Scharfe Kritik an geplanter Fusion von Lotto und Intermarché-Wanty: "Die Fahrer sind Geiseln dieser Situation"
Publiziert 07/11/2025 um 15:24 GMT+1 Uhr
Die geplante Zusammenführung von Lotto und Intermarché-Wanty führt bei den Fahrern zu viel Unsicherheit. Denn alle Profis haben im neuen Team keinen Platz. Adam Hansen, Vorsitzender der Fahrergewerkschaft CPA, kritisierte bei "Sporza" die Herangehensweise: "Die Teams können entscheiden, ob sie einen Fahrer behalten wollen oder nicht, aber der Fahrer selbst kann nichts unternehmen, um zu wechseln."
Werden Arnaud De Lie (m.) und Biniam Girmay (r.) bald Teamkollegen?
Fotocredit: Getty Images
Als World-Tour-Team dürfe man maximal 30 Fahrer unter Vertrag nehmen, so der Ex-Profi. Doch Lotto und Intermarché kommen zusammen aktuell auf 43. "Das ist aus Sicht des neuen Teams eine Traumkonstellation, denn es kann einfach auswählen, mit wem es weitermachen will und mit wem nicht."
"Aus Sicht der Fahrer ist das jedoch unfair, denn sie sind Geiseln dieser Situation", erläuterte Hansen, der zwischen 2012 und 2020 für Lotto gefahren war, die schwierige Situation. "Solange sie einen laufenden Vertrag haben, können sie das Team nicht verlassen. Und so müssen sie weiter auf Neuigkeiten warten."
Er habe daher ein Gespräch mit den beiden Teams sowie dem Weltverband UCI organisiert. "Dort haben wir eine Liste der Fahrer gefordert, die gehen müssen. Das war hart. Die Fahrer vertrauen ihrem Vermittler, aber das Team war nicht nur gegenüber den Fahrern unfair, sondern auch gegenüber den Vermittlern."
Selbst Fahrer, die sicher gewesen seien, hätten bei ihm nachgefragt, "ob sie nun dabei waren oder nicht. Das zeigt, wie schlecht die Kommunikation zwischen dem Team und den Fahrern ist."
Adam Hansen hofft auf neue Regelungen
Ein weiterer Profi habe wechseln wollen und schon ein neues Team gefunden. Doch zum Wechsel kam es nicht: "Man wollte ihn nicht gehen lassen, weil sie weiterhin zweifelten, ob sie ihn vielleicht doch behalten sollten."
Lotto und Intermarché seien daher gegenüber der UCI und auch der Fahrergewerkschaft "nicht ganz ehrlich" gewesen. Das Problem ist aus Sicht von Hansen das belgische Arbeitsrecht, das in diesem Fall zum Tragen kommt. "Dieses Gesetz erlaubt es den Teams, sogar bis zum 31. Dezember zu warten, um den Fahrern Bescheid zu geben. Das ist die traurige Wahrheit", erklärte der Australier.
Für die Zukunft erhofft sich Hansen "ein besseres Protokoll" für solche Fusionen, "bei dem die Fahrer viel früher Klarheit erhalten". Wenn ein Fahrer erst im Oktober oder November erfahre, ob er Platz im Team habe, "dann liegt der Fehler beim Team. Alle Kader sind bereits für 2026 voll, und das ist nicht fair."
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Quelle: Eurosport
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