Paul Seixas weckt in Frankreich Hoffnung auf Tour-de-France-Sieg - Supertalent will Tadej Pogacar schlagen

Teenager Paul Seixas ist der Shootingstar der Radsportsaison. Noch ist es zu früh, um zu bewerten, ob der 19-Jährige bald in der Liga von Pogacar, Vingegaard oder Evenepoel mitfahren kann. Was man aber weiß: Genau das ist der Plan. "Das Ziel ist es nicht, Tadej zu schlagen, wenn es bei ihm mal langsam bergab geht, sondern solange er auf Topniveau ist", betont Seixas im Gespräch mit Eurosport.

Doppelsieg für Décathlon: Seixas überlässt Prodhomme die Etappe

Quelle: Eurosport

Die Teamleitung wollte ihn siegen sehen, die Beine gaben es her, der erste Sieg als Profi war zum Greifen nahe. Paul Seixas aber verfolgte einen anderen Plan.
Das Toptalent des Teams Décathlon-AG2R-La Mondiale überließ auf der Schlussetappe der Tour of the Alps 2025 seinem Mannschaftskollegen Nicolas Prodhomme den Vortritt, damit dieser seinen ersten Triumph feiern konnte.
"Das macht man nicht einfach so. Das ist eine wunderschöne Eigenschaft", sagt Kommentator Karsten Migels im Gespräch mit Eurosport.de. "Man kann das ein wenig mit Tadej Pogacar vergleichen, der seinen Teamkollegen mal was gönnt, um irgendwann selbst wieder davon profitieren zu können. Es ist schon besonders, dass Paul schon jetzt so vorausblickt. Ich finde das großartig."
Seixas wollte indes keine große Sache daraus machen. Prodhomme habe sich den Sieg einfach "verdient", begründete der Franzose gegenüber "L'Équipe" seine Entscheidung: "Das Team wollte, dass ich gewinne, aber ich habe mir gesagt: Nein, er verdient es mehr als ich." Eine Episode, die mindestens genauso viel über den Shootingstar der Szene erzählt wie seine frühen Erfolge.

Seixas schreibt Geschichte in der Lombardei

Die lassen sich, vorsichtig formuliert, sehen: Bei der Lombardei-Rundfahrt am vergangenen Wochenende avancierte der 19-Jährige als Siebter zum jüngsten Fahrer seit 100 Jahren, der ein Radsport-Monument in den Top Ten beendete. Bei der EM holte sich der Teenager im Straßenrennen der Männerklasse sogar überraschend Bronze hinter den beiden Superstars Pogacar und Remco Evenepoel, im extrem harten WM-Rennen von Kigali verpasste er die Top Ten nur um wenige Sekunden.
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Paul Seixas gewinnt die Bronzemedaille bei der EM 2025

Fotocredit: Getty Images

Bereits im August hatte Seixas bei der Tour de l'Avenir zudem nicht nur zwei Etappensiege gefeiert, sondern auch die ganze Rundfahrt gegen die anderen Toptalente der Radsportszene gewonnen.
Die exzellent besetzte Dauphiné Libéré beendete er zuvor mit damals noch 18 Jahren auf einem starken achten Rang, nie zuvor war ein Fahrer in diesem Alter bereits bei einem so stark besetzten World-Tour-Rennen unter den besten Zehn ins Ziel gekommen.

Pogacar als Inspiration: Seixas orientiert sich am Dominator

Kein Wunder, dass sich der Youngster schon jetzt an Überflieger Pogacar orientiert. "Wir versuchen, zu verstehen, wie er das macht. In allen Sportarten gab es schon dominante Persönlichkeiten, und wir müssen daraus lernen und uns davon inspirieren lassen", erzählt Seixas bei Eurosport Frankreich im Radsport-Talk "Bistrot Vélo".
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Highlights: Gimme five! Pogacar mit One-Man-Show zum Rekord

Quelle: Eurosport

Noch sei das Level von Pogacar "weit entfernt, weil es so viele Hürden zu überwinden gibt, um dieses zu erreichen", räumt der 19-Jährige an. Daher lasse er sich nicht unter Druck setzen: "Es ergibt keinen Sinn, mir einzureden, dass ich in zwei Jahren sein Niveau erreichen muss." Einerseits.
Andererseits wolle er den viermaligen Tour-Champion aus Slowenien noch zu dessen besten Zeiten schlagen, nicht erst, wenn dessen natürlicher "Leistungsabfall" aufgrund des Alters einsetze.
Zum Vergleich: Leistungen wie sie Seixas in dieser Saison zeigte, gelangen Pogacar in selben Alter bei weitem nicht. Bei seinem Gesamtsieg der Tour de l'Avenir war der Slowene ein Jahr älter, sein erstes Monument bestritt er 2019 in Lüttich (Platz 18) im Alter von 20 Jahren.

Décathlon-Teamchef Serieys: Große Pläne mit Seixas

Bemerkenswert: Wie Pogacar ist Seixas extrem breit aufgestellt. Das in Lyon geborene Leichtgewicht ist stark im Flachen, gut am Berg, ein Top-Zeitfahrer und hat keine Scheu vor den harten Kopfsteinpflaster-Klassikern. Da wächst ein Allrounder heran, einer für die Gesamtwertungen - mit einem speziellen Vorteil.
"Paul ist ein exzellenter Techniker auf dem Rad, was auch an seiner Vergangenheit als Cyclocrosser liegt", betont Experte Migels. Denn: "Er kann im Prinzip alles."
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Paul Seixas gilt als Mann der Zukunft im Radsport

Fotocredit: Getty Images

Décathlon-Teammanager Dominique Serieys machte zuletzt klar, dass man die Mannschaft um Seixas herum aufbauen werde. Seixas solle im Idealfall schon in der kommenden Saison die Tour de France fahren, was bei einem U20-Fahrer absolut unüblich ist - in den letzte 50 Jahren gab es nur einen 19-Jährigen, der so jung auf der größten Bühne debütierte.
Bis spätestens 2030 soll Seixas die Frankreich-Rundfahrt dann auch gewinnen, als erster Franzose seit vielen Jahrzehnten. "Wir werden weitere große Talente unter Vertrag nehmen und das Budget erhöhen", kündigte Serieys an. Der finanzielle Anschub wurde durch den Einstieg des neuen Namenssponsors CMA CGM, einem großen Logistik-Unternehmen aus Frankreich, bereits in die Wege geleitet.
Es braucht nicht viel Vorstellungskraft, um zu ermessen, wie immens ob dieser Ausgangslage die Erwartungen an Seixas in den kommenden Jahren sein werden. Auf einen Tour-Start 2026 will sich der Senkrechtstarter indes nicht festnageln lassen.

Seixas exklusiv: "Bin ich wirklich bereit für die Tour?"

"Natürlich ist die Tour mein großer Traum, logisch. Die Situation ist aber etwas komplizierter, denn auf diesem Rennen liegt der größte mediale Druck. Wir werden also genau überlegen, welche der Grand Tours ich fahren werde", so der Teenager.
Die Frage, die er sich stelle, laute jedoch: "Habe ich wirklich Lust, die Tour schon nächstes Jahr zu fahren, bin ich wirklich bereit dafür? Das hängt von so vielen Dingen ab, über die ich nachdenken muss." Es könne gut sein, dass die Wahl letztlich auf den Giro d'Italia oder die Vuelta a España falle.
Wahrscheinlich wären die Grand Tours in Italien und Spanien die cleverere Option, um Seixas behutsam auf größter Bühne aufzubauen. Seine Zeit dürfte erst in ein paar Jahren kommen - oder wie Migels sagt: "Vielleicht erfüllt er in sechs, sieben Jahren den großen Traum der Franzosen und avanciert zum ersten französischen Tour-de-France-Champion seit Bernard Hinault im Jahr 1985."
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Fünf Lombardei-Siege in Folge: Pogacar dominiert das Herbst-Monument

Quelle: Eurosport




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