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Auf die Frage, ob er es angesichts der politischen Spannungen rund um das Turnier bereue, die WM an die USA als Co-Gastgeber vergeben zu haben, antwortete Infantino: "Ich bereue nichts." Später ergänzte er: "Wir sprechen hier über die größte Macht der Welt, daher gibt es natürlich bestimmte Dinge, die berücksichtigt werden müssen." Vor allem die verschärften Einreiseregeln unter Trump sowie der US-Krieg mit dem WM-Teilnehmer Iran belasten die Vorbereitungen auf das Turnier.
Infantino hatte Trump im Dezember bei der WM-Auslosung in Washington den neuen "FIFA-Friedenspreis" überreicht. Die FIFA machte bislang nicht öffentlich, nach welchen Kriterien die Auszeichnung vergeben wurde. Die Organisation FairSquare wirft Infantino mehrere Verstöße gegen seine Pflicht zur politischen Neutralität im Umgang mit Trump vor und reichte Beschwerde bei der FIFA-Ethikkommission ein.
(SID)
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Infantino zum Iran: "Würde sie mit dem Bus aus Teheran herfahren"

Quelle: SNTV


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