Olympia 2021 - Deutschland-Debakel im Tokio: Schmerzhafte Aussagen und der Ton wird rauer

Nach dem Debakel bei den Olympischen Spielen in Tokio ist der deutsche Handball auf der Suche nach der bestmöglichen Ausrichtung für die Zukunft. Während Ex-Nationaltrainer Heiner Brand und 2007-Weltmeister-Keeper Henning Fritz die hohe Zielstellung kritisieren, moniert DHB-Vizepräsident Bob Hanning, dass man "in der Breite diesmal nicht stark genug" aufgestellt gewesen sei. Der Ton wird rauer.

Bundestrainer Alfred Gislason im Kreis seiner Spieler

Fotocredit: Getty Images

"Wir sind uns ja einig, dass wir es nur als Mannschaft lösen können, weil uns bis auf Hendrik Pekeler in der Abwehr der absolute Unterschiedsspieler fehlt", erläuterte Hanning gegenüber der "dpa". Deutschland war bei Olympia im Viertelfinale sang- und klanglos mit 26:31 an Ägypten gescheitert.
Der Turnierverlauf sei "enttäuschend" gewesen, so Hanning.
Um die Medaillen spielen nun andere. Weltmeister Dänemark fordert im Finale den zweimaligen Olympiasieger Frankreich (Samstag ab 14:00 Uhr live im TV bei Eurosport), Ägypten und Spanien kämpfen zuvor um Bronze.
Derweil sieht sich der DHB-Vizepräsident selbst mit Kritik konfrontiert. Hanning und die Führung des DHB hatten die Goldmedaille als Ziel ausgegeben.
"Das Ziel war ausgerufen worden vor dem Gewinn der Olympia-Bronzemedaille in Rio und vor dem EM-Titel 2016. Das sollte eigentlich das krönende Ende dieser Generation sein", sagte Hanning.

Brand mit Seitenhieb auf Hanning

"Man muss festhalten, wer dieses Ziel ausgegeben hat, es waren nicht die Handballfachleute", ließ der Weltmeister-Trainer von 2007 bei "sport1" wissen. Für ihn als Sportler sei es "ohnehin uninteressant, was ein Funktionär sagt". Ein nicht misszuverstehender Seitenhieb auf Hanning.
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Viel zu wenig Dampf! Hens von Deutschland-Auftritt enttäuscht

Quelle: Eurosport

Fritz, als WM-Torhüter von 2007 einer der deutschen Handball-Helden der Vergangenheit, sieht es ähnlich. "Ich finde, damit setzt man die Mannschaft extern extrem unter Druck", so der 46-Jährige bei "sport1".
Eine derartige Zielsetzung "muss aus der Mannschaft" kommen, betonte Fritz.

Junge Wilde? Nur Knorr kann sich zeigen

Über allem schwebt nun die Frage, wie es personell weitergeht mit dem Team, das überaltert erscheint.
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Tokyo 2020 : Highlights handball Germany vs Egypt

Quelle: Eurosport

Einzig Juri Knorr ist mit seinen 21 Jahren einer der ganz jungen Spieler, die aktuell eine echte Rolle spielen in der DHB-Auswahl. "Es sind schon einige Spieler klar über 30 und einige an der Grenze", mahnte Brand.
Vor allem die Situation von Uwe Gensheimer ist brisant. Der 34-Jährige genießt als Kapitän und mit großen Verdiensten aus den vergangenen Jahren hohes Ansehen - kam aber bei Olympia meist nur für Siebenmeter auf die Platte.

Gislason: Druck vor der EM steigt

Wie auch immer Gislason seinen Kader ab sofort zusammenstellt, schon im Januar bei der Europameisterschaft in Ungarn und der Slowakei muss er beweisen, dass er die Nationalmannschaft zum Erfolg führen kann.
Bei der Weltmeisterschaft 2021 reichte es unter dem Isländer nur zur Hauptrundenteilnahme, das Viertelfinale wurde verpasst.
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Aufholjagd ohne Happy End: Deutschland verliert Kracher - Highlights

Quelle: Eurosport

Gislason habe in Tokio zwar "einen sehr souveränen Eindruck hinterlassen", lobte Brand, doch auch dem Bundestrainer ist klar: Ohne Topergebnisse wird er sich dauerhaft nicht im Amt halten können. "Die fehlenden Resultate bei den vergangenen Turnieren muss man analysieren", so Brand.
Genau das wird nun die Hauptaufgabe für Gislason in den kommenden Monaten sein.
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Top 5: Die besten Szenen zu Deutschland gegen Spanien

Quelle: Eurosport

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