Flandern-Rundfahrt 2026: "Remco Evenepoels Start ändert die Dynamik" - Fünfkampf der Stars beim Klassiker in Belgien
VonJan Zesewitz
Publiziert 02/04/2026 um 18:13 GMT+2 Uhr
Die Flandern-Rundfahrt verspricht bei ihrer 110. Austragung Spannung wie selten: Ein Top-Duell um den Sieg zwischen Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel, die überraschende Premiere von Remco Evenepoel und die Rückkehr der beiden einstigen Kronprinzen der Ronde, Wout van Aert und Mads Pedersen. Eurosport-Experte Robert Bengsch blickt im Interview auf den Showdown am Ostersonntag voraus.
Pogacar vs. van der Poel: So liefen ihre drei Duelle in Flandern
Quelle: Eurosport
Es wird ein historisches Rennen werden, wenn es am Sonntag (ab 10:00 Uhr im Liveticker) um den Sieg bei der Flandern-Rundfahrt 2026 geht: Gelingt van der Poel der Triumph, wird der Niederländer mit vier Erfolgen zum Rekordsieger des Monuments - siegt Pogacar, steigt der Slowene in den Kreis der bislang sieben Dreifachsieger auf.
Sollten sich Pedersen oder van Aert durchsetzen, wäre es für beide jeweils der ersehnte erste Triumph nach vielen Spitzen- und Podestplätzen beim belgischen Kopfsteinpflaster-Rennen. Und gar eine Sensation würde ein Coup von Evenepoel darstellen, sollte er bei seiner ersten Teilnahme direkt die begehrte Trophäe erobern. Zuletzt gelang eine solche Premiere 1992 dem Franzosen Jacky Durand mit einem epochalen Ausreißversuch von über 200 Kilometern.
Für Fans wie Experten also ein Leckerbissen, zumal Stürze und Defekte auf den 278 Kilometern allzu häufig das Rennen und alle taktischen Pläne auf den Kopf stellen. Robert Bengsch wird den Klassiker am Mikrofon begleiten - hier blickt der Eurosport-TV-Kommentator auf den Schlagabtausch der Stars:
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Wer sind - neben Pogacar und van der Poel - die Favoriten beim zweiten Monument des Jahres?
Robert Bengsch: Es wird in der heutigen Zeit schwer, den Experten zu spielen. Der Kreis der Favoriten ist begrenzt. Früher gab es zehn oder 15 Rennfahrer, die um den Sieg gefahren sind und heute ist Pogacar der klare Favorit, van der Poel ist der klare zweite Favorit und dahinter gibt es noch Pedersen und van Aert. Bei Pedersen gibt es natürlich die Einschränkung, dass er von einer langen Verletzung zurückgekehrt ist. Bei Mailand - Sanremo lief es dann gut für ihn, aber der Unterschied ist, dass es in Flandern deutlich früher zur Sache geht. Darum würde ich ihn mal mit einem Fragezeichen versehen. Für diese beiden sehe ich Platz drei und vier, aber würde eher van Aert auf dem Podium sehen.
Welche Rolle kann Remco Evenepoel bei seiner Premiere in der "Ronde" spielen?
Bengsch: Seine Teilnahme verändert schon viel, was die Dynamik des Rennens angeht. Denn er ist ein Fahrer, der sein Team immer einsetzt und fahren lässt. Ich denke allerdings, dass Evenepoel am Ende in den entscheidenden Situationen des Rennens nicht dabei sein wird, wenn Pogacar und van der Poel aufdrehen.
Bisher ist immer Silvan Dillier von vorne gefahren, obwohl Pogacar der Favorit war. Man könnte sagen, sie sollten ein wenig mehr pokern und UAE mehr Druck machen.
Was müsste van der Poel machen, um eine Entscheidung zugunsten Pogacars zu verhindern?
Bengsch: Van der Poel ging in den vergangenen Jahren nicht topfit ins Finale, wurde von einem Sturz und einer Protestaktion behindert. Da ist er meines Erachtens teilweise etwas leichtsinnig gefahren und war nicht so gut positioniert. Das spürt auch er dann im Finale. Man könnte an dieser Stelle künstliche Spannung erzeugen und darüber reden, was passiert, wenn das Rennen an dieser oder jener Stelle schwer oder schnell gemacht wird, dann könnte auch für jemand anderen was gehen - aber man muss klar sagen, dass Pogacar vorne ist und dahinter kommt van der Poel und dann eine große Lücke.
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"Pogacar auf einer Mission": Die Attacken-Serie in Flandern
Quelle: Eurosport
Wie ist es um die Teamstärke der beiden Topfavoriten bestellt?
Bengsch: UAE hat in Sachen Teamstärke die Nase vorne, auch wenn Tim Wellens fehlt. Bei Alpecin sehe ich nur van der Poel, der gewinnen kann, bei UAE gibt es vier oder fünf Fahrer, die weit nach vorne kommen können, aber natürlich wissen wir, dass Pogacar der alleinige Kapitän ist. Ich bin gespannt, wie Alpecin das Rennen während der ersten 150 Kilometer angeht. Bisher ist immer Silvan Dillier von vorne gefahren, obwohl Pogacar der Favorit war. Man könnte sagen, sie sollten ein wenig mehr pokern und UAE mehr Druck machen. Andererseits - was kann Dillier tun, wenn er nicht von vorne fährt?
Gibt es einen Fahrer, dem Sie eine Überraschung zutrauen?
Bengsch: Matthew Brennan wäre ein Name für die Zukunft. Er ist noch nicht so weit, dass er in diesem Jahr gewinnen kann, aber er könnte es in den kommenden Jahren gewinnen.
Worauf kommt es bei der Flandern-Rundfahrt sowohl topografisch als auch hinsichtlich des Rennverlaufs vor allem an?
Bengsch: Es ist kein Geheimnis, dass die Positionierung das A und O ist, vor allem wenn es 150 Kilometer vor dem Ziel mit den Kopfsteinpflaster-Anstiegen so richtig losgeht. Den größten Unterschied zu anderen Rennen macht die Kilometer-Anzahl. 278 Kilometer sind sehr lang und machen viel aus. Gerade wenn man sich jüngere Rennfahrer wie Matthew Brennan anschaut, dann geraten diese bei diesen Distanzen oft an ihre Grenzen. Es sind also nicht nur die steilen "Hellingen", sondern auch die schiere Länge des Rennens, die entscheidend ist. Auf der Strecke wird vermutlich wie in den vergangenen Jahren der Kwaremont der Scharfrichter sein.
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278 Kilometer, 22 Anstiege: Die Strecke der Ronde 2026
Quelle: Eurosport
Welchen Einfluss können die deutschen Fahrer um Nils Politt nehmen?
Bengsch: Als Politt 2024 zu UAE kam, ist Pogacar nicht die Klassiker gefahren, sondern den Giro d'Italia. Da hatte der Deutsche noch alle Freiheiten und kam in Flandern sogar aufs Podium. Aber es macht einen Unterschied in der Vorbereitung, ob man mit der Gewissheit rangeht, dass man einer der Kapitäne ist oder einer der Helfer für Pogacar. Das soll nicht heißen, dass er nicht voll gearbeitet hat und er ist ja auch sehr loyal - aber es ist eben ein Unterschied, seine Rolle ist im Rennen eine andere. Er wird einer der stärksten Helfer für den Slowenen sein. Die anderen deutschen Fahrer sind auch stark, aber werden auch ihre Aufgaben haben, Politt ist schon derjenige, der am weitesten kommen kann.
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Pogacar vs. van der Poel: So liefen ihre drei Duelle in Flandern
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Ergebnisse
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Straßenrennen | HerrenAntwerpen → Oudenaarde / 278.2 km
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T. PogacarBeendet
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