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Olympia 2021: Fünfkampf-Trainerin glaubt, dass Saint Boy in Tokio die falsche Trense trug
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Publiziert 10/08/2021 um 12:27 GMT+2 Uhr
Das Fünfkampf-Drama um Annika Schleu und Pferd Saint Boy ist eines der meistdiskutierten Themen der Olympischen Spiele und brachte der deutschen Sportlerin vor allem in den sozialen Medien den Vorwurf der Tierquälerei ein. Fünfkampf-Trainerin Claudia Adermann glaubt nun einen möglichen Grund gefunden zu haben, weshalb Saint Boy sich vehement weigerte, die Hindernisse zu überspringen.
Annika Schleu auf "Saint Boy" bei den Olympischen Spielen in Tokio
Fotocredit: Getty Images
Im Interview mit "Sportbuzzer" erklärte die Trainerin der beiden Olympia-Teilnehmer Fabian Liebig und Patrick Dogue, es könnte mitunter an der falschen Trense, dem Mundstück zum Einschnallen der Zügel, gelegen haben.
"Unsere Cheftrainerin Para-Reiten in Brandenburg hat sich die Bilder genau angeschaut. Das Pferd hatte keine Springreittrense, sondern eine für Polo. Die ist schärfer und im Springreiten nicht zugelassen, da sie auch auf das Genick des Pferdes Auswirkungen hat", erläuterte Adermann.
Durch die Polo-Trense könne sich das Pferd nicht wie beim Sprung notwendig strecken. Eine Verweigerung ist dann eine mögliche Folge.
Auf die Frage, warum Schleu sowie die später ausgeschlossene Trainerin Kim Raisner dies nicht im Vorfeld erkannt hätten, meinte Adermann: "Die Tiere werden von den Besitzern vorbereitet, da kann die Athletin nichts dafür und auch nicht die Trainerin, die gehen ja davon aus, dass alles richtig ist."
Trainerin Kim Raisner nach Schlag von Olympia ausgeschlossen
Hätte ein Reittrainer mit nach Tokio reisen dürfen, wäre diesem das Problem wohl aufgefallen. Es sei aber schwer, "sich in diese Situation reinzuversetzen", die bei Olympia mit besonderem Druck und Emotionen behaftet sei.
Die bis zum Reiten in Führung liegende Schleu war auf Saint Boy in Tränen ausgebrochen und hatte verzweifelt versucht, das Pferd zum Mitmachen zu bewegen - auch mit dem hinterher von vielen kritisierten Einsatz der Gerte.
Trainerin Raisner wurde nach einem Schlag gegen die Flanke des Pferdes und der Anfeuerung "Hau richtig drauf" von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.
Die Potsdamer Trainerin verteidigte Schleu dennoch vor den Vorwürfen der Tierquälerei: "Die ganze Situation wird Annika als Person überhaupt nicht gerecht. Sie arbeitet unheimlich fleißig und schenkt gerade dem Reiten große Aufmerksamkeit. Diese Bilder spiegeln überhaupt nicht das wider, wie Annika - und auch Kim Raisner - mit den Tieren sonst umgehen."
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"Hau mal richtig drauf!" Bundestrainerin will Schleu helfen und legt selbst Hand an
Quelle: Eurosport
Massive Kritik an Annika Schleu verurteilt
Schleu sei sogar eine Sprecherin der Fünfkämpferinnen, die "sich schon seit vielen Jahren genau für die Fairness im Reiten" einsetze, "damit genau solche Szenen nicht vorkommen", so Adermann.
"Wir wissen, dass unser Sport dann genau darauf reduziert wird - und das wird ihr und allen anderen Sportlerinnen und Sportlern nicht gerecht", meinte die Fünfkampf-Trainerin, die Schleu schon seit über zehn Jahren persönlich kennt.
Die massive Kritik an der Sportlerin und auch ihren Schützlingen Dogue und Liebig verurteilte Ademann: "Da wurden teilweise die ungeborenen Kinder beschimpft, so etwas müsste strafrechtlich verfolgt werden. (...) Der Aufschrei ist groß, dabei merken sie gar nicht, dass sie mit einem anderen Lebewesen genau so umgehen, was sie vorher kritisieren."
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Dogue zum Umgang mit Schleu: "Da ist mir echt schlecht geworden"
Quelle: Eurosport
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