Giro d'Italia 2024: Tadej Pogacar degradiert Italien-Rundfahrt zum Trainingslager - Superstar macht, was er will

Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) hat am Samstag seinen dritten Etappensieg beim Giro d'Italia 2024 eingefahren. Die Art und Weise seines Triumphes war beängstigend, die Konkurrenz kann mit dem Tempo des Slowenen und seines Teams keineswegs mithalten. Pogacar hat die Italien-Rundfahrt zum Trainingslager degradiert - und sendet ein klares Signal mit Hinblick auf die Tour de France.

"Kein Kraut gewachsen": Pogacar beim Giro auf anderem Level

Quelle: Eurosport

Auf dem Papier fiel die Entscheidung im Kampf um den Tagessieg zwar in den letzten Atemzügen der Etappe, für den gemeinen Radsportfan stand der Triumphator bei der zweiten Bergankunft des diesjährigen Giro d'Italia aber schon längst fest.
Als das Peloton - angeführt von einem bärenstarken UAE Team Emirates - den Schlussanstieg nach Prati di Tivo mit einem Rückstand von knapp 40 Sekunden in Angriff genommen hatte, war Tadej Pogacar der dritte Etappenerfolg nämlich bereits nicht mehr zu nehmen gewesen.
Nach beeindruckender Vorarbeit durch Teamkollege Rafal Majka wimmelte Pogacar im Schlusssprint Daniel Felipe Martínez (Bora-hansgrohe) mit einer spielerischen Leichtigkeit ab und schien nach insgesamt 152 Kilometern und 3850 Höhenmetern nicht einmal bei seinem Limit angelangt zu sein.
Der slowenische Dominator führte seine Konkurrenz nur einen Tag nach seinem furiosen Sieg im Einzelzeitfahren erneut vor - und das Signal für die Tour de France (29. Juni bis 21. Juli live bei discovery+) könnte kaum größer sein.
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"Als würde er spielen": Pogacar eiskalt bei Bergankunft

Quelle: Eurosport

Pogacar mutiert zum Moralbrecher

"Für ihn ist das ein gut bezahltes Trainingslager", erklärte Robert Bengsch im Velo Club bei Eurosport mit Blick auf die Frankreich-Rundfahrt. "Er ist einfach auf einem anderen Level. Das ist heute klar geworden."
Vor allem die Art und Weise von Pogacars Triumph ist ein Nackenschlag für die Konkurrenz, deren Moral bereits in der ersten Woche der Italien-Rundfahrt stark angeschlagen ist.
"Als wir auf die letzten zwei Kilometer kamen, dachte ich mir: Okay, heute ist meine Chance. Aber Pogacar war unglaublich", meinte ein geschlagener Martínez bei Eurosport.
"Wenn man das sieht, muss man eine große Moral mitbringen", versetzte sich Bengsch in die Situation der Verfolger. "Er zeigt seine Stärken und demonstriert sie mit seiner ganzen Mannschaft, die offensiv hinterhergefahren ist und genau das vorbereiten wollte."

UAE Team Emirates lehrt Konkurrenz das Fürchten

Gerade die unheimliche Überlegenheit von UAE Team Emirates am Samstag war bezeichnend. Der Umgang der Konkurrenz mit dieser Dominanz ebenso.
Wie Eurosport-Experte Jens Voigt während der Etappe vom Motorrad berichtete, sprach er rund 60 Kilometer vor Schluss mit einigen Teamchefs über deren Tipps hinsichtlich des Tagessieges. Der Tenor lautete: "Keine Frage, Pogacar will gewinnen."
Mit anderen Worten: Die Zügel hat im Stiefelstaat nur einer in der Hand - und Pogacar macht, was er will.
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Tadej Pogacar

Fotocredit: Getty Images

Was bedeutet die Pogacar-Dominanz für die Tour?

Das wirft Fragen nach dem Kräfteverhältnis bei der Tour de France auf. Immerhin ist ein derartiger Triumphzug eines Favoriten zum Auftakt einer Grand Tour nicht gerade alltäglich.
Im Vergleich zu seinen direkten Herausforderern scheint Pogacar in einer eigenen Sphäre unterwegs zu sein. Während Jonas Vingegaard, Primoz Roglic und Remco Evenepoel nach ihrem schweren Sturz bei der Baskenland-Rundfahrt langsam auf die Tour hinarbeiten, absolviert der zweimalige Gesamtsieger der Frankreich-Rundfahrt das wohl schwierigste Trainingslager der Welt mit bestechender Bravour.
Doch man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. "Es kann immer noch etwas passieren", warnte Eurosport-Experte Fabian Wegmann vor einem verfrühten Abwinken der Konkurrenz. "Pogacar hatte in einigen Grand Tours schon einen richtig schwarzen Tag, das kann ihm auch hier widerfahren."
Ein Szenario, welches aktuell aber nur schwer vorstellbar ist.
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Highlights: Dritter Streich! Pogacar bei Bergankunft unerbittlich

Quelle: Eurosport

Pogacar erwartet stressfreie Etappe

Trotzdem tun Martínez mit Bora und Geraint Thomas mit Ineos Grenadiers gut daran, nicht vorzeitig die weiße Fahne zu hissen.
Bislang ist nur ein Drittel des Giro absolviert, 14.450 von 44.650 Höhenmeter wurden hinter sich gebracht. Genügend Raum für dramatische Aufholjagden also.
Von einer solchen dürfte Pogacar am Sonntag jedoch verschont bleiben, für die 214 Kilometer zwischen Avezzano und Neapel erwartet sich der Gesamtführende einen stressfreien Auftritt.
"Die letzten 50 Kilometer sind aber etwas tückisch und gefährlich. Deswegen brauchen wir starke Nerven und müssen fokussiert bleiben", führte der Superstar aus. "Und danach ist der Ruhetag, ich kann es kaum erwarten."
Den kann Pogacar nach seiner Darbietung in der ersten Giro-Woche gut gebrauchen - seine Verfolger beschweren sich über eine kurze Auszeit vom "Kannibalen" sicher auch nicht.
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Bergtrikot als Ziel? Geschke bringt sich in Stellung

Quelle: Eurosport


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