Giro d'Italia 2025: Mads Pedersen mehrfach mit Glück im Unglück auf der 4. Etappe - drei Dinge, die auffielen

Nach dem Transfer von Albanien nach Italien ist die 4. Etappe des 108. Giro d'Italia in Lecce mit dem erwarteten ersten echten Massensprint zu Ende gegangen. Dabei bezwang Casper van Uden den von den Experten klar favorisierten Olav Kooij. Trotz doppelten Sturzpechs zeigte sich auch Mads Pedersen wieder stark und auch um die Gesamtwertung wird bereits gekämpft. Drei Dinge, die auffielen.

Highlights: Van Uden gewinnt chaotischen Sprint

Quelle: Eurosport

Mit niederländischer Sprint-Dominanz ist das vierte Giro-Teilstück zu Ende gegangen: Sieg von van Uden (Picnic-PostNL) vor seinen Landsmännern Kooij (Visma-Lease a Bike) und Maikel Zijlaard (Tudor).
Dahinter fuhr Pedersen (Lidl-Trek) im Rosa Trikot als Vierter über den Zielstrich und büßte zwar Punkte im Kampf ums Maglia Ciclamino ein, konnte insgesamt an diesem Dienstag aber von Glück im Unglück sprechen.
Neben seinem Polster in der Punktewertung schmolz für Pedersen auch jenes in der Gesamtwertung ums Rosa Trikot etwas zusammen. Zwei Sekunden näher kam Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) dem Dänen, weil er sich am Zwischensprint des sogenannten Red Bull Kilometers Bonifikationen sicherte - dort wurde nämlich trotz Flachetappe auch unter den Klassementfahrern gefightet.
Drei Dinge, die auf der 4. Giro-Etappe auffielen:

1. Niederländische Dominanz dank stärkster Teams

Im Eurosport-Tippspiel "'The Predictor" war man sich vor dem Etappenstart einig: Von fünf Experten tippten fünf auf einen Sieg des Niederländers Olav Kooij auf der ersten echten Flachetappe dieser Italien-Rundfahrt. Am Ende waren tatsächlich sogar drei Niederländer vorn, doch als Erster fuhr Casper van Uden über den Zielstrich - vor Kooij und Maikel Zijlaard.
Wie üblich dankte der 23-Jährige im Sieger-Interview zunächst einmal seinem Team für dessen Arbeit. Und wenn man sich den Sprint von Lecce genauer anschaut, waren es tatsächlich die Teams, die für den niederländischen Dreifacherfolg verantwortlich waren. Denn Kooijs Visma-Phalanx, Zijlaards Tudor-Truppe und schließlich van Udens Picnic-Paket hielten auf dem Schlusskilometer am besten zusammen und bestimmten das Finale. Das beste Timing dabei hatte Picnic-PostNL mit Anfahrer Bram Welten und folglich sicherte sich auch dessen Kapitän den Sieg.
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Sprint-Analyse: Das war der Schlüssel zum Sieg auf der 4. Etappe

Quelle: Eurosport

"Wir wissen, dass wir mit den Lead-Outs gut zurechtkommen. Auch bei der Türkei-Rundfahrt lief es schon gut. Meine Teamkollegen haben großartige Arbeit geleistet und ich freue mich sehr, ihnen etwas zurückgeben zu können", sagte van Uden im Sieger-Interview und zog aus dem Sieg auch Selbstvertrauen: "Ich kenne alle im Team gut und sie glauben an mich. Manchmal muss ich diesen Glauben auch an mich selbst haben. Dieser Sieg hilft mir dabei."
Schon im vergangenen Jahr deutete van Uden seine Klasse mehrfach an, seine Teamleitung aber gab bei der Nominierung zur Tour de France 2024 trotzdem Fabio Jakobsen den Vorzug als Sprinter. Das wurde in den Niederlanden damals hart diskutiert, zumal Jakobsen nicht in Top-Form schien. Macht van Uden beim Giro so weiter, dürfte das Thema vor der Tour 2025 erneut auf den Tisch kommen - zumindest aber dürften die Experten-Tipps für die nächsten Tage nicht mehr so einseitig ausfallen.

2. Pedersen mit Glück im Unglück

Mads Pedersen hat zwar den dritten Etappensieg verpasst, sollte mit Rang vier in Lecce aber dennoch gut leben können. Denn für den Mann im Rosa Trikot lief es im Verlauf der 4. Etappe alles andere als ideal. Gleich mehrfach hatte der Däne Glück im Unglück. Schon rund 128 Kilometer vor dem Ziel krachte es im hinteren Teil des Pelotons und Pedersen, der sich weit hinten aufhielt, kam nur gerade so rechtzeitig zum Stehen.
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Schrecksekunde für Rosa Trikot: Pedersen entgeht Sturz nur knapp

Quelle: Eurosport

22 Kilometer vor Schluss musste der Weltmeister von 2019 erneut stoppen, als unter anderem sein Teamkollege Sören Kragh Andersen neben ihm stürzte und sich dabei das Handgelenk brach. Wie sein Team am Dienstagabend bekanntgab, muss Andersen die Rundfahrt vorzeitig beenden.
Trotz harter Verfolgungsjagd nach diesem zweiten Vorfall zeigte sich Pedersen im Sprint-Finale noch stark, fuhr ohne eigenes Lead-Out selbst im Wind nach vorn an eine gute Ausgangsposition für den Schlusskilometer und spurtete schließlich auf Rang vier.
Seine beeindruckende Form stellte er damit erneut unter Beweis. Und auch wenn sein Vorsprung in der Punktewertung gegenüber dem Zweitplatzierten Kooij an den Zwischensprints sowie im Ziel von 54 auf 31 Zähler schrumpfte, ist Pedersen sprichwörtlich mit dem blauen Auge davongekommen und weiterhin erster Favorit auf den Gewinn des Maglia Ciclamino.
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Glück im Unglück für Pedersen: Rosa Trikot mit zweitem Beinahe-Sturz

Quelle: Eurosport

Allerdings musste er auch spüren, wie schnell es vorbei sein kann. Und zwar nicht nur bei den Stürzen um ihn herum. Denn selbst im Finale hatte er nochmal Glück: Für den wiederholten Körperkontakt zwischen seiner rechten und Max Kanters linker Schulter, bestrafte die Jury nur den Deutschen mit einer Rückversetzung ans Ende des Feldes sowie vor allem mit einer Gelben Karte, obwohl Pedersens Oberkörper sich mindestens genauso aktiv in Richtung des Gegners bewegte.
Bekommt ein Fahrer zwei Gelbe Karten im Verlauf des Giros, wird er vom Rennen ausgeschlossen. Da eine erste schon auf Etappe 4 zu kassieren, war für Kanter sehr bitter und wäre auch für Pedersen eine schwere Bürde geworden.

3. Kampf um den Giro-Sieg auch auf Flachetappe

Topographische Schwierigkeiten hielt die 4. Etappe nach Lecce kaum bereit. Und trotzdem entbrannte nach rund 83 Kilometern plötzlich sogar der Kampf unter den Gesamtsiegs-Kandidaten kurzzeitig. Denn als es auf den sogenannten Red Bull Kilometer ging, an dessen Ende täglich 6, 4 und 2 Sekunden Zeitgutschrift winken, drückte plötzlich Movistar aufs Tempo und dann gaben auch Bahrain Victorious für Antonio Tiberi sowie UAE-Emirates-XRG für Juan Ayuso Vollgas.
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Roglic klaut Ayuso am Bonus-Sprint zwei Sekunden

Quelle: Eurosport

Hinter Solo-Ausreißer Francisco Munoz (Polti-VisitMalta) sprintete schließlich Isaac Del Toro für UAE als Zweiter über die Sprintlinie, doch hinter ihm staubte Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) die letzte Bonifikation ab. Damit machte der Slowene zwei Sekunden auf seine Kontrahenten Tiberi und Ayuso gut - genau das Gegenteil von dem, was deren Teams mit ihrer Aktion wohl erreichen wollten.
Neben dem kleinen Zeitgewinn unterstrich Roglic damit vor allem seine Souveränität. "Er musste da mitgehen", urteilte Red Bulls Sportlicher Leiter Bernhard Eisel in seiner Funktion als Eurosport-Experte im Velo Club über Roglics Kraftinvestition für den Sprint und Robert Bengsch pflichtete ihm bei: "Das hat Primoz richtig gut gemacht, weil er gut Position gefahren ist."
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Giro-Strecke: Profil der 5. Etappe - schweres Finale in Matera

Quelle: Eurosport

 
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