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Olympia 2021: Fünfkampf-Trainerin Kim Raisner wehrt sich gegen Vorwürfe der Tierquälerei
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Publiziert 08/08/2021 um 09:49 GMT+2 Uhr
Fünfkampf-Bundestrainerin Kim Raisner hat sich nach ihrem Ausschluss bei den Olympischen Spielen zum Zwischenfall um Annika Schleu und dem Pferd "Saint Boy" geäußert. Im Interview mit der "dpa" wehrte sich die Trainerin gegen Vorwürfe der Tierquälerei: "Ich bin weit davon entfernt, Tiere zu quälen. Ich liebe Tiere, ich liebe Pferde, genauso wie Annika. Wir verdreschen unsere Pferde nicht."
Kim Raisner (links) wurde vom Weltverband verwarnt
Fotocredit: Getty Images
Jedoch sah Kim Raisner auch ein, dass ihr Verhalten "zu harsch" gewesen sei. Die Kritik - vor allem aus den Sozialen Medien - sei aber ebenfalls "zu hart" gewesen, betonte die Fünfkampf-Trainerin.
Raisner war nach ihrem Faustschlag gegen "Saint Boy" und der Aufforderung an Schleu mit den Worten "Hau mal richtig drauf!" von Olympia ausgeschlossen worden.
Dass sie selbst das Pferd geschlagen hatte, "hätte nicht sein müssen", sagte Raisner. Der "Klaps", wie die 48-Jährige es nannte, sei aber "nicht doll" gewesen.
Raisner versuchte auch die Reaktion von Schleu zu erklären, die auf dem ihr zugelosten Pferd in Tränen ausgebrochen war. Die deutsche Fünfkämpferin habe einfach gemerkt, dass "Saint Boy" "gar nicht" wollte, so die Bundestrainerin.
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"Hau mal richtig drauf!" Bundestrainerin will Schleu helfen und legt selbst Hand an
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Annika Schleu bekommt Hass-Nachrichten
"Da war einfach Verzweiflung da. Natürlich fordere ich da auf, dass sie als Reiterin die Möglichkeiten, die sie hat, nutzt, und mit den Hilfen, die da sind, versucht, das Pferd aus der Ecke zu bekommen", erklärte Raisner. Die bis zum Springreiten führende Schleu verlor nach dem verkorksten Ritt alle Chancen auf Edelmetall.
Im Netz wurde die deutsche Fünfkämpferin daraufhin mit Hassnachrichten überschüttet, weshalb Schleu ihren Instagram-Account löschte. Unter anderem die Vereinigung "Athleten Deutschland" sprang der 31-Jährigen zur Seite und kritisierte die Beschimpfungen als "inakzeptabel und aufs Schärfste zu verurteilen".
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In einem Statement hieß es aber auch: "Kritik an den Vorkommnissen im Wettkampf ist völlig legitim und sollte Anlass zu einer Debatte um Änderungen des Reitreglements sein. Der Weltverband UIPM muss jetzt handeln, um den Schutz der Tiere und angemessene Wettkampfbedingungen für die Athlet*innen in Zukunft zu gewährleisten."
Kim Raisner verteidigt Regularien
Raisner wurde ebenfalls das Ziel von Angriffen: "Ich habe Nachrichten bekommen wie 'Auf dich müsste man draufhauen' und all sowas. Das sind schon Angriffe. Da fallen auch Ausdrücke, sowas wie 'Miststück', das ist nicht nett, das zu lesen." Besonders schlimm habe es aber sicherlich Schleu getroffen, so die Trainerin.
Dass Schleu ihr Pferd nicht wechseln durfte, sei ein Teil des Fünfkampfs, betonte Raisner: "Ich weiß, dass das immer wieder zu Diskussionen führt, auf einem fremden Pferd, aber das bringt dieser Sport mit, das macht unsere Sportart aus. Bei Olympia guckt die ganze Welt zu und dann wird immer sehr schnell über eine ganze Sportart geurteilt."
Alfons Hörmann, der Präsident des DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund), meinte nach den Vorkommnissen: "Das internationale Regelwerk bedarf dringend einer Überholung. Es schadet dem Ansehen von Sportart und Sportlern."
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