Abgekämpft verteidigte Pascal Ackermann das Rote Trikot, Phil Bauhaus verpasste als Zweiter hinter Alexander Kristoff erneut nur knapp den Tagessieg. Nach 180,6 fordernden und meist regnerischen Kilometern reichte Ackermann einen Tag nach seinem Auftaktsieg in Schwerin der dritte Platz in Ilmenau, um seine Gesamtführung auf der zweiten Etappe der Deutschland Tour zu behaupten.
Bauhaus, der den Sprint von vorne weg fuhr, gingen gegen Routinier Kristoff auf den letzten Metern die Kräfte aus.
"Ich kann froh sein, dass ich den dritten Platz noch geholt habe. Ich bin froh, dass ich noch im Trikot bin", sagte Ackermann: "Ich hatte überhaupt keine guten Beine heute. Es war einfach nur ein kalter und zäher Tag."
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Den ersten Anstieg (6,0 Prozent Steigung) nach 20 km hinauf zum Kyffhäuser nutzte am Freitag eine Fünfergruppe um den früheren Paris-Nizza-Sieger Marc Soler (Spanien), um auszureißen. Das Peloton hielt die Fluchtgruppe kontrolliert an der kurzen Leine und ließ sie zwischenzeitlich maximal auf knapp drei Minuten wegfahren. Acht Kilometer vor dem Ziel wurde Louis Vervaeke (Belgien/Alpecin-Fenix) als einzig verbliebener der Gruppe nach einem langen Kampf und über 2000 zu bewältigenden Höhenmetern wieder eingeholt.

Kristoff zu stark für Bauhaus und Ackermann: Finale der 2. Etappe

Knapp fünf Kilometer vor dem Ziel wurde das Tempo an der Spitze unter anderem von Ackermanns Teamkollegen und Tour-Etappensieger Nils Politt massiv verschärft, viele Fahrer mussten abreißen lassen. Den Sprint versuchte Bauhaus dann vorne zu fahren, ehe ihn zu früh die Kräfte gegen den viermaligen Tour-Etappensieger Kristoff verließen.

Deutschland Tour: Streckenplanung an KZ-Gedenkstätte sorgt für Wirbel

"Heute kann ich nicht so böse sein. Es war ein schweres Rennen", sagte Bauhaus am ARD-Mikrofon: "Zwei Kilometer vor dem Ziel habe ich gedacht, dass ich gute Beine habe. Aber 100 Meter vor dem Ziel bin ich komplett eingegangen."
Rick Zabel (Israel Start-Up Nation) war ebenso wie sein Teamkollege Andre Greipel und vier weitere Fahrer 85 Kilometer vor dem Ziel in einen Sturz verwickelt worden und musste wenig später aus dem Rennen aussteigen. Bereits beim Auftakt am Donnerstag waren mehrere Fahrer bei der Anfahrt auf den Massensprint in Schwerin gestürzt.
Für Wirbel hatte im Vorfeld die Streckenplanung der zweiten Etappe entlang der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar gesorgt. Die Route war nach Kritik aber geändert worden und führte am Freitag nicht mehr über die sogenannte "Blutstraße".
Am Samstag führt das dritte Teilstück das Peloton über 193 ebenfalls großenteils flache Kilometer von Ilmenau nach Erlangen. Zum Start muss das Feld einen 5,4 km langen Anstieg hinauf mit einer durchschnittlichen Steigung von 3,5 Prozent bewältigen. Die großen Berge fehlen in diesem Jahr. Um den Gesamtsieg kämpfen deshalb vor allem sprintstarke Fahrer mit Klassiker-Talent.
Ackermann bleibt in seiner Form weiter ein heißer Kandidat. "Wir werden weiter alles dran setzen, das Trikot mit nach Hause zu nehmen. Für mich wäre es ein Traum, die Deutschland Tour zu gewinnen", betonte der 27-Jährige.
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(SID)

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