Vincenzo Nibali kritisiert modernen Radsport mit Tadej Pogacar als Dominator: "Geht nur noch um Wattwerte und Zahlen"

Vincenzo Nibali war zu seiner aktiven Zeit einer der besten Rundfahrer des Pelotons. Er gewann zweimal den Giro d'Italia, sowie je einmal die Tour de France und die Vuelta a España. In einem Interview mit der spanischen "Marca" im Rahmen des diesjährigen Giro sprach der heutige Botschafter der Italien-Rundfahrt über Veränderungen im Radsport und seine Tipps für das Podium in Rom.

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Quelle: Eurosport

"Inzwischen geht es nur noch um Wattwerte und Daten", kritisierte der 40-Jährige: "Vorher wurden die Rennen mehr gelesen. Tadej Pogacar attackiert 100 Kilometer vor dem Ziel, das ist beeindruckend, aber zu meiner Zeit wurde die Rennintelligenz auch sehr hochgeschätzt."
Nibali galt als sehr cleverer Rennfahrer, der auch seine Fähigkeiten als Abfahrer häufig für Attacken einsetzte und seine Kontrahenten damit auf dem falschen Fuß erwischte. 2016 gewann er den Giro durch eine Attacke in der Abfahrt vom Colle dell'Agnello und verbesserte sich innerhalb von zwei Tagen von Platz vier auf Platz eins.
"Ich sage nicht, dass es heute besser oder schlechter ist, es ist einfach anders", erklärte der Italiener: "Ich mochte die Strategie mehr, das Spielen mit den Rivalen. Es gab mehr Raum für Improvisation. Heute wird alles gemessen."
Für den Giro 2025 setzte der "Hai von Messina" große Hoffnungen auf Landsmann Giulio Ciccone: "Der Giro verspricht viel Spannung. Primoz Roglic kommt mit Erfahrung und Ehrgeiz an, Ayuso ist noch jung aber seine Klasse ist beeindruckend. Ciccone hat einen großartigen Moment aktuell. Es wird nicht einfach, aufs Podium zu fahren, aber er sieht gut aus."

Nibali: "Radsport ist ein Serie-A-Sport"

Trotz der veränderten Rennweise sei der Radsport attraktiver als je zuvor, gab Nibali zu. Das verrät ihm auch ein Blick auf die gezahlten Gehälter im Sport.
"Es ist gut, dass jetzt gut verdient wird", sagte er gegenüber der spanischen Zeitung: "Vier, fünf Millionen Euro im Jahr - das ist gut, denn es zeigt, dass der Radsport kein zweitklassiger Sport ist. Er hat ein sehr hohes Level erreicht und das verdienen wir alle: die Fahrer, die Teams und die Fans. Radsport ist nicht länger in der Serie B oder Serie C angesiedelt, es ist jetzt ein Serie-A-Sport."
Mit dem Gesamtführenden Mads Pedersen wird der Giro nach dem Ruhetag auf dem italienischen Festland fortgesetzt - Nibali ist weiterhin im Tross dabei.
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Quelle: Eurosport


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