Die Videos zeigen, wie sich ein namentlich nicht genannter Betreuer der Dopingkontrollstation über einen längeren Zeitraum alleine und unbeobachtet in einem Raum befindet, in dem sensible Unterlagen und Behälter mit Dopingproben gelagert sind. Die Person blättert dabei in den Dokumenten und öffnet einen Kühlschrank, in dem sich Urinproben befinden sollen.
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte in ihrem unabhängigen Prüfbericht eingeräumt, dass es nicht verschlossene Kühlschränke und unbewachte Zugänge gegeben habe. Dies sei jedoch nur in Einzelfällen vorgekommen. Die ARD-Dopingredaktion berichtete jedoch am Sonntag, dass dies "keineswegs nur vereinzelt" vorgekommen sei. Ihr lägen "zahlreiche Videos" vor, die Gegenteiliges beweisen.

Das Labor hat nicht funktioniert

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Der deutsche Sportrechtsexperte Michael Lehner kommt daher in dem ARD-Bericht zu der Schlussfolgerung, dass das "Labor nicht funktioniert hat. Die minimalen Standards, wie auch von der WADA vorgegeben, sind nicht eingehalten", sagte er und fügte mit Blick auf mögliche juristische Konsequenzen an:
Da ist eine große Chance auf Freispruch. Einfacher geht es eigentlich nicht zu sagen: Jede Probe, die dort im Dopinglabor war, ist nicht verwertbar.
In Pyeongchang hatte es vier Dopingfälle gegeben. Der japanische Shorttracker Kei Saito, der slowenische Eishockeyspieler Ziga Jeglic, der russische Curler Alexander Kruschelnizki und die russische Bobfahrerin Nadeschda Sergejewa lieferten alle positive Dopingproben ab und wurden von den Wettbewerben ausgeschlossen.
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