Richard Carapaz düpiert die Giro-Konkurrenz mit Neun-Kilometer-Solo am Geburtstag seines Sohnes

Richard Carapaz hat in Castelnovo Ne' Monti die 186 Kilometer lange 11. Etappe des 108. Giro d'Italia gewonnen. Der Ecuadorianer von EF Education-EasyPost attackierte in der letzten Steigung des Tages neun Kilometer vor dem Ziel aus dem da nur noch rund 25-köpfigen Favoritenfeld heraus und zog von da als Solist bis ins Ziel durch. Das Rosa Trikot behauptete Isaac Del Toro als Etappenzweiter.

Highlights XXL: Carapaz krönt explosive Solo-Attacke

Quelle: Eurosport

Der Mexikaner Del Toro (UAE-Emirates-XRG) gewann den Sprint des Verfolgerfeldes zehn Sekunden hinter dem Tagessieger. Dritter im Tagesklassement wurde Giulio Ciccone (Lidl-Trek) vor Tom Pidcock (Q36.5) und Egan Bernal (Ineos Grenadiers).
Die Favoriten auf den Giro-Gesamtsieg um Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe) und Juan Ayuso (UAE-Emirates-XRG) kamen allesamt in der von Del Toro ins Ziel geführten Gruppe an. Antonio Tiberi (Bahrain Victorious) wurde Sechster, Ayuso Siebter, Roglic Zwölfter, Simon Yates (Visma-Lease a Bike) 15. und Michael Storer (Tudor) kam als 18. und letzter Fahrer der Gruppe über die Linie.
"Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wie lange es schon her ist, dass ich gewonnen habe - aber es liegt schon eine Weile zurück", sagte Carapaz, der zuletzt am 17. Juli 2024 die 17. Etappe der Tour de France 2024 gewonnen hatte, nach dem vierten Giro-Etappensieg seiner Karriere. "Deshalb ist es etwas ganz Besonderes, diese Etappe beim Giro zu gewinnen. Ich möchte den Sieg meiner Familie widmen, besonders meinem Sohn, denn der hat heute Geburtstag."

Carapaz: "Wusste genau, dass ich da loslegen muss"

Der Giro-Gesamtsieger von 2019 attackierte neun Kilometer vor dem Ziel im letzten Anstieg des Tages zum Kategorie-2-Bergpreis von Pietra di Bismantova, als die letzten Ausreißer des Tages gerade eingeholt wurden, nachdem seine Teamkollegen in der Steigung den Angriff mit hohem Tempo vorbereitet hatten.
"Es war richtig aufregend heute und auch mannschaftlich eine sehr starke Leistung", sagte Carapaz. "Ich wusste genau, dass ich in diesem Moment loslegen muss, um die Gruppe hinter mir zu lassen und es ins Ziel zu schaffen."
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Solo-Attacke glückt: Carapaz spuckt Del Toro in die Suppe

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Durch seinen zweiten Etappenrang baute Del Toro seine Gesamtführung um sechs Sekunden aus und liegt daher nun 31 Sekunden vor Ayuso an der Spitze der Italien-Rundfahrt. Tiberi (+ 1:07) ist Dritter, Simon Yates (+ 1:09) Vierter und Roglic (+ 1:24) Fünfter.
Dahinter rückten Carapaz (+ 1:56) und Ciccone (+ 2:09) am UAE-Duo Brandon McNulty (+ 2:16) und Adam Yates (+ 2:33) vorbei auf die Plätze sechs und sieben. McNulty und Adam Yates verloren in Castelnovo zehn beziehungsweise 21 Sekunden auf die anderen Klassementfahrer.
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Analyse zum Carapaz-Sieg: "Taktisch den richtigen Moment gewählt"

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Neben dem Rosa Trikot behauptete Del Toro natürlich auch das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers, das Ayuso stellvertretend trägt. Das Maglia Ciclamino des Punktbesten gehört weiterhin Mads Pedersen (Lidl-Trek), die Bergwertung führt nach wie vor Lorenzo Fortunato (XDS-Astana) an. Der Italiener hat nun 156 Punkte auf dem Konto und baute seinen Vorsprung in der Ausreißergruppe des Tages auf 102 Zähler gegenüber dem Zweitplatzierten Ayuso aus.
Zu Beginn der Etappe hagelte es Attacken und es dauerte über 70 Kilometer, bis sich eine rund 30-köpfige Spitzengruppe gebildet hatte, die mit etwas mehr als einer Minute Vorsprung die schwere Kategorie-1-Steigung zur Alpe San Pellegrino (14,2 km bei 8,7%) in Angriff nahm.
Dort löste sich Bergtrikotträger Fortunato aus der Spitzengruppe, um sich die 40 Punkte am Gipfel zu sichern und hinter ihm bildete sich ein Verfolgerquartett mit Quintana, Plapp, Bilbao und Poels. Alle anderen Ausreißer, zu denen auch Georg Steinhauser (EF Education - EasyPost), Marco Brenner und Florian Stork (beide Tudor) gehörten, wurden im Anstieg vom Favoritenfeld wieder eingeholt.

Bernal attackiert an der Alpe San Pellegrino

Dort nämlich lancierte 96 Kilometer vor dem Ziel und drei Kilometer vor der Bergwertung Egan Bernal (Ineos Grenadiers) einen Angriff, dem im ersten Moment nur Ayuso und Del Toro folgen konnten. Damiano Caruso (Bahrain Victorious) aber schloss die Lücke schnell und rund 15 Mann kamen gemeinsam über die Kuppe - 1:15 Minuten hinter Spitzenreiter Fortunato und rund 40 Sekunden hinter dem Quintana-Quartett.
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Roglic trifft auf numerische Überzahl: UAE erdrückend stark

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In der langen Abfahrt aber füllte sich das Hauptfeld von hinten wieder auf und auch die zwischenzeitlich abgehängten Brandon McNulty und Adam Yates kamen wieder zurück. An der Spitze holten die vier Verfolger Fortunato ein und 50 Kilometer vor dem Ziel fuhren sie 2:20 Minuten vor dem von acht UAE-Fahrern angeführten, etwa 60 Mann starken Hauptfeld durchs Tal auf den nächsten Anstieg hinauf nach Toano zu.

Pedersen arbeitet für Ciccone, aber Carapaz siegt

Dort sammelte Fortunato die nächsten 18 Bergpunkte ein, doch anschließend begann das Hauptfeld den Vorsprung der fünf Ausreißer langsam zu verkleinern. Neben UAE sorgte Lidl-Trek hinten für Tempo, allen voran Pedersen höchstselbst. 13 Kilometer vor Schluss scherte der Däne aber aus und ließ sich zurückfallen, bei noch rund 40 Sekunden Vorsprung für die Spitzenreiter.
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Pedersen löst Versprechen ein: Maglia Ciclamino als Edelhelfer

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In der letzten Steigung des Tages, nach Pietra die Bismantova, wurden die Ausreißer neun Kilometer vor Schluss eingeholt und sofort attackierte Richard Carapaz (EF Education-EasyPost). Del Toro lancierte eine Gegenattacke und hatte kurze ein Loch, doch Caruso schloss auch diese Lücke für Tiberi und die anderen Favoriten folgten.
Anschließend übernahm Majka für UAE die Führungsarbeit im noch etwa 20-köpfigen Favoritenfeld, aber Carapaz kam trotzdem mit einer halben Minute Vorsprung fünf Kilometer vor dem Ziel über die Kuppe und zog von da an konsequent allein bis ins Ziel durch, um sich den Sieg zu sichern.
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Vorschau auf die 12. Etappe: Windkantengefahr in der Po-Ebene

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