Emotionaler Appell von Clara Koppenburg zur Gewichtsdebatte bei Frauenrennen: "Ein Schatten über unserem Sport"

Die Gewichtsdebatte im Radsport, die bei den Männern eigentlich recht selten ein Thema ist, ist nach dem Gewinn der Tour de France Femmes durch Pauline Ferrand-Prévot (Visma-Lease a bike) nun wieder aufgeflammt. Clara Koppenburg bezog mit emotionalen Worten ausführlich Stellung zu der Problematik, die im Frauenradsport schon lange ein Thema ist und massive Auswirkungen auf Psyche und Physis hat.

Von vorne weg: Emotionaler Tour-Sieg für Ferrand-Prévot

Quelle: Eurosport

Ferrand-Prévot verlor für ihr großes Ziel deutlich an Gewicht und sicherte sich gleichzeitig mit zwei sehr souveränen Kletterleistungen die Rundfahrt. So kam nach ihrem Sieg die Frage auf, ob der Gewichtsverlust der Schlüssel für den Sieg und auch der Schlüssel für die Konkurrenz in den nächsten Jahren ist.
Dass der Gewichtsverlust als Weg zum Erfolg durchaus negative Aspekte haben kann, zeigte Clara Koppenburg (Cofidis). Auf ihrem Instagram-Profil beteiligte sich die Deutsche an der Debatte um Ferrand-Prévot und offenbarte ihre persönlichen Probleme mit diesem Thema.
"In letzter Zeit wurde viel über Essgewohnheiten und mentale Gesundheit im Frauenradsport gesprochen. Ich bin dankbar, dass diese Gespräche stattfinden. Aber das ist nichts Neues. Es ist ein Schatten, der seit Jahren über unserem Sport liegt. Ich habe es erlebt. Ich habe meinen Körper bis an die Grenze gebracht. Und ich flog die Berge hinauf. Aber ich war nicht gesund. Ich war nicht glücklich. Ich war nicht ich", gestand die 30-Jährige.
"Ich habe zuletzt keine Rennen gewonnen, aber ich habe mich selbst zurückgewonnen. Nach sechs Jahren ist meine Periode zurück. Wie brauchen nicht nur ein Bewusstsein über RED-S und Essstörungen. Wir brauchen Platz um zu gesunden. Zeit. Verständnis. Glaube", unterstrich sie in ihrem Appell, der viel Zuspruch von anderen Topfahrerinnen erhielt.

Ferrand-Prévot fordet Aufklärung

Und auch Ferrand-Prévot, die ihren Gewichtsverlust mit Leistung koppeln konnte, betonte in der Pressekonferenz nach der Tour die Risiken und wie wichtig die richtige Kommunikation dieses sensiblen Themas ist. "Eltern sollten ihre Kinder aufklären und ihnen sagen: Okay, Pauline ist jetzt so, weil sie sich auf die Tour de France vorbereitet, und das ist nicht für immer. Ich möchte nicht so bleiben, weil ich weiß, dass es nicht zu 100 Prozent gesund ist, aber wir hatten einen guten Plan mit dem Ernährungsberater im Team und alles ist unter Kontrolle."
Die Französin unterstrich ebenso die Entbehrungen und den Einsatz, den dieser Sieg gekostet hat und sagte recht freimütig, dass sie sich im Moment nicht vorstellen kann, dies zu wiederholen.
Bei den Frauen kam dieses Thema schnell auf, fraglich, ob es bei den Männern ähnlich diskutiert worden wäre. Bestes Beispiel dafür ist Valentin Paret-Peintre (Soudal-Quick-Step). Der Franzose gewann die Etappe am Mont Ventoux. Bei einer Größe von 1,78 Metern und 52 Kilogramm sieht man ihm den Gewichtsvorteil noch deutlicher an als Ferrand-Prévot oder einer anderen Klassementfahrerin dieser Tour Femmes.
Die Fahrerinnen zeigen aber einen offenen und reflektierten Umgang mit diesem Thema und äußern sich dazu in einer Art, wie es aus dem Männerpeloton noch nicht zu hören war.
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Im Siegerinterview: Plötzlich ruft Macron an

Quelle: Eurosport


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