Leichtathletik-WM 2023 - Rico Freimuth kritisiert zeitversetztes Starten der Zehnkampf-Gruppen: "Frechheit"
Während Damian Warner gerade erst seinen letzten Diskus geworfen hatte, sprang sich Leo Neugebauer bereits für den Stabhochsprung ein - diese kuriose Situation im WM-Zehnkampf von Budapest hat bei Eurosport-Experte Rico Freimuth am Samstag großen Unmut ausgelöst. "Das kann nicht sein", kritisierte der WM-Zweite von 2017 die zeitliche Ansetzung und die Gruppeneinteilungen am zweiten Zehnkampf-Tag.
Rico Freimuth hat die zeitversetzten Starts der Gruppen im WM-Zehnkampf von Budapest kritisiert
Fotocredit: Getty Images
Dass aufgrund der großen Anzahl der teilnehmenden Athleten Disziplinen wie Diskus und Stabhochsprung im Zehnkampf in zwei Gruppen ausgetragen werden, ist durchaus üblich, allein schon um den zeitlichen Ablauf des Wettbewerbs zu straffen. Dass dabei allerdings am zweiten Tag die Medallenkandidaten voneinander getrennt werden, erscheint im Sinne der Fairness zumindest fragwürdig.
Aus Sicht von Rico Freimuth ist diese Aufteilung sogar ein "Unding. Wenn man logisch darüber nachdenkt, sollten die Medaillenanwärter auf jeden Fall zeitlich, auch allein wegen den Pausen, die natürlich einen Unterschied machen, in einer Gruppe werfen und springen", kritisierte der 35-Jährige.
Dies war am Samstag in Budapest jedoch nicht der Fall. Während der nach sechs Disziplinen führende Kanadier Pierce LePage und der Dritte Leo Neugebauer in Diskus und Stabhochsprung zu Gruppe A gehörten, musste der Zweite Damian Warner in Gruppe B antreten.
Für Gruppe A begann der Diskus-Wettkampf um 11:00 Uhr, für Gruppe B erst um 11:55 Uhr.
Und weil es bereits um 12:40 Uhr für die erste Gruppe mit dem Stabhochsprung weitergehen sollte, kam es zur kuriosen Situation, dass sich nur fünf Minuten, nachdem Warner seinen dritten Versuch im Diskus absolviert hatte, bereits Neugebauer an der Stabhochsprung-Anlage einsprang. Für den Olympiasieger aus Kanada ging es dagegen erst um 13:30 Uhr mit dem Stab weiter.
Freimuth poltert: "Lächerlich vom Verband"
Im Hinblick auf den Speerwurf am Abend, bei dem Warner, Neugebauer und LePage dann wieder in der gleichen Gruppe antreten werden, bedeutet dies einen Pausen-Unterschied von 50 Minuten.
"Das ist natürlich ein Unterschied, der am Ende entscheidend sein kann", erklärte Freimuth mit Blick auf den Kampf um die Medaillen und wurde anschließend noch deutlicher: "Lächerlich vom Verband, dass sie das so machen. Wenn wir ehrlich sind, ist das eigentlich eine Frechheit."
Immerhin: Aus rein sportlicher Sicht schien Damian Warner die unterschiedliche Einteilung erstmal nicht zu schaden. Im Stabhochsprung egalisierte er mit übersprungenen 4,90 m seine persönliche Bestleistung und brachte sich angesichts seiner Qualitäten über die abschließenden 1500 Meter in eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um die Medaillen.
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5,10 m! Neugebauer findet im Stabhochsprung Leichtigkeit zurück
Quelle: Eurosport
Nach einer Saisonbestleistung im Speerwurf (63,09 m) und einem starken 1500-Meter-Lauf sicherte sich Warner am Ende Silber. Der Olympiasieger von Tokio musste sich nur dem überragenden LePage geschlagen geben. Der 27-Jährige gewann mit 8909 Punkten und stellte damit zugleich eine Weltjahresbestleistung auf.
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Neugebauers Kampf wird nicht belohnt: Die 1500 m im Zehnkampf
Quelle: Eurosport
Leo Neugebauer verpasste dagegen eine Medaille. Der 23-Jährige landete trotz einer persönlichen Bestleistung im Speerwurf (57,95) am Ende auf Rang fünf.
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Rückschlag im Medaillenkampf: Neugebauer lässt im Diskus Federn
Quelle: Eurosport
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