WM 2026: Michael Olise im Halbfinale gegen Spanien als Fehlerquelle - was ist mit dem Bayern-Star passiert?

Mit seinem blendenden Auftritt gegen Schweden schien Michael Olise bei dieser Weltmeisterschaft eine neue Dimension erreicht zu haben. Doch seit seiner Gala in New York ist der Spielmacher der Équipe Tricolore zunehmend verblasst – gegen Spanien zeigte er im Halbfinale seine unauffälligste Leistung des Turniers. Ein Rückblick auf das unerklärliche Verschwinden des französischen Ausnahmekönners.

Deschamps findet klare Worte: "Große Enttäuschung"

Quelle: MagentaTV

An Michael Olises Leistung beim 3:0 gegen Schweden wird man sich in Frankreich noch lange erinnern. Dieser Fallrückzieher an den Pfosten, seine beiden grandiosen Vorlagen und dieser Eindruck, über dem Spiel zu schweben.
Es war der 1. Juli in New York, und das Leben war schön. Der dritte Stern war in greifbarer Nähe, während die Presse Olise mit Vergleichen zwischen Zinedine Zidane und Michel Platini überschüttete.
Doch dieser 1. Juli ist auch das Datum, an dem der Münchner beschloss, von der Bildfläche zu verschwinden.
Gegen Marokko und vor allem gegen Paraguay spielte Olise seine Stärken überhaupt nicht aus - im Mittelfeld war es zu dicht, die Gegner vor dem Tor so positioniert, dass das starke Passspiel des Offensivspielers keine Gefahr entfaltete.

Olise verschwindet von der Bildfläche

Olise war gewissermaßen im dichten Verkehr gefangen. In Spielzonen, die so verstopft waren wie die Pariser Ringautobahn zur Rush Hour .
Der Bayern-Spieler verschwand vom Fahrersitz, während seine Kumpels dafür sorgten, dass Frankreich in die nächste Runde einzog.
Das Spiel gegen Spanien sollte seine Rückkehr ans Steuer sein, stattdessen markierte es einen neuen Tiefpunkt. Er leistete sich enorme Fehler, kein Dribbling funktionierte und Pässe in den gefährlichen Bereichen verfehlten zu oft ihr Ziel.
Olise spielte tief, zweifellos zu tief. Vom spanischen Weltklasse-Mittelfeld aus Rodri und Fabián Ruiz bedrängt, schuf er in den 72 Minuten, die er auf dem Platz stand, nichts. Die "L'Equipe" bedachte ihn in der Einzelkritik mit 2 von 10 Punkten. Nur Verteidiger Lucas Digne wurde genauso schlecht bewertet.
"Olise wurde an den Tisch von Zidane und Platini gesetzt, obwohl er im Moment noch nicht einmal in der Küche steht. Was er seit Beginn des Turniers geleistet hat, hat er geleistet, weil er den Platz und den Freiraum hatte", polterte Daniel Riolo beim Radiosender "RMC".

Was ist aus dem New Yorker Olise geworden?

Mit insgesamt 0,3 xG verzeichnete Frankreich den niedrigsten Wert in einem Spiel seit mindestens 1966. Der Spielmacher dieser Mannschaft darf nicht von seiner Verantwortung freigesprochen werden.
"Wenn wir Bälle eroberten, waren die ersten Pässe, die ersten Ballkontakte technisch nicht würdig für ein WM-Halbfinale", erklärte Kylian Mbappé.
Michael Olise enttäuschte gegen Spanien

Michael Olise enttäuschte gegen Spanien

Fotocredit: Getty Images

Wer aber ist für die ersten Pässe zuständig? Das ist Michael Olise. Natürlich ist er nicht allein verantwortlich, aber er muss mit seiner Leistung gegen die Furia Roja zumindest hinterfragt werden.
Seine Statistiken zeichnen nämlich ein düsteres Bild: kein Torschuss, zwei Dribbling-Versuche, 20 Ballverluste bei 55 Ballkontakten. Der beste Vorlagengeber der WM ist meilenweit von seinem glänzenden Auftritt in New York entfernt.

Parallelen zum PSG-Spiel - und zwar doppelt

Wie konnte der beste Spieler des Turniers gerade in dem Moment fast unsichtbar werden, als Frankreich ihn am dringendsten brauchte? Bereits im Halbfinale der Champions League gegen PSG war der Ausnahmekönner unsichtbar – haben ihn diese Emotionen nun eingeholt?
"Es ist trotz allem ein WM-Halbfinale, und für viele Spieler war es das erste, das ändert nichts daran", kommentierte Didier Deschamps. Olise enttäuschte im Achtelfinale, im Viertelfinale und im Halbfinale. Wie die französische Nationalmannschaft weckte er Hoffnungen für ein Turnierende, das in Texas krachend scheiterte.
Ist er also nur ein Spieler für die kleinen Spiele? Man muss sich nur das Hinspiel zwischen PSG und dem FC Bayern im Parc des Princes ansehen, um zu verstehen, dass man mit dieser Behauptung auf dem Holzweg ist. Olise traf zwischenzeitlich zum 2:2 und zeigte, warum er zu den Besten der Welt gehört.
Das ist das Los von Michael Olise, bei dem man dennoch den Eindruck hat, dass er keine halben Sachen kennt – bei ihm gibt es nur den Triumph oder den Untergang. Im Grunde das gleiche Phänomen wie bei Frankreich während dieser Weltmeisterschaft.

Martin Mosnier ist Fußball-Experte bei eurosport.fr und begleitet die Équipe Tricolore vor Ort bei der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada.

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Quelle: MagentaTV


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