Die deutschen Skeleton-Fahrerinnen haben sich bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in St. Moritz auf die Podestplätze gekämpft.

Josefa Schellmoser und Sissi Schrödl haben dem Jugend Team Deutschland bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in St. Moritz weitere Medaillen beschert. Während Schellmoser mit nur drei Hundertstel Platz eins denkbar knapp verpasste, den sie sich zuvor im ersten Lauf gesichert hatte, fuhr Schrödl auf Rang drei und verteidigte ihre Vorlaufposition. „Es war eine mega Stimmung hier und dann noch eine Medaille zu holen, ist unglaublich“, sagte die Silber-Gewinnerin, deren Teamkollegin Schrödl mit dem Podestplatz erst gar nicht gerechnet hatte: "Im Training lief es nie so gut, da kamen schon die ersten Sorgengedanken auf. Aber zum Wettkampf sind die Gedanken ganz anders. Damit hat es ja dann auch geklappt."

Olympische Jugend-Winterspiele
Zweimal Gold für deutsche Rodler
18/01/2020 AM 08:48

Mannschaftskollegin Nele Kaschinski zeigte im Vergleich zu den Trainingsläufen ebenfalls eine verbesserte Leistung und beendete das Rennen auf dem zehnten Platz. "Nele hat auch ein super Ergebnis geliefert. Sie hat heute die beste Leistung der vergangenen zwei Wochen gezeigt.", konstatierte Anja Selbach, Skeleton-Bundestrainerin für den Jugendbereich.

Insgesamt zollte Selbach ihren Athletinnen großen Respekt: "Dass sich die Mädels nach den durchwachsenen Trainingsleistungen dermaßen zusammengenommen haben, zwei solche Läufe fahren und dann mit zwei Medaillen Heim gehen, ist Weltklasse."

Morgen geht es in Sankt Moritz mit den Skeleton-Wettbewerben der Männer weiter.

Monobob: Harms sichert sich Bronze

Am vorletzten Wettkampftag der Youth Olympic Games in St. Moritz hat Monobob-Pilotin Celine Harms dem Jugend Team Deutschland eine weitere Medaille beschert.

Im Monobob der Mädchen belohnte sich Harms mit Bronze. Dass sie mit nur einer Hundertstel die Silbermedaille verpasst hatte, störte Harms ganz und gar nicht. Die Monobob-Pilotin, die im ersten Lauf auf Platz zwei gefahren war, überraschte sich selbst mit einem sensationellen Rennen. "Damit habe ich wirklich nicht gerechnet, ich bin wirklich mega happy. Ich hatte den Plan, in die Top sechs zu kommen. Dass es wirklich Bronze geworden ist, ist unbeschreiblich", sagte Harms. Ihre Teamkollegin Maja Wagner schaffte es mit Platz vier nur knapp nicht auf die Medaillenränge.

Rene Thierfelder, verantwortlicher Trainer für Monobob in Sankt Moritz zeigte sich durchweg mit den Leistungen seiner zwei Pilotinnen: "Es war ein sehr spannendes Rennen der Mädchen. Schade, dass es für Maja knapp nur zu Platz vier gereicht hat, aber ich bin mit beiden Mädels total zufrieden. Sie haben beide ihre Leistung super in der Bahn abgerufen und sind wunderbar gefahren. Wir sind rundherum glücklich."

Skispringen: Keine vorderen Platzierungen bei windigen Bedingungen

Die deutschen Skispringer*innen haben bei der Medaillenvergabe im Einzelspringen von Les Tuffes kein Wörtchen mitreden können. Das beste deutsche Ergebnis im Auftaktspringen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen erzielte Anna Jäkle mit Rang zwölf.

Am Sonntag starteten die Skispringer*innen mit ihren Einzelwettkämpfen in die Olympischen Jugend-Winterspiele in Lausanne. Im französischen Nordic Center von Les Tuffes waren die Mädchen sowohl im ersten, aber auch besonderes im zweiten Durchgang mit extrem schwierigen Windbedingungen konfrontiert. Die Temperaturen bewegten sich im Minusbereich und der Zeitplan wurde stark durcheinandergewirbelt. "Es ist kalt. Die Athletinnen stehen oben lange im Wind und in der Kälte und wir mussten teilweise zwei bis dreimal vom Balken. Das macht es nicht leicht", erklärte Trainerin Stefanie Daxeder. Den ersten Durchgang beendeten die für das Jugend Team Deutschland startenden Michelle Göbel und Anna Jäkle auf den Plätzen zehn und 14.

Im zweiten Durchgang konnte die erste Hälfte des Teilnehmerfeldes ohne große Unterbrechungen springen, aber kurz bevor der deutsche Skinachwuchs an der Reihe war, wehte Schnee auf die Skisprungschanze und der Wettkampf musste von nun an durch den Wind bedingt immer wieder unterbrochen werden. Jäkle schaffte es schließlich mit einer Gesamtpunktzahl von 179,7 Punkten auf den zwölften Platz. Direkt dahinter platzierte sich die zweite deutsche Skispringerin Michelle Göbel mit 177,6 Punkten. "Aus dem Training zufolge hätte ich mir mehr erwartet, aber so wie es jetzt gelaufen ist, bin ich mit der Platzierung auch zufrieden. Ich bin jetzt einfach froh bei den Olympischen Winterspielen dabei gewesen zu sein", so Göbel in der Mixed-Zone. Die Goldmedaille bei den Mädchen ging an die Russin Anna Shpyneva. Josephine Pagnier aus Frankreich und Stepanka Ptackova aus Tschechien folgten auf den Plätzen zwei und drei.

Bei den Jungen musste der Probesprung aufgrund des Rückstands im Zeitplan und wegen der anhaltend unsicheren Windbedingungen gestrichen werden. Los ging es unmittelbar mit dem ersten Wettkampfsprung. Unter den 37 Teilnehmern waren mit Luca Geyer und Finn Braun auch zwei deutsche Skisprung-Asse vertreten, die sich in erster Linie auf sich selbst und ihre Sprünge konzentrierten. Platzierungserwartungen wurden zumindest öffentlich nicht gestellt. Der erste Durchgang verlief durchwachsen. Luca Geyer flog mit 101,4 Punkten auf Platz 19, Finn Braun folgt knapp dahinter auf Platz 21. "Im ersten Sprung hatte ich extremes Pech mit den Bedingungen. Ich hatte viel Rückenwind, hatte glaube ich vom ganzen Feld die schlechtesten Bedingungen. Einfach abhaken und weitermachen", versuchte Braun seinen ersten Durchgang in Worte zu fassen. Im zweiten Springen lief es für die deutschen Skispringer erheblich besser. Geyer und Braun schlossen den Wettkampf auf dem dreizehnten und siebzehnten Platz ab. Marco Wörgötter (Österreich), Mark Hafnar (Slowenien) und David Haagen machten die ersten drei Plätze unter sich aus.

"Sicherlich haben wir uns das ein oder andere mehr erhofft, aber es geht eben nicht immer alles auf. Wir werden den Kopf nicht hängen lassen", fasst eine nachdenkliche Trainerin Stefanie Daxeder zusammen.

Skicross: Sechs von sieben Läufen gewonnen - trotzdem nur Platz fünf

Sebastian Veit präsentierte sich bei den heutigen Cross-Wettbewerben der Ski Freestyler in Topform. Nachdem er sechs seiner sieben Läufe des heutigen Tages gewann, reichte es trotzdem "nur" zum fünften Platz – doppelt ärgerlich, weil er in Führung liegend stürzte. Auch die beiden anderen Deutschen platzierten sich in den Top-Ten.

Auch das minutenlange Diskutieren und Hoffen brachte nicht den gewünschten Erfolg: Die Jury blieb bei ihrer Entscheidung und Sebastian Veit schied im Halbfinale aus. Doch was war passiert? Nach der ersten Zwischenzeit lag der junge Deutsche, nachdem er zuvor alle seine sechs Vorrundenläufe gewonnen hatte, auch in seinem Halbfinal-Lauf in Führung. Doch ins Ziel fuhr er als Vierter, weit abgeschlagen hinter seinen drei Konkurrenten.

"Das musste nicht sein, das war unfair gefahren vom Schweden", so Veits Kommentar nach dem Rennen. Laut dem schwedischen Trainer hatte sein Schützling versucht, den Deutschen zu überholen, merkte dann aber, dass er zu langsam ist und brach das Manöver ab. Dabei fuhr er Veit auf den Ski, wodurch dieser stürzte – und seiner Chance auf die Medaillen beraubt wurde.

Sein Fazit des Renntages fiel deshalb zwiegespalten aus: "Auf der einen Seite ist es traurig, dass ich nach den Vorläufen nicht in das große Finale gekommen bin. Auf der anderen Seite weiß ich, dass ich ein gutes Rennen gefahren bin und kann mir deshalb nichts vorwerfen."

Sein Teamkollege Kilian Himmelsbach steigerte sich mit zunehmender Renndauer und gewann seine letzten beiden Läufe, schied aber trotzdem nach den Vorrundenläufen aus. In der Endabrechnung belegte er den neunten Rang.

Die einzige weibliche deutsche Teilnehmerin, Nina Walderbach, sammelte in der Vorrunde 15 Punkte und schied damit denkbar knapp, ebenfalls vor den Halbfinals, aus. Sie wusste genau woran es gehapert hatte: "Im dritten Heat habe ich es vergeigt, weil ich bei den Sprüngen nicht gut gelandet bin", so Walderbach nach der Vorrunde. Nur ein Platz weiter vorne hätte zur Halbfinal-Teilnahme berechtigt.

Langlauf Sprint: Lara Dellit mit einem starken vierten Platz

Ein Tag nach einem guten Auftritt beim Langlauf Cross haben die deutschen Langläufer*innen bei den Olympischen Jugend-Winterspielen auch im Sprint überzeugt.

"Vier im Halbfinale, Eine im Finale, das ist eine tolle Ausbeute", freute sich Trainer Jens Filbrich daher auch über die Leistungen seiner Schützlinge. Das beste Ergebnis lief Lara Dellit heraus, die es bis ins Finale schaffte, obwohl sie eigentlich eher eine Spezialistin im klassischen Stil ist. Dort konnte sie dann allerdings nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Es sprang aber ein hervorragender vierter Platz heraus.

"Ich bin schon ein wenig traurig, dass es nicht zu einer Medaille gereicht hat. Aber das ich ins Finale komme, hätte ich vorher nicht gedacht", sagte Dellit nach dem Rennen. Ihre Kolleginnen Germana Thannheimer und Helen Hoffmann liefen bis ins Halbfinale.

Bei den Jungs schaffte es Elias Keck bis in die Vorschlussrunde, zum Finaleinzug reichte es aber nicht. Simon Jung und Marius Kastner scheiterten im Viertelfinale.

Eishockey Mädchen: Deutschland verliert knapp 1:2 gegen die Slowakei

Die deutsche U16-Eishockey-Mädchenmannschaft hat bei den Olympischen Jugend-Winterspielen beim Sechs-Nationen-Turnier das Halbfinale verpasst.

Die Tür zum Halbfinale stand dabei bis zehn Minuten vor Schluss des Vorrundenspiels gegen die Slowakei weit offen. Nach einer couragierten Leistung führte die DEB-Auswahl im entscheidenden Spiel durch ein Tor von Kapitänin Katharina Häckelsmiller mit 1:0. Häckelsmiller hatte Mitte des zweiten Drittels die slowakische Torhüterin aus spitzem Winkel überwunden. Danach hatten die Deutschen gegen Ende des Mittelabschnittes sogar die Chance auf 2:0 zu erhöhen. Doch in einem Überzahlspiel verhinderte die Latte und die slowakische Torhüterin einen weiteren deutschen Treffer.

Im Schlussabschnitt überließen die deutschen Mädchen allerdings den Slowakinnen zu viel die Initiative, was zehn Minuten vor Schluss das erste Mal bestraft wurde. Ema Donovalova nutze einen Abpraller zum Ausgleich. Vier Minuten später nutzte Barbora Kapicakova einen Fehler im deutschen Aufbau zum Siegtreffer. Die Deutschen stemmten sich am Ende gegen die Niederlage, doch auch in einem Überzahlspiel und mit der Torhüterin vom Eis wollte kein Treffer mehr fallen.

Curling Mixed-Doubles: Kim Sutor und Benjamin Kapp ausgeschieden

Für den deutschen Curling-Nachwuchs hat es am heutigen Tag zwei bittere Niederlagen im Mixed-Doubles-Turnier gegeben. Benjamin Kapp verlor mit seiner slowenischen Partnerin Sara Rigler 5:8 gegen ein Duo aus Großbritannien und Tschechien. Nach einem 0:6-Rückstand nach dem vierten End kämpften sich Kapp und Partnerin wieder heran, aber am Ende reichte es leider nicht mehr für die Wende.

Auch Kim Sutor musste mit ihrem amerikanischem Partner Charlie Thompson die Segel streichen. Gegen ein Duo aus Frankreich und Norwegen hieß es am Ende 5:7. "Auch hier war es eine Millimeterentscheidung. Das ist echt ärgerlich", sagte Trainer Andreas Kapp.

Absage: Ski- und Snowboard-Wettbewerbe verschoben

In Leysin machte zu starker Wind die Wettbewerbe der Slopestyler auf Snowboard und Skiern heute unmöglich. Die Wettbewerbe sind auf morgen, Montag 20. Januar, verschoben.

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