Olympia 2024: Auftaktniederlage der DHB-Frauennationalmannschaft gegen Südkorea könnte schmerzhafte Folgen haben

Die 22:23 (10:11)-Niederlage der deutschen Frauen-Handballnationalmannschaft gegen Südkorea im ersten Spiel beim olympischen Turnier hat nicht nur spielerische Mängel offengelegt, sondern setzt das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch schon früh in der Vorrundengruppe unter Druck. Grund ist die Gruppenkonstellation, ein Sieg im zweiten Spiel gegen Schweden am Sonntag ist nun wichtiger denn je.

Highlights: Deutschland unterliegt bei Chancenwucher gegen Südkorea

Quelle: Eurosport

Wahrscheinlich verrieten die Tränen in Antje Dölls Gesicht mehr über die Olympia-Ambitionen der DHB-Frauen als der Blick auf die Tabelle. Denn auf den ersten Blick wirkt die 22:23-Niederlage gegen Südkorea wie ein Ausrutscher oder ein holpriger Start. Doch auf den zweiten Blick dürften im und rund um das DHB-Team die Sorgenfalten ziemlich groß sein.
In der Vorrundengruppe A hat die deutsche Mannschaft das erste von fünf Spielen verloren. Bleiben also noch vier Möglichkeiten, um genügend Punkte für einen der ersten vier Plätze zu sammeln, die das Erreichen des Viertelfinales bedeuten würden. Und das ist das erklärte Ziel der Mannschaft von Bundestrainer Markus Gaugisch. Alles gut also? Nicht so richtig!
"Wenn wir ins Viertelfinale kommen wollen, und das ist natürlich das Ziel, müssen wir gegen Südkorea gewinnen", hatte Co-Kapitänin Alina Grijseels vor dem Spiel gesagt. Das klingt ein bisschen nach einer Plattitüde und nach Tatendrang, es steckt aber eine realistische Einschätzung der Vorrundengruppe dahinter.
Denn drei der fünf Vorrundengegner sind die skandinavischen Schwergewichte Dänemark, Schweden und Norwegen. Norwegen wurde bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Dezember Zweiter und ist amtierender Europameister. Mit Stine Bredal Oftedal spielt eine der besten Spielerinnen der Welt in diesem Team.
Dänemark wurde bei der WM Dritter und ist Vize-Europameister und Schweden wurde bei der vergangenen WM Vierter und bei der EM Fünfter. Nicht zu vergessen: Im WM-Viertelfinale erwischte das deutsche Team gegen Schweden einen rabenschwarzen Tag und kam mit 20:27 unter der Räder.

Dreier-Vergleich um Viertelfinale möglich

Im Klartext: Die drei skandinavischen Teams sind die klaren Favoriten in der Gruppe A - und weil die Platzierung in der Gruppe entscheidet, gegen wen man im Viertelfinale spielt - alle wollen wohl Gastgeber Frankreich aus dem Weg gehen - werden diese Teams in alle Spiele mit höchster Motivation gehen.
Aus diesem Grund wäre es für Deutschland wichtig gewesen, die anderen beiden Teams Slowenien und Südkorea zu besiegen. Dann hätte man als wahrscheinlicher Vierter schon mal das Viertelfinale sicher.
Zwar kann man auch bei drei Niederlagen gegen Dänemark, Norwegen und Schweden die Runde der letzten Acht erreichen. Aber nur dann, wenn man gegen Slowenien gewinnt und die Sloweninnen wiederum gegen Südkorea siegen. Zusätzlich dürfen Südkorea und Slowenien ebenfalls keine Punkte gegen die Skandinavier einfahren und das DHB-Team muss den Dreier-Vergleich mit Slowenien und Südkorea gewinnen. Kompliziert also.
Das Spiel gegen Südkorea war demnach ein eingeplanter Sieg. Das verdeutlicht auch die Aussage von Xenia Smits nach dem Spiel: "Wir müssen die Punkte jetzt irgendwo anders her bekommen." Da steckt viel drin. Um komplizierte Rechenspiele zu vermeiden, wäre nun ein Sieg gegen Schweden, Norwegen oder Dänemark wichtig.
Doch die schwache Offensivleistung hat bei diesen Teams sicher keinen Angstschweiß hervorgerufen. "Es ist enttäuschend, das war zu wenig", sagte Döll. Die deutschen Frauen stehen jetzt schon nach dem Auftaktspiel gehörig unter Druck - obwohl noch vier Spiele zu spielen sind.

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"Das ist die bittere Wahrheit": DHB-Frauen verpatzen Olympia-Auftakt

Quelle: Eurosport


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