WM 2026 - Marokkos Fußball-Nationalteam auf dem Weg in die Weltspitze - kommt die Krönung nicht erst 2030 im eigenen Land?

Nach dem überraschenden Einzug in das WM-Halbfinale 2022 zählt Marokko inzwischen zum erweiterten Favoritenkreis auf den WM-Titel. Dahinter steckt System: Die Nordafrikaner haben die Nachwuchsarbeit ausgebaut und Infrastruktur geschaffen, um in der Weltspitze mitspielen zu können. Am Horizont ist der Traum des kleinen Landes bereits sichtbar: den Pokal bei der Heim-WM 2030 holen. Oder früher?

Marokko-Star Hakimi vor Brasilien-Duell: "Mannschaft ist bereit"

Quelle: Perform

Diesen Elfmeter wird Brahim Díaz nicht so schnell vergessen: Per Panenka will er in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit locker in die Mitte lupfen - trifft jedoch in die Arme von Edouard Mendy. Ein bitterer Fehlschuss im Finale des Afrika-Cups. In der Verlängerung trifft stattdessen Pape Gueye zum vermeintlichen Siegtreffer für den Senegal. Die fußballverrückte Nation Marokko am Boden - aber nicht lange.
Denn zwei Monate später wird dem Senegal der Titel abgesprochen, die Spieler waren während der Partie aus Protest nach einer Schiedsrichterentscheidung in die Kabine gegangen. Erst nach Diskussionen und Tumulten waren die Spieler auf den Platz zurückgekehrt, was der afrikanische Fußballverband im Nachhinein ahndete.
Doch nicht erst durch den Titel ist Marokko eine Macht im afrikanischen Fußball. Kapitän Achraf Hakimi und Real Madrids Offensivspieler Díaz sind Superstars, der Nachwuchs auf dem besten Weg dorthin: Die U20-Nationalmannschaft gewann 2025 die Weltmeisterschaft.
Aber Marokko will mehr als nur eine Fußballmacht Afrikas sein. 2030 findet die WM in Portugal, Spanien und Marokko statt. Hat die Mannschaft gar das Potenzial, schon 2026 Weltmeister zu werden?

Der Schlüsselspieler: Achraf Hakimi

Kaum ein Verteidiger hat solch eine Strahlkraft und solch einen Einfluss auf ein Team wie der frühere Dortmunder Profi. Früher benötigte er mehr Tiefenläufe, um aufzufallen. Heute ist Hakimi ein Spielgestalter, einer, der die Bälle verteilt und den Überblick behält.
In 13 Champions-League-Spielen 2025/26 lieferte der 27-Jährige sieben Vorlagen. So ist es kein Wunder, dass Luis Enrique, Hakimis Trainer bei Paris Saint-Germain, ihn 2024 einmal mit aufzählte, als es um Stürmer ging: "Wer spielt die Nummer neun: Ousmane, Bradley, Fabian, Hakimi?"
Während Hakimi längst eine Art Nationalheld Marokkos ist, könnte Brahim Díaz einer werden. Der offensive Mittelfeldspieler durchlief alle spanischen U-Nationalmannschaften - und entschied sich 2024 nach einem A-Länderspiel für Marokko.
Spanien fehlt er als kreativer Kopf und Schnittstelle zwischen Mittelfeld und Angriff. Vielleicht gibt es für ihn die zweite Chance, einen entscheidenden Elfmeter jetzt bei der WM zu verwandeln?
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Achraf Hakimi geht bei Marokko voran.

Fotocredit: Imago

Die Hoffnungsträger: Gessime Yassine und Ayyoub Bouaddi

Neben den Stars kann sich Trainer Mohamed Ouahbi an einer Menge Jugendspieler bedienen. Die U20 gewann vergangenes Jahr den WM-Titel.
Die Chance, doppelt Weltmeister zu werden, haben deshalb Gessime Yassine von Racing Strasbourg und der erst 18-jährige Ayyoub Bouaddi, defensiver Mittelfeldspieler bei OSC Lille und Mathestudent. Beide haben den Sprung von der U20 in das Profiteam geschafft.
"Er ist ein Junge, der einen sehr guten Kopf hat. Er hat das ganze Potenzial, das ganze Talent, das er hat, gezeigt. Wir wissen, wozu er fähig ist", hatte LOSC-Trainer Bruno Genesio nach Bouaddis erstem Champions-League-Startelf-Einsatz gegen Real Madrid gesagt.
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Marokkos Ayyoub Bouaddi (r.) gegen Norwegens Alexander Sorloth.

Fotocredit: Imago

Beide stehen für die Generation an jungen Spielern, die Marokko auf ein Weltklasseniveau heben sollen. Sie wurden an der "Mohammed VI Football Academy" ausgebildet.

Marokkos Stärke: Der Glaube an mehr

Die Akademie, die zwischen der Hauptstadt Rabat und der Nachbarstadt Salé liegt, bildet junge Fußballer durch ein Vollzeitstipendium aus. Politik und marokkanischer Fußballverband arbeiten seit Jahren zusammen, um junge, talentierte Fußballer im Land und das System und dessen Infrastruktur zu fördern.
Die Früchte der 2010 gegründeten Akademie wurden 2025 mit dem Gewinn der U20-WM geerntet. Denn alle Spieler wurden dort ausgebildet und sind längst von den europäischen Topklubs begehrt.
"Warum sollten wir nicht davon träumen, die Weltmeisterschaft zu gewinnen? Geben wir diesen Gedanken an künftige Generationen weiter und glauben wir daran."
Das hatte der frühere Nationaltrainer Marokkos Walid Regragui während der WM 2022 gesagt.
Ein Satz wie ein Motto der marokkanischen Nationalmannschaft. 2030 findet die Heim-WM statt, doch schon jetzt verfügt Marokko über eine starke Mannschaft aus etablierten Spielern und jungen Talenten, die furchtlos auftreten.

Marokkos Schwäche: Komm, mach's noch einmal!

Furchtlos sollte die Mannschaft ohnehin auftreten bei der WM 2026, denn die Aufmerksamkeit ist schon jetzt ungeahnt. Zwar ein Geheimfavorit unter den ganz Großen, aber längst kein Underdog mehr.
Die "Löwen vom Atlas" werden an ihrer Leistung bei der WM 2022 gemessen - das Halbfinale ist jetzt der Maßstab. Dazu Afrika-Meister und U20-Weltmeister. Marokko ist endlich wer auf der Fußball-Landkarte und das erhöht den Druck erheblich.
Wie sinnvoll der Trainerwechsel im März war, wird sich während der WM zeigen. Walid Regragui war längst kritisch beäugt und von den eigenen Fans ausgepfiffen worden. "Die Mannschaft braucht ein neues Gesicht, neue Energie und eine neue Perspektive mit einem neuen Trainer", begründete Regragui seine Entscheidung.
Eurosport-Prognose: Marokko wird nicht über das Viertelfinale hinauskommen. Der öffentliche Druck ist groß geworden, der neue Trainer noch nicht eingespielt und die Jugend noch nicht ganz so weit für den großen Wurf. Aber die WM 2030 steht ja erst noch an.
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Causa somalischer Schiedsrichter: Das sagt Infantino

Quelle: Perform


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