WM - Jude Bellingham und die Nacht seines Lebens: Englands Unterschiedsspieler ist zur Prime Time voll da

Harry Kane? Ja. Aber eben nicht nur. Beim umkämpften 3:2 im WM-Achtelfinale gegen Mexiko zeigte Jude Bellingham die wohl beste Leistung seiner Länderspiel-Karriere. Zwei Tore, eine spektakuläre Rettungsaktion und unbändiger Einsatz machten den 23-Jährigen zum Matchwinner. Ausgerechnet der Spieler, der unter Thomas Tuchel seinen Stammplatz verloren hatte, ist plötzlich Englands gefeierter Held.

Knapper Sieg in Mexiko: Tuchel spricht von "unglaublicher" Leistung

Quelle: MagentaTV

"Es war die beste Nacht meiner internationalen Karriere. Einfach unglaublich. Mir fehlen die Worte."
Jude Bellingham musste nach dem dramatischen 3:2 gegen Mexiko erst einmal nach Worten suchen. Verständlich. Denn was der 23-Jährige im legendären Aztekenstadion von Mexiko-Stadt zeigte, war weit mehr als eine Gala – es war die Vorstellung eines Spielers, der England ins WM-Viertelfinale trug und dabei sämtliche Facetten seines Könnens auf den Platz brachte.
In den vergangenen Wochen schien England noch vor allem einen Plan zu haben: Harry Kane. Beim 2:1 gegen die DR Kongo erzielte der Kapitän beide Treffer und rettete die Three Lions praktisch im Alleingang ins Achtelfinale.
Doch gegen Mexiko brauchte England mehr als seinen Torjäger. Es brauchte einen zweiten Unterschiedsspieler. Und den bekam das Team von Trainer Thomas Tuchel.
Innerhalb von nur zwei Minuten schlug Bellingham doppelt zu. In der 36. Minute brachte er England in Führung, nur 138 Sekunden später erhöhte er auf 2:0. Vor allem der zweite Treffer war sinnbildlich für seinen Auftritt: Bellingham trieb den Ball mit voller Entschlossenheit nach vorne, spielte auf Kane hinaus, sprintete selbst kompromisslos in den Strafraum und grätschte den Ball schließlich über die Linie. Eine Szene voller Wille, Überzeugung und Mentalität.
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Tuchel: "Fühlt sich fast wie ein WM-Sieg an"

Quelle: Perform

Bellingham als Torschütze, Kämpfer – und Retter in der Not

Doch Bellingham überzeugte nicht nur als Torjäger. Kurz vor der Halbzeitpause wurde er selbst zum Retter. Nachdem Mexikos César Montes im Fünfmeterraum plötzlich freie Schussbahn hatte, war es Bellingham, der sich mit letzter Kraft in den Ball warf und den möglichen 2:2-Ausgleich verhinderte.
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Jude Bellingham erlebte in Mexico City eine magische Nacht

Fotocredit: Getty Images

Eine Defensivaktion, die fast so laut gefeiert wurde wie seine beiden Tore und die zeigte, warum Trainer Thomas Tuchel später von einer Mannschaft sprach, die "ein Herz" habe.
"Dieses Spiel gehört für mich zu den größten Momenten meiner Trainerlaufbahn", bilanzierte Englands Nationaltrainer nach den turbulenten 90 Minuten plus einer außergewöhnlich langen Nachspielzeit. Kaum ein Spieler verkörperte dieses Herz so sehr wie Bellingham.
Dabei hätte diese Geschichte vor wenigen Monaten kaum jemand für möglich gehalten. Seit Tuchel die englische Nationalmannschaft übernommen hatte, war ausgerechnet Bellingham seinen Stammplatz los.

Tuchel und Bellingham: Liebe auf den zweiten Blick

Der Mittelfeldspieler passte zunächst nicht mehr in das System des Deutschen, Morgan Rogers erhielt den Vorzug auf der Zehnerposition. Nach einem 2:0 gegen Albanien im November 2025 verließ Bellingham den Platz nur widerwillig, machte seinem Frust mit deutlichen Gesten Luft.
Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Die "Daily Mail" schrieb damals vom "egoistischen Star", der "wieder einmal sein wahres Gesicht" zeige.
Heute ist davon nichts mehr zu hören. Gegen Mexiko schenkte Tuchel ihm erneut das Vertrauen – und Bellingham zahlte es eindrucksvoll zurück. Hinter Kane dirigierte er das englische Offensivspiel, arbeitete unermüdlich gegen den Ball und verhinderte mit besagter Rettungsaktion womöglich den Wendepunkt der Partie.
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Englands Traum-Duo: Harry Kane und Jude Bellingham

Fotocredit: Getty Images

"Schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren"

Bellingham selbst gab zu, wie schwer es gewesen sei, in diesem Spiel die Nerven zu behalten: "Zwischen den Toren, dem Elfmeter gegen uns, dem, den wir geschossen haben, und der roten Karte ist es schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren." Genau das gelang ihm.
England hat bei dieser Weltmeisterschaft längst nicht mehr nur Kane. Die Three Lions haben nun ein Offensiv-Duo, das Spiele im Alleingang entscheiden kann.
Kane liefert weiterhin Tore, doch spätestens nach diesem Abend im Aztekenstadion ist klar: Wenn England vom WM-Titel träumt, führt der Weg dorthin ebenso über Bellingham. Seine beste Länderspiel-Nacht kam daher genau zum richtigen Zeitpunkt.
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Bellingham: "Noch nie stolzer gewesen"

Quelle: SNTV


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