Leichtathletik-WM 2023 - Deutscher 200-Meter-Sprinter Joshua Hartmann am Pranger: Lautstark getönt, dann "versagt"
Ex-Leichtathlet Ingo Froböse hat Deutschlands Topsprinter Joshua Hartmann nach dessen enttäuschendem Aus im Vorlauf über 200 m bei der Leichtathletik-WM in Budapest scharf kritisiert. Der Auftritt des 24-Jährigen sei "nicht akzeptabel" gewesen, urteilte Froböse: "Vor allem, nachdem man vorher lauthals nicht nur über das Finale getönt hat, sondern auch über Zeiten unter 20 Sekunden gesprochen hat."
Um eine Hundertstel: Hartmann scheitert im 200-m-Vorlauf
Quelle: Eurosport
Hartmann hatte im Juli bei den Meisterschaften mit einem neuen deutschen Rekord über 200 Meter (20,02 Sekunden) große Erwartungen für die WM geschürt - jenen konnte er allerdings bei den Titelkämpfen in Budapest nicht gerecht werden.
Der Kölner landete am Dienstag in seinem Vorlauf in 20,51 Sekunden nur auf Platz vier und musste seinen Medaillentraum damit frühzeitig begraben.
Zum Ärger des ehemaligen Spitzenleichtathleten Froböse, der via "Facebook" scharfe Kritik an Hartmanns Leistung übte. "20,51 Sekunden in einem 200 m Vorlauf bei einer Weltmeisterschaft und damit sang- und klanglos ausscheiden. Das ist ja wohl ein Unding", schrieb der Sportwissenschaftler und führte weiter aus:
"Vor allem, nachdem man vorher lauthals nicht nur über das Finale getönt hat, sondern auch über Zeiten von deutlich unter 20 Sekunden gesprochen hat."
Hartmann verschenkt Halbfinale leichtfertig
Dabei sah es lange danach aus, als würde Hartmann das Ticket für die nächste Runde lösen. Der 24-Jährige befand sich bis kurz vor Schluss auf Rang drei, was zum automatischen Weiterkommen ins Halbfinale nötig gewesen wäre.
Allerdings verlor er in der Folge Zeit, als er sich gut 20 Meter vor dem Ziel nach der Konkurrenz umdrehte und letztlich noch vom Schweizer William Reais kassiert wurde. Im Anschluss gestand Hartmann, dass er sich zum Ende hin zu sicher gefühlt habe.
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Joshua Hartmann
Fotocredit: Imago
Froböse bezeichnete den Auftritt der deutschen Sprinthoffnung dagegen als "nicht akzeptabel. Dabei ist natürlich ein gewisses Selbstbewusstsein absolut notwendig und sinnvoll, aber dann muss auch die passende Leistung erbracht werden", forderte der 66-Jährige und ergänzte:
"Die Bedingungen waren optimal, es war das Rennen des Jahres und dann kann man sich nicht mit so einer Zeit verabschieden."
Froböse schießt gegen DLV: "Schlimmer geht immer!"
Doch nicht nur Hartmann, sondern auch der Deutscher Leichtathletik-Verband bekam vom Sportwissenschaftler sein Fett weg.
"Schon wieder hat ein deutscher Athlet bei dieser WM versagt. Mehr braucht man jetzt wohl wirklich nicht mehr, um endlich den von vielen, auch von mir, geforderten Systemwechsel im DLV einzuleiten und die Verantwortlichen auszuwechseln", appellierte er.
Nach Ansicht des ehemaligen deutschen Vizemeisters über 100 und 200 Meter sei bereits die Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr in Eugene (USA), als die deutschen Athleten lediglich zwei Medaillen (einmal Gold, einmal Bronze) holten "schlimm gewesen, aber gerade sehen wir: schlimmer geht immer!"
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Quelle: Eurosport
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