Mathieu van der Poel mit drittem Sieg bei Ronde in neuer Dimension - Weltmeister auf Rekordjagd

Mathieu van der Poel hat sich mit seinem dritten Sieg bei der Flandern-Rundfahrt zum unumstrittenen neuen König der Ronde gekrönt und schreibt weiter Geschichte. "Meine Saison ist jetzt schon ein Erfolg", machte der Niederländer direkt nach dem Rennen klar - obwohl der Klassiker erst sein vierter Renntag der Saison war. Doch die Fans können beruhigt sein, der Alpecin-Kapitän hat noch große Ziele.

Van der Poel krönt Meisterleistung - Politt erobert Podest

Quelle: Eurosport

Seit 1913 quälen sich die besten Radsportler der Welt über die steilen, gepflasterten Anstiege Flanderns und bei 108 Austragungen hat noch keiner von ihnen dieses Monument öfter als drei Mal gewonnen.
Seit diesem Ostersonntag ist der Klub durch Mathieu van der Poel auf sieben Fahrer angewachsen - doch wer den Auftritt des Weltmeisters gesehen hat, dürfte keine Zweifel hegen, dass dieser bald alleiniger Rekordhalter sein wird.
Die Überlegenheit des 29-Jährigen bei seinem rund einstündigen Solo war enorm und setzte eine Serie fort, in der er schon jetzt die Bestmarke hält: Bei seinen fünf Starts in Flandern landete er stets in den Top 5, eine 2019 begonnene einmalige Erfolgsbilanz, deren Ende alles andere als absehbar ist.
Diese Ausbeute ist umso bemerkenswerter, als dass der langjährige Cross-Dominator erst in jenem Jahr ernsthaft auch in Straßenrennen angriff und seitdem von Erfolg zu Erfolg stürmt.
Seine ersten beiden Siege in Oudenaarde errang van der Poel noch im direkten Duell mit seinen Gegnern und den nächsten Verfolgern im Nacken - bei seinem dritten Streich hatte er die Konkurrenz im Finale zwischenzeitlich um fast zwei Minuten abgehängt und seine Extraklasse untermauert.

Van der Poel im Blindflug vor Schmerz

Spurlos ging dieser Gewaltakt aber auch am Modellathleten nicht vorbei, völlig erschöpft lag er im Ziel seiner Freundin Roxanne in den Armen, bevor er sich durch die Interviews quälte und überall vor allem eines betonte: wie extrem schwer dieser Tag auch für ihn war. "Völlig zerstört" sei er und hätte auf den letzten Kilometern nur noch gehofft, dass die Quälerei ein Ende haben möge - teils habe er "mit geschlossenen Augen" gekurbelt und das Ziel herbeigesehnt.
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Van der Poel im Siegerinterview: "Ich bin total zerstört"

Quelle: Eurosport

Ein augenscheinlicher Unterschied zu den scheinbar mühelosen Auftritten der Tour-Dominatoren Jonas Vingegaard und Tadej Pogacar, die zuletzt als Seriensieger die Konkurrenz am Berg teils lächelnd hinter sich ließen.

Erneute "Fan"-Attacke auf van der Poel

Bei aller Überlegenheit profitierte van der Poel auch vom taktischen Fehler seines größten Konkurrenten Mads Pedersen: Der Däne ging extrem früh in die Offensive und investierte viel Kraft in eine halbstündige Fahrt vor dem Feld, die nichts einbrachte.
So fehlten dem 28-Jährigen, der bei Gent - Wevelgem noch das bessere Ende für sich gehabt hatte, im Finale die Reserven. Außerdem half dem sechsfachen Cross-Weltmeister bei seiner Attacke am steilen Koppenberg nicht nur seine herausragende Technik auf solchem Terrain, sondern auch ein sich hinter ihm bildender Stau, der den Großteil seiner Konkurrenten vom Rad zwang und diese in diesem rennentscheidenden Moment viel Zeit kostete.
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Flandern-Highlights: Die Solo-Perfektion trägt einen Namen

Quelle: Eurosport

Dass einige Zuschauer den Dominator im Anschluss beim Anstieg zur Kwaremont offenbar mit Bier bespritzten, störte diesen zum Glück kaum. "Ich war so auf mich fokussiert, dass es mir egal war", sagte er gegenüber "Sporza" - anders als im Dezember bei einem Cross-Weltcup: Pöbelnden "Fans" antwortete van der Poel damals mit einem Spuck-Gegenattacke.
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Ausraster auf Weg zum Sieg: Van der Poel bespuckt Zuschauer

Quelle: Eurosport

Van der Poel greift auch in Lüttich an

Eine Kampfansage für Paris - Roubaix am kommenden Sonntag war dem erschöpften Titelverteidiger des nächsten Monuments noch nicht zu entlocken, aber sein Teamchef Philip Roodhooft machte deutlich, dass sich der hungrige Blick des nun erfolgreichsten niederländischen Eintagesfahrers schon bald Richtung Nordfrankreich richten werde: "Jetzt ist es Sonntagabend. Ich denke nicht, dass es lange dauern wird, bis Mathieu die Motivation findet, um nächste Woche auch in Roubaix top zu sein."
Im Velodrom blickt der Enkel von Raymond Poulidor auf eine fast ähnlich starke Bilanz wie in Flandern: Bei drei Starts gelangen ihm ein Sieg, ein dritter Platz und eine weitere Platzierung in den Top Ten.
Doch mit den Pavé-Klassikern ist in diesem Jahr noch nicht Schluss bei seiner Jagd nach großen Erfolgen: Er wird diesmal nicht nur zum Amstel Gold Race zurückkehren, wo er 2019 einen sensationellen Coup feierte, sondern auch das Ardennen-Monument Lüttich - Bastogne - Lüttich Ende April ins Visier nehmen. "Letztes Jahr war ich bis zu Paris - Roubaix richtig stark, hatte noch nicht das Gefühl, Form zu verlieren und darum haben wir nun entschieden, in diesem Jahr noch zwei Wochen und damit das Amstel Gold Race und Lüttich dranzuhängen", erklärte er Anfang des Monats im Gespräch mit Eurosport.

Van der Poel hat dreimal Gold im Visier

Danach ist die Rennplanung offen, sicher aber ist das Ziel die Titelverteidigung bei der WM in der Schweiz Ende September - und die Goldjagd in Paris: Bei Olympia nimmt van der Poel höchstwahrscheinlich neben dem Straßenrennen auch das Mountainbike-Rennen in Angriff, denn nach dem Fiasko von Tokio hat der Allrounder hier noch eine Rechnung offen.
Ein Triumph, der seine absolute Ausnahmestellung im Radsport endgültig in eine neue Dimension heben würde.
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Mountainbike-Highlights: Pidcock rast zu Gold - van der Poel schlägt Salto

Quelle: Eurosport

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"Perfektes Teamplay!" Longo Borghini triumphiert in Flandern

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