Olympia 2021: Reit-Skandal um Annika Schleu - zwei deutsche Verbände fordern Regeländerungen

Nach dem Reit-Skandal um Fünfkämpferin Annika Schleu, deren Pferd Saint Boy verweigerte und von ihr mit der Gerte angetrieben wurde, fordern zwei deutsche Verbände, das Regelwerk zu ändern. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will damit Pferd und Reiter/innen schützen und faire Wettkampfbedingungen herstellen, der Reiterverband FN in Form von Geschäftsführer Dennis Peiler will das ebenfalls.

Annika Schleu auf einem verängstigten Saint Boy

Fotocredit: Getty Images

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sprach in einer ersten auf Twitter veröffentlichten Stellungnahme von "Szenen, die dem Ansehen der Sportart schaden. Zahlreiche erkennbare Überforderungen von Pferd-Reiter-Kombinationen sollten für den internationalen Verband dringend Anlass dafür sein, das Regelwerk zu ändern."
Dieses müsse "so umgestaltet werden, dass es Pferd und Reiter schützt. Das Wohl der Tiere und faire Wettkampfbedingungen für die Athletinnen und Athleten müssen im Mittelpunkt stehen."
Auch der Reiterverband FN reagierte auf die skandalösen Vorfälle beim Fünfkampf.
Als Fachverband für den Pferdesport sehe man "die Reiterei im Modernen Fünfkampf kritisch. Unser Verständnis der Reiterei liegt in der Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd und nicht darin, das Pferd als Sportgerät zu betrachten", sagte FN-Geschäftsführer Dennis Peiler.
Die Bilder, die man gesehen habe, zeigen "eine klare Überforderung von einigen Reiterinnen und Pferden", erklärte Peiler weiter.
Aus Sicht der FN müsse "das Regelwerk dieser Sportart so gestaltet sein und angewendet werden, dass Reiter und Pferd geschützt werden. Hier besteht beim Modernen Fünfkampf offensichtlich dringender Handlungsbedarf."

Auch Werth fordert Neuerungen

Reit-Legende Isabell Werth sagte derweil über Annika Schleu: "Sie ist ein Opfer des Systems im Fünfkampf, das gilt es dringend zu überarbeiten."
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Bereits vor Schleu-Ritt: Saint Boy verweigert mehrfach bei ROC-Reiterin

Quelle: Eurosport

Dieses System erlaubte es, ein Pferd, das mit einer Reiterin zuvor bereits dreimal verweigert hatte, erneut zum Einsatz zu bringen.
Schleu habe sich sogar noch mit der Pferdebesitzerin ausgetauscht, berichtete Lena Schöneborn, Olympiasiegerin von 2008 in Peking.

Pferdebesitzerin hatte ungute Vorahnung

"Und die hat gesagt, irgendwas stimmt da nicht, Annika solle schnell einreiten und galoppieren." In so einem Moment, forderte Schöneborn, müsse "die Möglichkeit bestehen, das Ersatzpferd zu nehmen".
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Eurosport-Experte erklärt: Regeldetail verhinderte Pferdtausch bei Schleu

Quelle: Eurosport

Werth sah sich derweil in ihrer Meinung bestärkt. "Fünfkampf hat nichts, aber auch gar nichts mit Reiten zu tun", sagte sie dem SID: "Die Pferde sind ein Transportmittel, zu denen die Athleten keinerlei Bezug haben. Denen kann man genauso gut ein Fahrrad oder einen Roller geben."
(mit SID)
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Quelle: Eurosport

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