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Prokop gibt erste Details zum EM-Kader bekannt

Prokop gibt erste Details zum EM-Kader bekannt
Von Eurosport

04/12/2019 um 15:01

Mit drei Kreisläufern zur EM, ein Kaderplatz für Martin Strobel: Bundestrainer Christian Prokop hat kurz vor der Bekanntgabe seines vorläufigen Aufgebots für die Handball-Europameisterschaft im Januar erste Fakten geschaffen. Für das Turnier in Norwegen, Österreich und Schweden plant der DHB-Coach fest mit Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler und Jannik Kohlbacher. Spielmacher Strobel ist auch dabei.

Spielmacher Martin Strobel wird nach seinem Kreuzbandriss definitiv im vorläufigen EM-Kader stehen, den Prokop am Donnerstag offiziell benennt.

EM-Ziel ist das Halbfinale

"Die Tür für Martin bleibt lange offen. Gibt es eine Möglichkeit, dass er der Herausforderung einer EM mit bis zu neun Spielen gewachsen ist, nehme ich ihn mit", sagte Prokop im Interview dem "Mannheimer Morgen". Strobel wäre "eine riesige Unterstützung für uns". Angepeiltes Ziel bei dem Turnier vom 9. bis 26. Januar ist das Halbfinale. "Wir standen bei der WM unter den letzten vier Teams. Das möchten wir nicht nur wiederholen, sondern einen Schritt weitergehen", sagte Prokop:

"Wir träumen von einer Medaille."

Wiencek, Pekeler und Kohlbacher "sind drei Topleute"

Bei den Kreisläufern Wiencek, Pekeler und Kohlbacher müsse er über eine EM-Nominierung nicht "groß darüber nachdenken. Das sind drei Topleute, die Woche für Woche ihre Leistung bringen, als Persönlichkeiten gereift und für uns unverzichtbar sind. Die drei Jungs werden dabei sein", sagte Prokop.

Natürlich wird auch Kapitän Uwe Gensheimer auf der Liste der 28 Namen stehen, aus denen er bis zum Turnier in Norwegen, Österreich und Schweden sein endgültiges Aufgebot zusammenstellen muss. Es gibt aber auch prominente Wackelkandidaten.

Zweiter Torwart hinter Wolff gesucht

Vor allem das Duell auf der Torhüterposition zwischen dem langjährigen Stammkeeper Silvio Heinevetter und Senkrechtstarter Dario Quenstedt sorgte zuletzt für Schlagzeilen - und bei Prokop für Kopfzerbrechen. Gesucht wird eine Nummer zwei, die zusammen mit Platzhirsch Andreas Wolff das EM-Gespann bildet.

"Jeder Torwart weiß von mir, was ich von ihm bis zur EM erwarte. Dabei geht es um die Leistung, aber auch um Emotionen und die Art und Weise, wie sich jemand einbringt. Die Teamchemie muss stimmen", sagte Prokop jüngst dem Mannheimer Morgen, stellte dabei aber auch klar, "dass all unsere Torhüter sich steigern müssen, damit wir für die Medaillen infrage kommen." Der Maßstab sei auf jeder Position "die Weltspitze, bei den Torhütern also Niklas Landin. Und da fehlte uns zuletzt die eine oder andere Parade."

Luxusproblem auf Rechtsaußen

Auch auf der Rechtsaußen-Position ist der Würfel noch nicht gefallen. Tobias Reichmann, Timo Kastening und Patrick Groetzki kämpfen um zwei Plätze. Für Prokop spielt auch das Verhalten im Teamgefüge dabei eine wichtige Rolle:

"Es geht auch darum, wer wie viel der Mannschaft gibt, wer sich wie einbringt."

Die öffentliche Meinung, so viel steht fest, wird bei Prokops Entscheidungen keine Rolle spielen. Den sozialen Netzwerken hat der Coach seit seiner Premieren-EM vor zwei Jahren abgeschworen. "Kein Instagram, kein Facebook mehr", sagte Prokop. Am Ende habe er sich davon nicht mehr freimachen können.

Prokop möchte den nächsten Schritt gehen

"Die Reaktionen haben mich beeinflusst, Auswirkungen auf meine Stimmung gehabt. Das alles hat Zeit und Kraft geraubt. Ohne soziale Netzwerke bin ich jetzt klarer, freier und mit mehr Energie unterwegs." Diese Energie verwendet er jetzt ganz auf das Unternehmen EM-Medaille. Nach dem vierten Platz bei der Heim-WM vor einem Jahr soll nun schließlich der nächste Schritt gelingen.

"Wenn alles passt, können wir wieder ins Halbfinale einziehen. Und diesmal möchten wir uns auch belohnen. Nach dem vierten Platz bei der WM spüre ich einen Hunger im Team, dass es diesmal etwas Greifbares mitnehmen möchte", sagt Prokop:

"Jeder Leistungssportler will am Ende eines Turniers eine Medaille, etwas Handfestes haben."

(SID)

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