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DSV-Handballer wollen bei der Europameisterschaft um Titel mitspielen
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Publiziert 07/01/2020 um 13:29 GMT+1 Uhr
Heiße Debütanten, hungrige Routiniers: Mit enormer Vorfreude und großen Ambitionen sind die deutschen Handballer am Dienstag in ihre EM-Mission aufgebrochen. Das Team träumt von der Wiederholung des EM-Märchens von 2016, die Vorzeichen sind die selben. Einer wird die Mannschaft vor dem Start der Gruppenphase der Europameisterschaft in Trondheim noch verlassen müssen.
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Kapitän Uwe Gensheimer nippte am VIP-Gate des Wiener Flughafens genüsslich an seinem Espresso, Bundestrainer Christian Prokop saß am Laptop vertieft und verdrückte dabei eine Mandarine: Die deutschen Handballer ließen es zum Start ihrer Medaillenmission betont ruhig angehen. Zumindest äußerlich, innerlich brodelte es.
"Mit dem Flug nach Trondheim geht es jetzt richtig los", sagte Debütant Patrick Zieker dem "SID". Routinier Johannes Bitter berichtete von einem "sehr guten Gefühl", kurz bevor der Charterflieger mit 17 deutschen Spielern an Bord und einer Mischung aus enormer Vorfreude und großen Ambitionen gen Norwegen abhob.
Pekeler: Viel Arbeit und ein bisschen Glück
"Wir haben eine Mannschaft, die gut zusammenpasst", begründete Teammanager Oliver Roggisch den Schritt, alle Spieler mitzunehmen. Am Mittwoch soll die Entscheidung fallen, welcher Akteur im endgültigen 16er-Kader für das Auftaktspiel gegen die Niederlande am Donnerstag fehlen wird. Es sei "sehr, sehr schwer, eine Entscheidung zu treffen", sagte Roggisch. Noch am Dienstagabend stand eine erste Trainingseinheit in Trondheim auf dem Programm.
Mit seinen fünf Turnier-Debütanten und dem unaufgeregten Auftreten nach außen weckte der DHB-Tross Erinnerungen an die legendären Bad Boys, die 2016 bei der EM in Polen sensationell triumphierten - was auch an Keeper Andreas Wolff lag, der verbal wie zu besten Zeiten die Richtung vorgab. "Wir brennen alle darauf, endlich loszulegen", sagte Wolff:
Kreisläufer Hendrik Pekeler, Abwehrchef und 2016 so etwas wie der Ober-Bad-Boy, hält den Vergleich mit der Situation von vor vier Jahren für angebracht. "Das ist sehr ähnlich. Damals haben uns auch viele Leistungsträger gefehlt", sagte Pekeler, warnte aber:
Hochmotiviertes Team
Prokop nimmt die Lust und die Gier seiner Mannschaft mit Wohlwollen zur Kenntnis. Die Vorfreude im Team sei "ungebremst", berichtete er: "Wir wissen, was wir leisten können". Trotz oder gerade wegen der sieben Ausfälle im Rückraum wirkt Prokop vor seinem dritten Turnier gelöster als in der Vergangenheit. Die öffentliche Erwartungshaltung ist ein wenig gedämpft, die Motivation dadurch aber nur noch größer. "Wir wollen aus der EM etwas richtig Gutes machen", sagte der 41-Jährige.
Beim deutschen Team von einer Rasselbande zu sprechen, wäre angesichts von sechs 2016-Europameistern und Routiniers wie Bitter und Gensheimer nicht angebracht. Und doch könnte die teils notgedrungene Verjüngungskur Gold wert sein. "Ich denke, dass wir eine sehr gute Mischung aus erfahrenen, arrivierten und jungen, hungrigen Spielern haben", sagte Wolff. Vor allem die jungen Spieler seien "unglaublich heiß".
Das kann David Schmidt nur bestätigen. Der Linkshänder vom TVB Stuttgart sprang nach dem Ausfall von Franz Semper am 30. Dezember als letzter Spieler auf den EM-Zug auf. Beim Schneewandern in den Schweizer Alpen erreichte ihn der Anruf von Prokop. "Die Integration ging schnell", sagt Schmidt, der wie Linksaußen Zieker erst am Samstag sein erstes Länderspiel absolvierte.
(SID)
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