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Giro d'Italia 2024 - 17. Etappe: Georg Steinhauser gewinnt als Ausreißer am Passo del Brocon - Pogacar attackiert spät
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Update 22/05/2024 um 20:21 GMT+2 Uhr
Georg Steinhauser (EF Education-EasyPost) hat die 17. Etappe des Giro d'Italia 2024 von Selva di Val Gardena zum Passo del Brocon gewonnen. Der Deutsche war lange Teil einer Ausreißergruppe, bevor er mit Amanuel Ghebreigzabhier (Lidl-Trek) seinen letzten verbliebenen Mitstreiter stehen ließ und seinen Vorsprung am Schlussanstieg gegen das zu spät attackierende Peloton verteidigen konnte.
Highlights: Steinhausers Meisterstück am Passo del Brocon
Quelle: Eurosport
Es waren noch etwa 400 Meter bis ins Ziel der 17. Etappe des Giro d’Italia, da huschte Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) zum ersten Mal ein Lachen übers Gesicht. Vorher war es gekennzeichnet von Anstrengung und Konzentration.
Schließlich war der 22 Jahre alte Deutsche fast den ganzen Tag in einer Spitzengruppe unterwegs gewesen. Am Ende konnte er aber jubeln. Am Passo Brocon fuhr er seinen ersten Sieg als Profi ein.
Zweiter wurde Tadej Pogacar (UAE Team Emirates), der zwei Kilometer vor dem Ende aus der Favoritengruppe heraus attackierte, um seinen Kontrahenten um den Gesamtsieg der Rundfahrt weitere Sekunden aufzubürden.
Der Slowene, der damit erneut das Rosa Trikot verteidigte, kam rund anderthalb Minuten nach Steinhauser ins Ziel. 18 Sekunden hinter ihm erreichte Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) das Ziel, Geraint Thomas (Ineos Grenadiers), Daniel Martínez (Bora – hansgrohe), Einer Rubio (Movistar) und Romain Bardet (dsm-firmenich – PostNL) an seiner Seite.
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Steinhauser im Sieger-Interview: "Verdammt, ich habe gute Beine!"
Quelle: Eurosport
"Fuck, ich habe gute Beine!"
In den Top 10 tauschten lediglich Rubio und Filippo Zana (Jayco – AlUla), der nicht mit den Besten ankam, die Plätze. Der Kolumbianer ist nun Achter. Ebenfalls einen Platz nach vorne schob sich in der Gesamtwertung Simon Geschke (Cofidis), dafür reichte Platz 19 im Tagesergebnis.
Auf den 159 Kilometern von Wolkenstein in Gröden mit 4100 Höhenmetern hinauf zum Brocon, der gleich zweimal gefahren wurde, zählte Steinhauser zu den ersten Angreifern.
"Heute habe ich mir auf dem Weg zur Einschreibekontrolle schon gesagt: ‘Fuck, ich habe gute Beine! Vielleicht gewinne ich heute‘", so Steinhauser im Siegerinterview.
"Ich bin gleich zum Beginn des Rennens weggefahren, aber danach war es etwas eigenartig", schilderte er den Rennverlauf.
Steinhauser kontert Ghebreigzabhier-Attacke
Denn eine achtköpfige Spitzengruppe, die sich in der Abfahrt von der Cima Coppi am Passo Sella bildete, wurde nicht weit weggelassen und ließ sich dann in der Anfahrt zum Passo Gobbera (3. Kategorie) nach nicht ganz 100 Kilometern wieder einholen.
Doch weil es in der Favoritengruppe ruhig blieb, konnten die Ausreißer mitfahren. Und nochmal angreifen. Zunächst wagte sich Amanuel Ghebreigzabhier (Lidl – Trek) nochmal in die Offensive. Dann kam Steinhauser.
"Ich hatte irgendwann beschlossen es einfach nochmal zu probieren. Das habe ich gemacht. Und es hat geklappt." Rund 35 Kilometer vor dem Ziel im Anstieg zur ersten Brocon-Überquerung ließ Steinhauser, der seine erste Grand Tour fährt, seinen Begleiter stehen und fuhr den Rest des Tages ein Solo.
Schon auf der 8. Etappe nach Prati di Tivo war Steinhauser lange in einer Fluchtgruppe unterwegs, ehe die Favoriten ihn und seine Begleiter noch einholten.
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Wer ist Georg Steinhauser? Papa Tobias und der Velo Club stellen vor
Quelle: Eurosport
Milan behält das Maglia Ciclamino
“Da habe ich schon gemerkt, dass ich gute Beine hatte, vielleicht sogar gut genug, um eine Etappe zu gewinnen.“ Dann kam die Königsetappe vor drei Tagen nach Livigno, die er als Dritter beendete. “Allein damit wäre ich für diesen Giro schon zufrieden gewesen.“ Nun gab es noch das Sahnehäubchen.
Und das gelang, obwohl von hinten noch Pogacar Druck machte. Vielleicht etwas zu spät, doch dem Slowenen ist dieser Tage alles zuzutrauen.
"Ich habe über Funk gehört, was hinten passiert. Ich war extrem nervös. Ich wusste, dass ich bis zum Ziel alles geben muss. Irgendwann hörte ich, dass er angegriffen hat. Aber das war erst zwei Kilometer vor dem Ziel. Da dachte ich mir schon, dass ich es schaffe.“
An der Spitze der Sonderwertungen hat sich nichts getan. Jonathan Milan (Lidl – Trek) wird einen weiteren Tag im Maglia Ciclamino für den besten Punktesammler starten.
Tiberi behält Nachwuchswertung
Die Nachwuchswertung ist etwas sicher in den Händen von Tiberi, nachdem Thymen Arensman (Ineos Grenadiers) ein paar weitere Sekunden auf den Italiener verlor.
Das Bergtrikot gehört weiter Pogacar, doch hat er einen neuen Vertreter, der es morgen tragen wird. Giulio Pellizzari (VF Group – Bardiani CSF Faizane) sammelte genug Punkte, um auf den zweiten Platz zu klettern.
Bei weitestgehend trockener Witterung setzten sich die 146 verbliebenen Fahrer direkt in den ersten Anstieg des Tages, den Passo Sella, in Bewegung. Da es oben auf 2244 Metern um die neu gesetzte Cima Coppi ging, wurde von Beginn an auf Zug gefahren.
Christian Scaroni (Astana Qazqastan) oder Geschke, die dort aber vielleicht vorne zu erwarten gewesen wären, hielten sich aber zurück.
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Papa in Tränen: So erlebte Tobias Steinhauser den Sieg von Sohn Georg
Quelle: Eurosport
Pellizzari gewinnt Cima Coppi
Stattdessen war es Pellizzari, der sich die Wertung im Fotofinish vor Nairo Quintana (Movistar) sicherte und den Titel damit zurück nach Italien holte, nachdem es im Vorjahr in Santiago Buitrago wie im Falle von Quintana um einen Kolumbianer handelte, der an den Drei Zinnen den höchsten Berg der Rundfahrt erklomm.
Mit wenigen Sekunden Vorsprung auf ein schon nach neun Kilometern auf 25 Fahrer zusammengeschrumpftes Feld ging das Duo in die Abfahrt, in der weitere Fahrer aufschlossen.
So hatte sich kurz vor dem Zwischensprint in Predazzo nach nicht ganz 50 Kilometern eine achtköpfige Gruppe gebildet, zu der auch Steinhauser, Julian Alaphilippe (Soudal – Quick-Step), Damiano Caruso (Bahrain Victorious), Davide Ballerini (Astana Qazqastan), Marco Frigo (Israel – Premier Tech) und Ghebreigzabhier. Auch Bardet oder Domenico Pozzovivo (VF Group – Bardiani CSF Faizane) hatten neben weiteren Profis den Sprung nach vorne versucht, wurden vom nun aber wieder deutlich angewachsenen Hauptfeld nicht weggelassen.
Den Anschluss schafften auf den ersten der knapp 20 Kilometer des Passo Rolle hingegen Attila Valter (Visma – Lease a Bike) und Nicola Conci (Alpecin – Deceuninck).
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Steinhauser krönt Husarenritt - Pogacar attackiert zu spät
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Steinhauser hält Ghebreigzabhier in Schach
Zweihalb Minuten fuhr sich die Gruppe auf das Feld maximal heraus, am Gipfel des Rolle war eine gute Minuten verblieben, denn dsm-firmenich hatte im Feld die Tempoarbeit übernommen.
Pellizzari sicherte sich nach den 50 Punkten an der Cima Coppi weitere 40, bevor es in die nächste lange Abfahrt ging. Gut 90 Kilometer waren es da noch bis ins Ziel.
In der Abfahrt wurde es dann nass. Vor allem in der Spitzengruppe ging das Tempo zurück. Und deswegen wurden sie am Passo Gobbera (3. Kategorie) gestellt.
dsm hielt das Tempo hoch, bloß 30 Fahrer blieben zusammen. Kurz vor der Bergwertung ging Ghebreigzabhier nochmal in die Offensive. Steinhauser folgte ihm, das Duo ging gemeinsam und mit einer knappen Minute Vorsprung in die erste Auffahrt zum Passo Brocon.
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Freudentränen hinter der Sonnenbrille: Steinhauser-Coach im Interview
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Steinhauser geht Solo in den letzten Anstieg
Kurz vor dem Gipfel ließ Steinhauser Ghebreigzabhier dann stehen. 1:45 Minuten hatte er oben als Sieger der Bergwertung (2. Kategorie) Vorsprung auf das Feld. Und nach einer sicheren Abfahrt ging er mit zweieinhalb Minuten Vorsprung in die letzten zwölf Kilometer Anstieg bis ins Ziel.
Weil in der Favoritengruppe lange alles ruhig blieb, Ineos Grenadiers eher nur verhalten in der Tempoarbeit agierte, wuchs Steinhausers Vorsprung sieben Kilometer vor dem Ende sogar auf über drei Minuten an.
Dann übernahm Arensman die Tempoarbeit, zudem wartete hinter der 5-Kilometer-Marke der steilste Abschnitt des Schlussanstieges. Der Abstand schrumpfte, aber nicht auf ein besorgniserregendes Maß. 3000 Meter vor dem Ende musste mit Ben O’Connor der erste Fahrer aus den Top 5 reißen lassen.
Martínez nutzte die Gelegenheit und beschleunigte nochmal, ehe Pogacar einen Kilometer später an die Spitze der Gruppe fuhr und sich absetzte. Doch der Slowene zog nicht voll durch, womit Steinhauser der Sieg nicht mehr zu nehmen war.
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Giro d'Italia 2024 - Stage 19: Key route details as race continues to Sappada
Quelle: Eurosport
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17. Etappe | BergetappeSelva di Val Gardena → Passo del Brocon / 159 km
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G. SteinhauserBeendet
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