Nicht neu ist, dass das belgische Weltklasse-Team Deceunick-Quick-Step seit Jahren nur mit Mühe Sponsoren für die jeweils nächste Saison findet. So gab Lefevere letzten Monat bekannt, dass die Verträge von 26 Fahrern zum Ende der Saison auslaufen. Nur für Yves Lampaert, Mauri Vansevenant, Julian Alaphilippe und Remco Evenepoel gäbe es Optionen bis 2024.
Der Teammanager behauptete nun, dass die Jagd auf seine Fahrer begonnen habe. "Der selbsternannte König der Jagd ist Ralph Denk von Bora-hansgrohe. Er schickt meinen Fahrern Vertragsvorschläge auf offiziellem Briefpapier seines Teams“, behauptete Lefevere in der Kolumne, in der er dazu die Frage stellte: "Ist das legal? Vielleicht, aber moralisch in Ordnung ist es bestimmt nicht!"
Lefevere schilderte ein Treffen mit Denk im Januar in einem Vier-Sterne-Hotel in Brüssel, bei dem der Deutsche nach dem Preis für die Übernahme von Deceuninck-Quick-Step gefragt haben soll. "Er erklärte, dass Willi Bruckbauer, der Firmen-Chef von Bora, Remco unbedingt übernehmen wollte. Der einfachste Weg wäre offenbar, das gesamte Team zu kaufen. Es war ihm ernst", so Lefevere, "denn er wollte auch wissen, welche Rolle ich bei dieser Konstruktion noch spielen könnte."
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Denk schießt gegen Lefevere zurück

Dieser Darstellung widersprach Ralph Denk vehement. In einer Stellungnahme an "Radsport-news.com" schrieb der Teammanager von Bora-hansgrohe: "Wenn Patrick durch solche Geschichten Druck gegenüber seinen Sponsoren aufbauen möchte, dann kann das eine Strategie sein. Wenn man dabei Unwahrheiten verbreitet, um sich selbst damit in den Medien aufzuspielen, dann ist das in jedem Fall nicht Gentleman like."
Stattdessen betonte der offensichtlich verärgerte Denk: "Es stimmt, dass wir gesprochen haben. Ich wollte wissen, wie es um sein Team steht, und er meinte schlecht. Dann habe ich gefragt, wie es mit Remco weitergeht, wenn Deceuninck-Quick-Step zusperren sollte, da hat er mir von seiner Option erzählt und diese mit zwei weiteren Fahrern in Aussicht gestellt. Der Kauf des Teams war nie Thema und ist völlig uninteressant. Was soll denn ein Team wert sein, dass keine Fahrer- oder Sponsorenverträge hat? Wir haben mit Bora-hansgrohe schon ein erfolgreiches Team, bei dem wir langfristig planen.“
Lefevere beteuerte in seiner Kolumne zudem, dass er nicht ans Aufgeben denke. "Mein Ziel ist, das Team selbst weiterzuführen. Ich spreche mit meinen Sponsoren darüber. Die Frist, an die ich heute denke, ist der 31. März." Der Belgier fügte an, dass er Denk versprochen habe, ihn als ersten zu informieren, wenn er keine neuen Geldgeber fände, um dann noch eine letzte Spitze anzufügen: "Es stellt sich aber heraus, dass Geduld nicht die größte Tugend von Herrn Denk ist.“
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