Disqualifikation sorgt für Wirbel: Jan-Willem van Schip wieder aus Rennen genommen - Aus bei Tour of Holland
VonLukas Fegers
Update 16/10/2025 um 16:11 GMT+2 Uhr
Eine steil aufragende Sattelstütze, ein weit nach oben gerichteter Vorbau: So sah die Rennmaschine aus, mit der Jan-Willem van Schip am Mittwoch auf der ersten Etappe der Tour of Holland nicht nur die Zuschauer, sondern auch viele Fahrer im Peloton überraschte. Nach dem Ende des Tagesabschnitts disqualifizierte ihn dann aber der Radsport-Weltverband - und löste damit Debatten aus.
Was ist das für ein Vorbau? Van Schip sorgt bei Attacke für Aufsehen
Quelle: Eurosport
In der Radsport-Szene ist Jan-Willem van Schip kein unbeschriebenes Blatt. Der 31-Jährige, seit 2015 Teil des niederländischen Bahnvierers und auch auf der Straße aktiv, ist bekannt dafür, mit seinen Aero-Basteleien die Grenzen des Reglements auszureizen.
Seit mehreren Jahren sorgt van Schip mit teils futuristisch anmutenden Rädern für Hingucker, insbesondere mit einem Lenker, der an ein Zeitfahrrad erinnert. Und auch auf der ersten Etappe der Niederlande-Rundfahrt stand der Fahrer des Continental-Teams Parkhotel Valkenburg im Fokus, als er auf seinem grün-schwarzen Bike dem Hauptfeld zwischenzeitlich davonfuhr.
Dass van Schip im Anschluss von der UCI disqualifiziert wurde, hängt aber entgegen der Annahme nicht mit seinem Lenker zusammen, denn dieser ist offiziell noch bis zum 31. Dezember 2025 zugelassen.
Das Problem, das der Weltverband am Rennrad anprangerte, war die abgeknickte Sattelstütze des 1,94 m großen Kraftpakets: Diese sei nicht den Regeln entsprechend.
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Jan-Willem van Schip sorgte mit seiner Rennmaschine für Wirbel bei der Tour of Holland
Fotocredit: Eurosport
Van Schips Team widerspricht Regelwidrigkeit
Dabei soll die Jury vor Ort beim Rennen das Setup nicht bemängelt haben - die Order zur Disqualifikation sei aus der Zentrale des Weltverbandes in der Schweiz gekommen, erklärte das Team.
"Gemeinsam mit Toot Engineering (dem Hersteller der Sattelstütze, Anm. d. Red.) und Tavelo (Fahrradsponsor des Teams, Anm. d. Red.) führen wir Gespräche mit der Schweiz. Sie werden unsere Argumente prüfen", teilte Teamchef Paul Tabak dem Portal "wielerflits.nl" mit. Der Einspruch wurde aber abgelehnt, van Schip durfte zur zweiten Etappe nicht antreten.
Das Kuriose an der Situation ist, dass van Schip laut Tabak schon seit Jahren mit dieser Sattelstütze unterwegs sei und das Team auch schriftliche Dokumente zur Genehmigung durch die UCI vorliegen habe. Mit diesen habe man sich nun auch an den Weltverband gewendet.
"Es ist ganz einfach: Alles ist bei der UCI registriert. Die Laufräder, dein Fahrrad, dein Lenker, alles. Wenn Jan-Willem also mit dieser Sattelstütze fährt - und er fährt seit mehreren Jahren damit Rennen - dann hat er Unterlagen, die das beweisen", so Tabak.
Die fragliche Sattelstütze nun knickt einige Zentimeter oberhalb der Einsteckung ins Sitzrohr nach vorne ab und führt dann nach oben weiter, sodass sich van Schips Sattel weiter vorne befindet, als wenn die Sattelstütze bis oben in Verlängerung des schrägen Sitzrohrs weiterlaufen würde.
Schon bei Belgien-Rundfahrt disqualifiziert
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass van Schip mit dem strengen Reglement der UCI aneinandergerät. So war er 2024 aus der Wertung des belgischen Eintagesrennen Heistje Pijl genommen worden, nachdem er einen nicht zugelassenen Lenker verwendet hatte.
Und auch nach der dritten Etappe der Belgien-Rundfahrt 2021 wurde van Schip disqualifiziert. Damals hatte er auf seinem Rennrad eine Haltung eingenommen, die als nicht regelkonform angesehen wurde. "Die Verwendung der Unterarme als Stütze am Lenker ist außer bei Zeitfahren verboten", heißt es in dem entsprechenden Absatz des Weltverbands.
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(mit radsport-news.com)
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