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Giro d'Italia: Lennard Kämna trägt Hoffnungen des deutschen Radsports - Angriff auf die Gesamtwertung
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Publiziert 05/05/2023 um 16:23 GMT+2 Uhr
Lennard Kämna trägt bei der 106. Ausgabe der Giro d'Italia die Hoffnungen des deutschen Radsports. Der 26-Jährige wagt den nächsten Schritt und stellt sich in Italien der bislang größten Herausforderung seiner Karriere. Kämna will vom Etappenjäger zum Mann für die Gesamtwertung werden. Seine bisherigen Ergebnisse in dieser Saison machen Mut, doch auch die Konkurrenz ist angriffslustig.
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Quelle: Eurosport
Das Gewicht stimmt, der Kopf ist frei, die Beine sind locker - Lennard Kämna ist bereit. "Ich bin auf einem Level, das ich vorher nicht erreicht habe. Meine Form ist ziemlich gut", sagte der deutsche Radprofi einen Tag vor dem Start des 106. Giro d'Italia.
In den kommenden drei Wochen stellt sich Kämna dort der bislang größten Herausforderung seiner Karriere: Vom Etappenjäger zum Mann für die Gesamtwertung - der 26-Jährige wagt den nächsten Schritt in seiner Entwicklung. "Vielleicht kann ich nach drei Wochen sagen, dass ich ein Fahrer für die Gesamtwertung bin. Ich werde sehen, wie es läuft", sagte Kämna.
Der bisherige Saisonverlauf macht Mut. Beim Etappenrennen Tirreno-Adriatico wurde Kämna Gesamtvierter, trug zwischenzeitlich das Führungstrikot. Vor allem ein starker zweiter Platz im dortigen Einzelzeitfahren ließ aufhorchen.
Bei der Tour of the Alps gewann er Mitte April eine Bergankunft. Am Ende war er Sechster der Gesamtwertung. In zwei Höhentrainingslagern arbeitete Kämna zwischenzeitlich an den Basics.
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Lennard Kämna
Fotocredit: Getty Images
Kämna: Der "derzeit beste deutsche Radprofi"
Beim Giro, der zweitwichtigsten Landesrundfahrt nach der Tour de France, wird nun alles größer, schwerer, länger und intensiver. "Ich will sehen, dass er über drei Wochen auf Tuchfühlung mit den Besten ist", sagte Ralph Denk, Chef des deutschen Teams Bora-hansgrohe, dem "SID": "Täglich mit den Besten mitfahren, das hat er noch nie gemacht."
Die Grundlagen dafür bringt Kämna mit. Der "derzeit beste deutsche Radprofi", wie Denk sagt, ist ein begnadeter Fahrer im Kampf gegen die Uhr, seine Klasse in den Bergen ist unstrittig, dazu ist er mit großer Rennintelligenz ausgestattet.
Vor drei Jahren verhalfen ihm diese Qualitäten zu einem Etappensieg bei der Tour de France. Im Vorjahr trumpfte Kämna beim Giro als Solist am Ätna auf. "Aber das muss man kopieren auf 21 Tage – das wird eine Herausforderung", sagte Denk.
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Ralph Denk
Fotocredit: Getty Images
Denk: "Beim Giro hat es schon Überraschungen gegeben"
Kämnas Gesamtplatzierung sei am Ende sekundär. Das "Wie" ist entscheidender. Nicht zu defensiv soll er fahren, zudem hoffe man, dass er "in der neuen Rolle seinen Freestyle und Rennwitz ein Stück weit beibehalten kann". Möglich ist dann vieles. "Beim Giro hat es schon Überraschungen gegeben", sagte Denk.
Bleibt Kämna, der sich bei Bora-hansgrohe die Führungsrolle mit dem Russen Alexander Wlassow teilt, sturzfrei und von Krankheiten verschont, ist ein Top-10-Resultat nicht unwahrscheinlich. Und dann? "Wenn der Giro vorbei ist, können wir das analysieren. Dann können wir uns die Frage stellen, ob es Sinn macht, das auch bei der Tour de France auszuprobieren", sagte Denk.
Der deutsche Radsport lechzt nach einem Fahrer, der bei der Großen Schleife um das Gelbe Trikot fahren kann. 2019 war Emanuel Buchmann als Vierter dicht am Podium in Paris. Es folgte der Karriereknick.
Kämna geht einen anderen Weg. Der Wandel zum Rundfahrer erfolgt schrittweise. Die Erfahrung beim Giro d'Italia soll ihn weiterbringen.
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(SID)
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