WM 2026: US-Präsident Donald Trump heißt iranische Nationalmannschaft trotz Krieg in Nahost herzlich willkommen

US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino zugesichert, dass die iranische Nationalmannschaft trotz des Krieges im Nahen Osten bei der WM im Sommer antreten darf. Iran sei "willkommen", habe Trump betont, wie der Präsident des Weltverbands berichtete. Infantino berichtete von einem Gespräch mit Trump, bei dem auch die Lage in Iran Thema gewesen sei.

Donald Trump heißt Iran bei der Fußball-WM "willkommen"

Fotocredit: Getty Images

Donald Trump überließ die frohe Botschaft seinem guten Freund Gianni Infantino. Der US-Präsident habe ihm versichert, dass Iran trotz des anhaltenden Krieges im Nahen Osten bei der Fußball-WM "natürlich willkommen" sei, teilte der FIFA-Boss am Mittwoch mit. Das Team sei weiterhin "herzlich eingeladen, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen", gab Infantino nach einem Treffen mit Trump die Worte des US-Präsidenten wieder.
Alles in Ordnung also? Mitnichten. Denn fast zeitgleich äußerte der iranische Verbandspräsident erhebliche Zweifel. "Wenn die Weltmeisterschaft so aussieht - wer bei klarem Verstand würde seine Nationalmannschaft an so einen Ort schicken?", sagte Mehdi Taj im iranischen Staatsfernsehen. Immerhin soll Iran im Sommer alle drei Vorrundenspiele in den USA bestreiten, zwei in Los Angeles, eines in Seattle.
Und der Sportminister legte sogar noch nach. "Angesichts der Tatsache, dass diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, sind für uns die Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in keiner Weise gegeben", sagte Ahmad Donyamali gegenüber dem staatlichen Fernsehen in Richtung Trump: "Sie haben uns innerhalb von acht oder neun Monaten zwei Kriege aufgezwungen und mehrere Tausend unserer Landsleute getötet und zu Märtyrern gemacht". Daher habe man "definitiv keine Möglichkeit, teilzunehmen."
Zumal ein pikantes Aufeinandertreffen droht: Sollten das US-Team und Iran in ihrer Gruppe jeweils Zweiter werden, käme es am 3. Juli in Arlington/Texas zum direkten Duell - mal wieder. Schon bei den Weltmeisterschaften 1998 (2:1 für Iran) und 2022 (1:0 für die USA) hatte die "Mutter aller Spiele" die Gemüter erhitzt, in diesem Jahr hätte ein Aufeinandertreffen eine ganz besondere politische Note.

Trump betont verbindende Kraft des Fußballs

Dabei hatte Trump zuletzt erklärt, es sei ihm "wirklich egal", ob Iran an der WM teilnehmen werde. Infantino, der Trump am Rande der WM-Auslosung im Dezember den erstmals vergebenen FIFA-Friedenspreis verliehen hatte, betonte dagegen die verbindende Kraft des Fußballs.
"Wir alle brauchen jetzt mehr denn je ein Ereignis wie die WM, um die Menschen zusammenzubringen", schrieb er. Und am Nachmittag teilte das Weiße Haus mit, Trump würde eine Teilnahme des Irans "begrüßen".

WM in USA: Einreise kein Problem für Iran?

Bislang sieht die FIFA keine sportpolitischen Einschränkungen für die Teilnahme Irans. Auch die Einreise der Spieler soll kein Problem sein, obwohl Iran zu den Ländern gehört, die von einem Einreiseverbot betroffen sind. Erst am Wochenende war mehreren Spielern des jamaikanischen Vizemeisters Mount Pleasant mit haitianischem Pass die Einreise zu einem Spiel in den USA verweigert worden.
Möglich erscheint auch ein freiwilliger Rückzug des iranischen Teams. Einen solchen Schritt hatte es vor einer WM zuletzt 1950 gegeben, als Indien ebenso wie die qualifizierten Teams aus Schottland, Frankreich und der Türkei aus verschiedenen Gründen auf die Teilnahme in Brasilien verzichteten.

Taj kritisiert Umgang mit iranischem Team

Verbandsboss Taj jedenfalls ist skeptisch. Seine Äußerungen standen auch im Zusammenhang mit den Vorfällen rund um die Nationalmannschaft der Frauen, die an der Asien-Meisterschaft in Australien teilgenommen hatte. Taj machte Trump verantwortlich für die angebliche Entführung der Spielerinnen - mindestens sechs Mitglieder der Nationalmannschaft waren aus Angst vor Repressalien in Australien geblieben, nachdem sie auf das Singen der Nationalhymne verzichtet hatten.
Die Spielerinnen hatten auf eigenen Wunsch das Teamhotel verlassen und Schutz bei der Polizei gesucht. Taj sah das anders. Trump habe "Australien gedroht: Wenn ihr ihnen kein Asyl gewährt, werde ich ihnen Asyl in den USA gewähren", sagte er. Nach dem letzten Spiel habe die australische Polizei "laut unseren Informationen ein oder zwei Spielerinnen aus dem Hotel geholt". Taj ergänzte: "Wie kann man da optimistisch auf eine Weltmeisterschaft blicken, die in Amerika stattfinden soll?"
(SID)
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Quelle: Perform


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