WM - Dani Olmo liefert bei Spanien im Schatten von Yamal ab: Der unsichtbare Star, der die anderen zum Leuchten bringt
Update 17/07/2026 um 10:33 GMT+2 Uhr
Wenn Spanien am Sonntag im Gigantenduell auf Argentinien trifft und nach dem Weltmeistertitel greift, wird Dani Olmo sicher keine Hauptrolle spielen. In den Vordergrund treten in der Mannschaft andere. Doch der 28-Jährige besitzt wie kein anderer die Fähigkeit, andere zum Glänzen zu bringen. Für Trainer Luis de la Fuente ist er der verlängerte Arm der Trainerbank. Was den Ex-Leipziger ausmacht.
Spanien-Torschütze Porro: "Ein Traum, der Wirklichkeit geworden ist"
Quelle: MagentaTV
Man kann fast meinen, Dani Olmo hat zehn Brüder auf dem Rasen um sich herum, mit denen er sich blind versteht. Mit Lamine Yamal tauscht er im Halbfinale gegen Frankreich einen Doppelpass im gegnerischen Strafraum mit der Hacke aus, ohne hinzuschauen, weil er weiß, wo sein Mitspieler auftauchen würde.
Auch Pedro Porro weiß, dass er sich auf Olmo verlassen kann, passt zu ihm, blitzschnell und ebenso clever spielt dieser ihm den Ball wieder genau in den Lauf - Porro überwindet Frankreichs Torhüter Mike Maignan - Tor.
Nicht umsonst bezeichnete der einstige Weltklassespieler Cesc Fàbregas Mittelfeldspieler Olmo nach dem Einzug ins WM-Finale als "Spaniens besten Spieler".
Der frühere Leipziger hat während des gesamten Turniers kein Tor geschossen - und ist doch enorm wertvoll für Trainer Luis de la Fuente. Nicht zuletzt, weil er seinem langjährigen Schützling bedingungslos vertrauen kann.
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Die neue Art Teamplayer
Wie Spanien selbst musste auch Dani Olmo erst in dieses Turnier finden, wurde in den Partien der Gruppenphase erst eingewechselt. Doch nicht erst seine brillante Leistung im Halbfinale gegen Frankreich macht ihn in der Startelf unersetzlich.
Im zentralen-offensiven Mittelfeld, wo er Pedris Platz eingenommen hat, ist Olmo ein Passverteiler wie kein anderer. Gegen Frankreich kamen in der ersten Halbzeit alle seine Pässe an. Bei manchen verwirrte er die Gegenspieler so geschickt, wie etwa Bayern-Star Michael Olise, den er in die falsche Richtung schickte, dass er den eigenen Leuten neben Raum auch noch Zeit verschafft.
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Gegen Dani Olmo hat Michael Olise im direkten Duell keine Chance.
Fotocredit: Imago
"Er weiß immer schon vor allen anderen, wo der nächste Pass hingeht", lobte etwa Kollege Ferran Torres. Im Viertelfinale gegen Belgien kam Olmo laut "El País" auf eine Passquote von 98 Prozent.
Der 28-Jährige ist der Verbindungsspieler zwischen den Linien, der sich mal fallen lässt, mal mitläuft, seinen Mitspielern aber immer kreative und gefährliche Situationen schafft, die der Gegner schwer lesen kann. "Spieler wie Dani helfen uns bei der Defensivarbeit, indem sie den Ball behaupten", sagt selbst Torhüter Unai Simon.
Olmo hat sich hochgearbeitet
Das viele Lob kommt nicht von ungefähr. Olmo besuchte Barça Nachwuchsakademie La Masia, sein Talent wurde also schon früh entdeckt. Und doch wagte er den unbequemen Schritt. Mit 15 wechselte er in die kroatische Liga zu Dinamo Zagreb, wo man dem schmächtigen Jungen ein körperlicheres Spiel beibrachte.
Mit Zagreb wurde er viermal Meister, 2020 wechselte er in die Bundesliga zu RB Leipzig, wo er direkt Stammspieler und immerhin zweimal DFB-Pokalsieger wurde.
Der Katalane spielte dort vier Jahre, wählte nicht den einfachen Weg, sondern wartete, bis er genügend Erfahrung hatte, um wieder bei seinem FC Barcelona anklopfen zu können.
Was ihn bis heute ausmacht, hat Trainer Luis de la Fuente schon 2019 beim Gewinn des U21-EM-Titels erkannt. Beide kennen sich seit Olmos Jugend.
Dani hat ein außergewöhnliches Talent, aber was ihn ausmacht, ist sein Wille, für das Team zu arbeiten.
Kreatives Mastermind unter de la Fuente
Und Olmo schätzt das Vertrauen, das er unter dem Nationaltrainer bekommt. "Unter Luis de la Fuente kann ich zentraler spielen. Er gibt mir die Freiheit, die ich brauche. Das hilft mir, das meiste aus meinem Spiel zu machen", sagte der 28-Jährige. Er hat de la Fuentes Denk- und Spielweise verinnerlicht und bringt sie nun perfekt auf den Platz.
Für Weltmeister Fàbregas versinnbildlicht Olmo vieles, wofür der spanische Fußball steht. ”Sobald Olmo in der Mannschaft steht, hat der Angriff Rhythmus, Kreativität und Zielstrebigkeit. Für mich ist er unbesiegbar”, sagte er im US-Fernsehen.
Vielleicht ist auch Spanien mit Dani Olmo unbesiegbar. Am Sonntag geht es gegen den amtierenden Weltmeister Argentinien (ab 21 Uhr im Liveticker).
Auch da wird der Blondschopf mit Sicherheit wieder den anderen die große Bühne bieten wollen.
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