Giro d'Italia 2024: Tadej Pogacar von slowenischen Fans am Monte Grappa genervt - "Der soll einfach zuhause bleiben!"
VonFelix Mattis
Update 25/05/2024 um 21:30 GMT+2 Uhr
Enthusiastisch haben die Fans beim Giro d'Italia im Finale der 20. Etappe am Monte Grappa den Dominator der 107. Italien-Rundfahrt gefeiert – zu enthusiastisch. Tadej Pogacar fuhr auf den letzten Kilometern des finalen Anstiegs des Giros allein dem Sieg entgegen, als er ein ums andere Mal anfeuernd auf Schulter, Rücken oder Hintern geschlagen wurde – worüber er sich lauthals beschwerte.
"Der soll daheim bleiben!" Fans übertreiben es am Monte Grappa
Quelle: Eurosport
Die letzten vier Kilometer des steilen Anstiegs zum Monte Grappa wurden zu einem regelrechten Spießroutenlauf für Giro-Dominator Tadej Pogacar.
Der 25-Jährige fuhr allein dem Gipfel entgegen und wurde von den Zuschauermassen frenetisch gefeiert und angefeuert.
Eine sehr große Zahl der Fans aber übertrieb es am letzten Berg der Italien-Rundfahrt. Immer wieder kam es zur Berührungen und mehrmals beschwerte sich Pogacar auch – sowohl über den Körperkontakt, als auch über rosa Rauchschwaden von Pyrotechnik, durch die er durchfahren musste.
"Ein No-Go", urteilte Eurosport-Experte Jens Voigt im Live-Kommentar. Rolf Aldag pflichtete bei: "Diese Mitlauferei scheint mir heute wirklich extrem zu sein", meinte der 55-Jährige und wünschte sich mit Bezug auf einen Mann, der Pogacar einen Schubser gab: "Der soll einfach zuhause bleiben nächstes Mal."
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Highlights: Pogacar nicht aufzuhalten - nächste Machtdemonstration
Quelle: Eurosport
Kaum Polizei und Absperrgitter
Auffällig war, dass kaum Polizisten zur Streckensicherung am Monte Grappa an der Straße standen.
"Ich weiß nicht, ob man bei der Tour nicht vielleicht mehr Polizei am Straßenrand hat. Die unterbinden das natürlich. Wenn die Zuschauer bei der Tour dasselbe machen würden, wären schon einige in die Felsen geworfen worden", meinte Aldag.
Bei der Frankreich-Rundfahrt stehen an den Bergen, an denen viel Publikum erwartet wird, alle 50 bis 100 Meter Gendarme und stoppen mitlaufende, allzu euphorische Fans.
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Kuriose Verfolgungsjagd: Fuchs sorgt beim Giro für Aufsehen
Quelle: Eurosport
"Du stehst da vier Stunden und jetzt kommt der Führende alleine vorbei - dass es da mit Dir durchgeht, ist logisch. Aber so geht es einfach nicht. Es ist brandgefährlich und wenn der Ausgang des Giros durch sowas beeinflusst werden würde, wäre das natürlich der Horror", meinte Aldag im Live-Kommentar: "Das macht ihm gerade überhaupt keinen Spaß, das ist supernervig."
Voigt ergänzte: "Man kann immer nur an den normalen gesunden Menschenverstand appellieren und sagen: Leute, gebt den Fahrern ein bisschen mehr Platz. Es ist ja auch so: Wenn die nebenher laufen und sich zu ihrem Helden umdrehen, sehen die ja auch nicht, wo sie hinlaufen. Dann rennen sie in jemand rein, fallen auf die Straße - das habe ich auch mehr als einmal gesehen."
Gut gemeint, aber trotzdem ein "No-Go"
Erst rund 150 Meter vor der Bergwertung erreichte Pogacar eine Passage mit schützenden Absperrgittern, die die Fans von der Straße hielten.
Voigt vermutete: "Es ist glaube ich auch eine Budgetfrage und der Giro sagt sich vielleicht: Das Geld habe ich nicht, da nochmal mehr Gitter zu stellen."
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Pogacars Siegermentalität: "Ich wollte den Giro stark beenden"
Quelle: Eurosport
Anders als zu Zeiten von Lance Armstrong oder auch der Dominanz des Teams Sky bei der Tour de France, die sich jeweils auch vielen Anfeindungen und sogar Attacken mit vollen Urinbechern ausgesetzt sahen, wollten die Fans bei Pogacar in erster Linie ihre Zuneigung zeigen und den Slowenen anfeuern.
Doch auch da gibt es Grenzen, die nicht überschritten gehören. Nicht umsonst werben die Profiteams seit Jahren immer wieder vor den großen Rundfahrten mit Social-Media-Videos dafür, den Fahrern mehr Platz zu lassen.
"Pogacar hat gerade 50 Schläge auf die Schulter gekriegt. Jeder Einzelne meint, er ist der Einzige und meint es nur gut. Aber wisst ihr, wie das wehtut, da 50 Mal auf die Schulter geschlagen zu werden? Das tut weh – das braucht kein Mensch", meinte Voigt abschließend.
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Stage 21 profile and route map: Rome - Rome
Quelle: Eurosport
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