Jens Voigt exklusiv: Dieses Duell wird die Flandern-Rundfahrt entscheiden - heißer Außenseiter beim Klassiker

Tadej Pogacar und Mathieu van der Poel gelten bei der Flandern-Rundfahrt nach dem Aus von Wout van Aert als Topfavoriten. Eine Sichtweise, die Jens Voigt allerdings nicht ganz teilt. Der 50-Jährige, der während seiner Karriere unter anderem Etappen bei der Tour de France und beim Giro d'Italia gewann, bringt im Interview mit Eurosport.de einen weiteren Kandidaten ins Spiel: Matej Mohoric.

Wout Van Aert, Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar im Duell

Fotocredit: Getty Images

Belgien ist im Radsport-Fieber.
Die Flandern-Rundfahrt (heute ab 10:30 Uhr live im Free-TV bei Eurosport 1 und bei Eurosport auf Joyn!) ist das populärste Eintagesrennen des Landes und gehört zu den fünf Monumenten des Radsports. Die 272 Kilometer über Kopfsteinpflaster und steilste Rampen verlangen den Fahrern alles ab und garantieren Radsportspektakel pur.
Mit Tadej Pogacar gehört dabei erstmals seit Jahrzehnten ein amtierender Sieger der Tour de France zu den großen Anwärtern auf den Triumph bei der "Ronde", der Slowene fordert die Klassikerstars und Kopfsteinpflaster-Spezialisten heraus. Doch Voigt hat einen Fahrer mit ganz oben auf dem Zettel, der in dieser Saison schon einmal alle großen Namen narrte.
Info: Das Interview wurde vor dem Bekanntwerden der coronabedingten Absage von Wout van Aert geführt.
Das Interview führte Tobias Laure
Tadej Pogacar, Mathieu van der Poel und Wout van Aert gelten für viele Experten als Favoriten bei der Flandern-Rundfahrt. Ist damit alles gesagt?
Jens Voigt: Nein, denn ich sehe Matej Mohoric ganz vorne. Einfach aus dem Grund, weil das Rennen sehr schwer ist. Der Slowene, der schon Mailand - Sanremo gewonnen hat, ist aus meiner Sicht zusammen mit Mathieu van der Poel der heißeste Sieganwärter. Erst dahinter kommt für mich Wout van Aert.
Den Namen Pogacar haben Sie jetzt umgangen.
Voigt: Tadej ist schwer einzuschätzen. Wenn er irgendwo antritt, dann will er gewinnen - und tut es meist auch. Aber: Die Flandern-Rundfahrt ist nicht Lüttich - Bastogne - Lüttich. Das ist, ebenso wie der Flèche Wallone, ein Rennen, das er ohne Weiteres gewinnen kann. Das Profil der Strecke bei der Flandern-Rundfahrt ist dagegen nicht so sehr auf einen leichtgewichtigen Fahrer wie Pogacar zugeschnitten.
Heißt konkret?
Voigt: Die Berge sind kurz, die Anstiege selbst zu "punchy". Bei Lüttich - Bastogne - Lüttich mischst du nur als richtiger Bergfahrer mit, du musst klein und dünn sein. Bei der Flandern-Rundfahrt gewinnt auch mal einer, der kräftiger ist und 75 Kilogramm wiegt. Das ist der Grund, weshalb Pogacar am Sonntag nicht mein Topfavorit ist. Das große Duell wird zwischen Mohoric und van der Poel stattfinden. Letzterer hat vier Tage vor der Flandern-Rundfahrt noch Quer durch Flandern gewonnen, ist richtig fit. Die Formkurve bei van der Poel zeigt steil nach oben.
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Van der Poel triumphiert in Flandern: Highlights des Klassikers

Quelle: Eurosport

Was ist von den deutschen Startern um Bora-Profi Nils Politt zu erwarten?
Voigt: Mit Nils ist definitiv zu rechnen. Er war auch schon bei Paris - Roubaix (Rang zwei im Jahr 2019, A.d.R.) sehr weit vorne mit dabei. Dieses Rennen steht ja bereits vor der Tür und wenn du da gut abschneiden willst, musst du bei der Flandern-Rundfahrt eine Top-Ten-Platzierung holen.
Vielleicht sogar ein Podium?
Voigt: Ich fürchte, dafür wird es nicht ganz reichen. Aber: Er sollte schon ein Ergebnis zwischen Platz sechs und acht anvisieren, und das hat er auch drauf. Das muss das Ziel sein, denn er will am 17. April bei Paris - Roubaix ganz vorne landen.
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So triumphiert man in Flandern: Vier Ex-Sieger über ihr Erfolgsrezept

Quelle: Eurosport

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