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Corona-Sorgen im deutschen Team nach erste positiven Fall: Angst vor Infektion und geplatzten Olympia-Träumen
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Publiziert 24/01/2022 um 18:39 GMT+1 Uhr
Andreas Wellinger hat es bereits erwischt. Franziska Preuß und Axel Jungk müssen zittern, weiteren Athletinnen und Athleten bleibt nur die Hoffnung auf negative Testergebnisse. Im deutschen Lager geht auf der Zielgeraden zu den Winterspielen die Corona-Angst um - zumal es bereits den ersten Fall im Lager des DOSB gibt: Ein Betreuer wurde positiv getestet, wie der Verband am Montag mitteilte.
Andreas Wellinger
Fotocredit: Getty Images
Jahrelange Vorbereitung wäre mit einem positiven PCR-Test dahin, der Traum zerstört. So wie bei Skisprung-Olympiasieger Wellinger, der seinen Platz in der Mannschaft verlor, weil er sich in der Vorbereitung ansteckte. So wie womöglich auch bei Skeleton-Pilot Jungk und Biathletin Preuß, deren Olympiastarts ein Wettlauf gegen die Zeit werden. Weitere Fälle vor dem Aufbruch zum Saisonhöhepunkt sind wahrscheinlich.
Und selbst nach der Landung ist die Gefahr nicht gebannt. Die chinesischen PCR-Tests reagieren sensibler auf das Virus, wer in Deutschland negativ war, könnte in Peking trotzdem isoliert werden. Der deutsche Betreuer etwa wurde am Sonntag in Zhangjiakou positiv getestet, wo unter anderem Biathleten und Skispringer um Medaillen kämpfen werden. Die betroffene Person sei symptomfrei und befinde sich in einem Quarantäne-Hotel. Von den 148 deutschen Athletinnen und Athleten ist noch niemand in China, der erste Flug geht am Mittwoch.
"Die Chinesen machen keine Kompromisse", sagte Chefmediziner Wolfgang Schobersberger dem österreichischen Kurier, "Einzelfälle sind Einzelschicksale, so ist die chinesische Mentalität." Mittlerweile bekommen die Einzelfälle aber Namen - und Wellinger ist einer der prominentesten. Das Risiko, dass Wellinger seine Teamkollegen ansteckt oder in Peking in Quarantäne muss "wollen wir nicht eingehen", sagte Bundestrainer Stefan Horngacher. Während das Virus mitreisen könnte, hat die Unsicherheit längst ihren festen Platz im Gepäck der Athletinnen und Athleten gefunden.
Das Internationale Olympische Komitee, das sich damit rühmt, die Spiele trotz der Corona-Pandemie für die Sportler auszurichten, gerät in Erklärungsnot - und hat gemeinsam mit dem Organisationskomitee reagiert. Der CT-Richtwert, der die Viruslast im Körper anzeigt, wurde von 40 auf 35 gesenkt. In Deutschland gilt die Grenze von 30, Getestete gelten ab diesem Wert als nicht mehr ansteckend.
Fragen nach Manipulationen stellen sich
Dazu kommen die berechtigten Fragen nach möglichen Manipulationen, auf die das IOC bislang keine schlüssige Antwort gefunden hat. Nach DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier äußerte auch Michael Hölz, Präsident von Snowboard Germany, seine Sorgen. "Ich habe Bedenken, dass wir in China sportlich faire Wettkämpfe sehen", sagte Hölz in einem Podcast des Verbandes.
"Der Wolfi hat absolut recht", meinte Hölz. "Wir wissen, wie in Ländern dieser Verfassungen mit dem Thema Doping umgegangen wird", betonte der Professor, der jahrelang Aufsichtsrats- und Kuratoriumsvorsitzender der Nationalen Anti Doping Agentur war: "Der Vergleich zwischen Doping- und Corona-Kontrollen ist absolut statthaft." Daher habe er "sportlich die größten Bedenken".
Das IOC begegnet den Bedenken mit seiner Medizinkommission, deren Kopf Brian McCloskey unermüdlich darauf hinweist, dass die PCR-Tests in Peking nach internationalen Standards und "mit hochwertigen Geräten" durchgeführt werden. Er verspricht: "Wir werden so genau wie möglich sein, um sicherzustellen, dass wir Covid nicht in das System des geschlossenen Kreislaufs lassen, aber gleichzeitig keine Menschen ausschließen, die nicht wirklich ansteckend sind."
Ob dieser Spagat gelingen kann? Rodel-Ikone Georg Hackl hat da seine Zweifel. "Gerade in einem Gastgeberland, das derart drastisch mit der Pandemie umgeht, bei PCR-Tests deutlich niedrigere Grenzwerte als in Deutschland ansetzt, Sportler noch kurz vor dem Start von der Eisbahn holt und in Quarantäne sperrt, ist ein Großereignis wie Olympia doch überhaupt nicht durchführbar", sagte er in der "Welt am Sonntag".
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(SID)
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Quelle: Olympic Channel
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