Giro d'Italia 2024: Bora-hansgrohe schwingt sich im Schatten von Tadej Pogacar zur Nummer zwei auf

Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) hat den Giro d'Italia fest im Griff, nach sieben Etappen scheint der slowenische Superstar unaufhaltsam gen Gesamtsieg zu schweben. Doch auch im Schatten des Gesamtführenden werden Erfolgsgeschichten geschrieben - wie jene von Bora-hansgrohe. Das deutsche Team schwang sich am Freitag zur Nummer zwei im Feld auf und will nun den nächsten Schritt gehen.

"Alles läuft nach Plan": Bora und Schachmann glänzen beim Giro

Quelle: Eurosport

"Eine Sekunde pro Kilometer auf so ein Biest wie Ganna zu verlieren, ist keine Schande", gab sich Maximilian Schachmann (Bora-hansgrohe) nach seiner Zielankunft bescheiden.
Am Freitag fügte der Deutsche seiner märchenhaften Rückkehr auf die ganz große Bühne ein weiteres Kapitel hinzu und ließ seinem sensationellen zweiten Platz zum Auftakt einen starken fünften Rang im Zeitfahren der 7. Etappe des Giro d'Italia folgen.
Angesichts der Meisterleistung, welche Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) wenig später ablieferte, ging Schachmanns Darbietung im Zielraum von Perugia jedoch etwas unter. Damit war er aber nicht allein.
Sein Teamkollege und Kapitän Daniel Felipe Martínez schob sich - ebenso im Schatten des slowenischen Superstars - im Gesamtklassement nämlich an Geraint Thomas (Ineos Grenadiers) vorbei und ist plötzlich Pogacars Verfolger Nummer eins. Doch wie ist dieser Erfolg zu bewerten?

Bora löst Ineos ab - doch der letzte Schritt fehlt

"Im Großen und Ganzen läuft bisher alles nach Plan", zog Robert Bengsch im Velo Club bei Eurosport ein positives Zwischenfazit hinsichtlich der bisherigen Leistungen von Bora-hansgrohe.
Der einzige Makel, den der ehemalige Radrennfahrer nach einem Drittel der Giro-Etappen ausmacht, sei der fehlende Tagessieg. Zwar zog Bora in Person von Martínez an Konkurrent Ineos vorbei, im direkten Duell um einen Etappensieg befindet man sich im Vergleich mit dem britischen Rennstall aber noch im Hintertreffen.
Jhonatan Narváez ließ Ineos direkt zum Giro-Auftakt jubeln - und zwar ausgerechnet in einem Zentimeter-Krimi gegen Schachmann.
"Der Etappensieg muss her", forderte Bengsch daher. "Das ist aber leichter gesagt als getan." Mit Danny van Poppel sei dies laut dem 40-Jährigen kein einfaches Unterfangen, der Verlust von Florian Lipowitz brachte Bora zudem um "eine wichtige Karte" im Kampf im Peloton.
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Highlights: Pogacar holt großen Rückstand im Zeitfahren auf

Quelle: Eurosport

Bora sucht die Balance: Schachmann empfiehlt sich

Die ideale Chance für Schachmann, oder? Eine Frage, die bei Bora nun intensiv diskutiert werden dürfte. Immerhin bewies der gebürtige Berliner auf der 1. Etappe seine Qualitäten als Ausreißer, letzten Endes fehlte ihm zur Krönung lediglich das viel zitierte Quäntchen Glück.
Durch Martínez' Aufstieg zur Nummer zwei im Gesamtklassement könnte ein derartiges Vorhaben aber vorerst hintangestellt werden. "In den nächsten zwei Wochen wird er mit Sicherheit viel Arbeit für Martínez leisten müssen", gab Fabian Wegmann im Velo Club zu bedenken. "Vielleicht kriegt er seine Chance, wenn alles passt."
Viel wichtiger sei bei Schachmann ohnehin die Konstanz und die steigende Formkurve. Die Ergebnisse des 30-Jährigen zeigen, "dass er auf dem richtigen Weg ist und wieder der alte Maximilian Schachmann werden kann", unterstrich Wegmann. "Das ist der nächste Schritt auf der Leiter."

Der Berg ruft: Bora auf dem Prüfstand

Den nächsten Schritt gehen möchte auch Bora-hansgrohe und seine Ambitionen im Gesamtklassement unterstreichen. Dieses Vorhaben steht am Samstag aber auf dem Prüfstand. Die 8. Etappe hat es nämlich in sich.
Schachmann und Co. stehen auf dem Weg von Spoleto nach Prati di Tivo 152 Kilometer und knackige 3850 Höhenmeter bevor, die Gefahr eines Angriffs der Konkurrenz lauert immer und überall.
Das Narrativ wird am achten Tag der Italien-Rundfahrt aber wohl erneut allein von Pogacar bestimmt, der Konkurrenz bleibt dann wieder nur der Schatten. Wobei Bora - wie bereits bewiesen - diese Situation wohl nicht unbedingt stören würde.
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Pogacar erklärt Zeitfahr-Sieg: "Anstieg liegt mir einfach mehr"

Quelle: Eurosport


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