Giro d'Italia, 19. Etappe: Drei Dinge, die auffielen - Zoff nach Sprintfinale und Patt im Duell ums Rosa Trikot

Das Finale der Bergankunft auf der 19. Etappe des Giro d'Italia brachte noch mehr Action als erwartet mit Attacken im Kampf der Favoriten um das Rosa Trikot und einem umstrittenen Sprint der Ausreißergruppe um den Tagessieg. Auf den 178 Kilometern von Marano Lagunare über einen Abstecher nach Slowenien nach Santuario di Castelmonte gab es zwei Rennen zum Preis von einem. Drei Dinge, die auffielen.

Letzte Kurve sorgt für Chaos: Bouwman macht im Finale die Tür zu

Quelle: Eurosport

Vier Bergwertungen, darunter im Etappenfinale zwei Anstiege der 1. Kategorie, sorgten nach dem flachen Aufgalopp für ein richtig hartes Stück Arbeit auf dieser 19. Etappe.
Die zwölfköpfige Spitzengruppe wurde auf den steilen Passagen der Kletterprüfung am slowenischen Kolovrat (1145m) völlig auseinandergenommen und auch die Gruppe der Favoriten schmolz dort massiv zusammen, bevor sie sich zu Schlussanstieg hin neu formierte.
Die sieben Kilometer hinauf zum Santuario di Castelmonte (612m) endeten dann in zwei außergewöhnlichen Sprints: An der Spitze wurde die letzte Kurve zur Schlüsselstelle, die über den Sieg entschied, dahinter sprintete das Rosa Trikot höchstselbst mit letztem Einsatz bis zur Ziellinie, um der Konkurrenz eventuell nochmals Sekunden abjagen zu können.
Drei Dinge, die auffielen:

1. Daumen hoch oder Daumen runter?

Auf der 10. Etappe war es noch die gefeierte Geste des Geschlagenen - auf der Zielgeraden der 19. Etappe hatte der Daumen des Zweitplatzierten eine ganz andere Botschaft. Während Mathieu van der Poel in Jesi seinem Bezwinger Biniam Girmay spontan Respekt gezollt hatte, sah Mauro Schmid den Ausgang des Sprints am Ende der Bergankunft nur ironisch als herausragend an.
Der Schweizer war sauber auf Sieger Koen Bouwman, dem er vorwarf, ihn in der letzten Kurve unfair behindert zu haben. "Meiner Meinung nach war es kein fairer Sprint. Er hat mich weggedrückt, ich konnte nichts mehr tun", schimpfte er am Eurosport-Mikrofon.
"Mein Lenker war vorn und er (Bouwman) wäre in der letzten Kurve fast gestürzt. Er weiß, dass er im Sprint langsamer ist, deswegen hat er mich weggedrückt. Ich kann jetzt nichts mehr machen. Der Zweite ist der erste Verlierer. Natürlich bin ich nicht glücklich. Ich hatte den Sieg heute in den Beinen", so der 22-Jährige, der im Vorjahr bereits eine Giro-Etappe gewonnen hatte.
Doch Eurosport-Experte Bernie Eisel sah in seiner Analyse der Situation keinen Fehler beim Niederländer, der Träger des Bergtrikots habe es "einfach besser gemacht", urteilte der Ex-Sprinter:
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Bouwmans Zielsprint sorgt für Wirbel - Eisel findet klare Worte

Quelle: Eurosport

2. Hoch die Hände, Wochenende!

Die Radsport-Fans können sich freuen: Der Giro-Abstecher nach Slowenien brachte noch keine Vorentscheidung im Sekundenkrimi um den Gesamtsieg in Verona, sondern alles blickt nach dieser 19. Etappe jetzt gebannt auf die Königsetappe am Samstag und das abschließende Zeitfahren sonntags in Verona.
Für den Ritt über den höchsten Punkt des Giro am Passo Pordoi auf dem Weg zur letzten Bergankunft kann laut Eurosport-Experte Bernie Eisel mehr als je zuvor in diesem Giro "das Popcorn bereit gehalten werden": Die Tifosi an der Strecke und die Zuschauer vorm TV erwartet ein Schlagabtausch um jede Sekunde - die Topfahrer und ihre Teams haben an diesem Freitag gezeigt, dass sie bereit für ein finale furioso sind.
Auch wenn der Schlussanstieg auf der 19. Etappe letztlich nicht schwer genug war, um für Abstände zu sorgen - das Spitzentrio versuchte es dennoch mehrfach und seine Teams hatten zuvor die Muskeln spielen lassen und bewiesen, dass Bora, Ineos und Bahrain bereit sind, "den Hammer auszupacken", wie es Jai Hindley am Eurosport-Mikrofon ausdrückte. Deshalb: Einschaltbefehl ab 12:25 Uhr am Samstag, wenn endgültig alle Karten auf den Tisch und die letzten Reserven in die Waagschale geworfen werden.

3. Porte: Giro-Aus durch Hintertür statt großer Bühne

Bitteres Ende statt abschließender Krönung: Richie Porte stand kurz davor, nach 2011 und Alberto Contador erneut seinen Kapitän zum Giro-Gesamtsieg zu führen. Doch der Australier musste während der 19. Etappe die Rundfahrt durch Krankheit geschwächt verlassen, beim Schlussanstieg heute und auf der Königsetappe morgen wird er Richard Carapaz im Kampf ums Rosa Trikot schmerzlich fehlen.
Für Porte, dessen Stern als Rundfahrt-Spezialist einst beim Giro 2010 aufging, als er bei seiner Grand-Tour-Premiere direkt Siebter wurde, ein Tiefschlag auf der Abschiedstournee in seiner letzten Profisaison. Der 37-Jährige wird nun inständig hoffen, dass sein Ausfall nicht mitentscheidend für den Showdown auf der 20. Etappe wird.
Sollte diese 17. Grand Tour tatsächlich seine letzte gewesen sein, hätte der Rundfahrt-Spezialist einen ganz anderen Abschied verdient gehabt.
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Stage 20 profile and route map: Belluno - Marmolada

Quelle: Eurosport

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