Jens Voigt exklusiv über Biniam Girmay: Diese drei Qualitäten zeichnen den Shootingstar aus
Biniam Girmay ist nach seinem Coup bei Gent-Wevelgem der Mann der Stunde im Radsport. Als erster Profi aus Afrika gewann der Eritreer den Klassiker. "Es ist einer der brillantesten Siege des Jahres", schwärmt Jens Voigt bei Eurosport.de. "Was mir besonders gefällt, ist dieses gnadenlose Selbstvertrauen, mit dem er fährt", so der 50-Jährige über den Shootingstar des Radsportfrühjahrs.
Voigt exklusiv: "Girmay kommender Superstar"
Quelle: Eurosport
Es sind drei Dinge, die Jens Voigt bei Biniam Girmay begeistern. "Frische, Unbekümmertheit und gnadenloses Selbstvertrauen."
Mit diesen Faktoren, so der Eurosport-Experte, gehöre der 21-Jährige auch künftig zu den Siegkandidaten bei großen Rennen.
Tatsächlich staunte die Szene nicht schlecht, mit welchem Mut Girmay bei Gent-Wevelgem den Schlusssprint anzog und die Weltelite stehen ließ.
"Er dachte sich: 'Ich bin hier mit Jasper Stuyven, dem ehemaligen Mailand-San-Remo-Sieger, in der Gruppe - oder auch mit Christoph Laporte, der eine superstarke Saison bei Jumbo-Visma fährt. Das ist mir egal, ich eröffne einfach den Sprint.' Es interessiert ihn nicht, wer die anderen sind, er fährt sein Rennen", staunt Voigt über den Profi vom belgischen Team Intermarché-Wanty-Gobert Matériaux.
Voigt: "Girmay ohne Angst vor großen Namen"
Es sei "wirklich unglaublich" gewesen, freute sich Girmay über den Erfolg, der auch in der eritreischen Hauptstadt Asmara gefeiert wurde. "Auf den letzten 250 Metern hatte ich einfach ein sehr großes Selbstvertrauen", berichtete der Youngster und bestätigt damit die Einschätzung von Voigt.
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"Wahnsinn!" Girmay kocht Weltelite bei Gent - Wevelgem ab
Quelle: Eurosport
"Es ist super, wie unbekümmert Biniam fährt, ohne Angst vor großen Namen. Das zeichnet ihn aus", unterstreicht der deutsche Ex-Profi, der ebenfalls für seine frische und mutige Fahrweise bekannt war.
Es sei allerdings nicht verwunderlich, dass ein Radprofi aus Afrika nun durchstarte. "Da leben weit mehr als eine Milliarde Menschen. Es ist nur eine Frage der Zeit und der Suche, bis von dort ein Tour-de-France-Sieger kommt", glaubt Voigt.
Tour-Sieger aus Afrika? Voigt glaubt daran
Der Pool an Talenten sei indes "gigantisch". Einzig die Probleme mit der Infrastruktur, geeigneten Straßen und den hohen Kosten - für ein konkurrenzfähiges Rad muss man mindestens 5000 Euro ansetzen - seien noch dafür verantwortlich, dass es nicht mehr Topfahrer aus Afrika gebe. "Das Talent aber ist zweifelsfrei vorhanden, es wurde nur noch nicht entdeckt."
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Historischer Coup - so erklärt Champion Girmay seinen Sieg
Quelle: Eurosport
Durch Girmays Sieg werde aber langsam klar, dass der "nächste Rohdiamant, der nächste Mathieu van der Poel, der nächste Tadej Pogacar wahrscheinlich aus Afrika" komme.
Bisher waren die historischen Erfolge bei der Tour de France den wenigen Fahrern aus Südafrika vorbehalten: Robert Hunter gewann 2007 als erster Profi des Kontinents eine Etappe, Daryl Impey eroberte 2013 das Gelbe Trikot. Beim in Nairobi geborenen Chris Froome sind zwar die Wurzeln afrikanisch, doch er errang seine Triumphe nicht mehr als Kenianer, sondern mit britischem Pass.
Girmay ist derweil in die Heimat gereist, wo er am 2. April seinen 22. Geburtstag feiert. Die Rückkehr auf die Tour ist für den 1. Mai geplant, der Gent-Wevelgem-Champion will zu Eschborn-Frankfurt fahren und dann beim Giro d'Italia seine ersten Fußstapfen bei einer Grand Tour hinterlassen.
Es dürfte einiges drin sein für Girmay. Das nötige Selbstvertrauen bringt er jedenfalls mit - und Voigt ist sicher: "Er ist auf dem Weg, der nächste Superstar zu werden!"
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So schrieb Girmay Geschichte: Die Highlights von Gent-Wevelgem
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