Nils Politt wird unverhofft Dritter bei Flandern-Rundfahrt - Selbstbewusstsein vor Lieblingsrennen Paris-Roubaix

Nils Politt (UAE Team Emirates) erlebt bei der Flandern-Rundfahrt 2024 eine echte Achterbahnfahrt. Dank der Disqualifikation eines Konkurrenten steht der Deutsche zum zweiten Mal bei einem der fünf Monumente auf dem Podium. "Wir haben dieses Ergebnis als Team verdient, weil wir heute sehr gut gefahren sind", sagte er hinterher - und denkt schon ans nächste große Rennen.

Flandern-Highlights: Die Solo-Perfektion trägt einen Namen

Quelle: Eurosport

Nils Politt hatte kaum die müden Beine hochgelegt und mit der so wichtigen Regeneration für Paris-Roubaix begonnen, da war sein Einsatz noch einmal gefordert. Im Mannschaftsbus fand sich der deutsche Radprofi eigentlich mit dem undankbaren vierten Platz bei der Flandern-Rundfahrt ab, als ihm das glückliche Ende eines harten Arbeitstages in Regen und Kälte mitgeteilt wurde: Eine Rückversetzung des ursprünglich drittplatzierten Australiers Michael Matthews verhalf Politt zum Sprung auf das Podest bei der "Ronde".
"Zuerst war die Frustration groß, aber dann hat sich alles geändert. Es war ein Riesenjubel", sagte Politt dem Portal "radsport-news.com": "Ich bin super glücklich mit diesem Ergebnis. Wir haben heute so hart dafür gearbeitet und immer an uns geglaubt."
Zum zweiten Mal stand der Radprofi, der zu dieser Saison vom deutschen Team Bora-hansgrohe zum UAE Team Emirates von Tadej Pogacar gewechselt war, bei einem der fünf Monumente auf dem Podium. Nach seinem zweiten Platz bei Paris-Roubaix 2019 folgte nun nach 270,8 Kilometern zwischen Antwerpen und Oudernaarde in Belgien der erneute Sprung auf ein derart begehrtes Treppchen - auch wenn es zunächst nicht danach ausgesehen hatte.
Politt war beim Sieg des Niederländers Mathieu van der Poel im Zielsprint der Verfolger zunächst als Vierter über die Ziellinie gerollt. Doch die Jury stufte Matthews zurück. "Ich war mir sicher, dass es mit dem Podium klappt, aber dann blockierte er mich an der Bande, ich musste den Schwung rausnehmen", sagte Politt.

Politts Jubel über "besonderen" Erfolg

Der 30-Jährige schaffte es als erster Deutscher seit 2009 aufs Ronde-Treppchen. Schon zuvor hatte er mit seinem zweiten Rang beim Omloop Het Nieuwsblad und Rang sieben beim E3 Harelbeke eine starke Form bewiesen.
"Bei der Flandern-Rundfahrt auf dem Podium zu stehen, ist etwas Besonderes", sagte Politt, für den nun kaum Zeit zum Verschnaufen bleibt. Bereits am kommenden Sonntag steht mit Paris-Roubaix, seinem Lieblingsrennen, die Königin der Klassiker auf dem Programm. "Schauen wir mal. Jetzt heißt es, sich gut zu erholen. Die Form ist gut und ich werde nächste Woche voll angreifen", sagte Politt.
Eine gute und störungsfreie Regenration wird Politt brauchen. Mons-en-Pevele, Carrefour de l'Arbre, Trouee d'Arenberg - die schwersten der 30 Pave-Sektoren von Paris-Roubaix sind eine Grenzerfahrung und ein extremer Härtetest für Mensch und Material.

Kann Politt van der Poel bei Paris-Roubaix angreifen?

Politts schärfster Rivale ist Titelverteidiger Mathieu van der Poel. Der Weltmeister feierte am Ostersonntag seinen dritten Erfolg bei der Flandern-Rundfahrt. "Ein Traum ist wahr geworden. Ich brauche ein paar Momente, um das zu verarbeiten", sagte van der Poel.
Entscheidend war eine Attacke am Koppenberg, rund 40 Kilometer vor dem Ziel. Auf dem rutschigen Kopfsteinpflaster hatte van der Poel als einer der wenigen Top-Fahrer sein Rad nicht schieben müssen.
Seine Stärken am Berg kann der Niederländer bei Paris-Roubaix nicht ausspielen, schwierige Anstiege fehlen bei der "Königin der Klassiker" in Nordfrankreich. Für Nils Politt ist das eine Chance.
(SID)
picture

Van der Poel krönt Meisterleistung - Politt erobert Podest

Quelle: Eurosport

Mehr als 3 Mio. Sportfans nutzen bereits die App
Bleiben Sie auf dem Laufenden mit den aktuellsten News und Live-Ergebnissen
Download
Diesen Artikel teilen
Werbung
Werbung