Giro d'Italia: Thymen Arensman im Interview nach Zeitverlust brutal offen - "Habe es mir selbst sehr schwer gemacht"
VonJan Zesewitz
Publiziert 11/05/2025 um 13:29 GMT+2 Uhr
Thymen Arensman ging mit Ambitionen in der Gesamtwertung in den Giro d'Italia 2025. Schon nach seinem Zeitverlust auf der 1. Etappe nach Tirana war das Ziel einer Topplatzierung in weite Ferne gerückt. Im Interview nach dem Zeitfahren in der albanischen Hauptstadt äußerte er sich im Eurosport-Interview schonungslos ehrlich über seinen verpatzten Giro-Auftakt und seinen mentalen Kampf.
Arensman nach Zeitverlust zum Auftakt: "Wollte nach Hause fahren"
Quelle: Eurosport
"Ich bin froh, dass der gestrige Tag geschafft ist", sagte Thymen Arensman nach seinem 15. Platz im Einzelzeitfahren, mit dem er sich im Vergleich zum Vortag deutlich verbessert zeigte. "Ich habe es mir selbst extrem schwer gemacht – ich will nicht von ‚Dämonen im Kopf‘ sprechen, aber ich habe mir enormen Druck auferlegt und wollte unbedingt liefern. Dann wird es zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung, dass es einfach nicht funktioniert."
Arensman sollte gemeinsam mit Egan Bernal beim Team Ineos Grenadiers eine Doppelspitze bilden und eine Topplatzierung in der Gesamtwertung anpeilen. Bei der Tour of the Alps hatte er seine gute Form mit einem beeindruckenden Solosieg auf der vierten Etappe nach Obertilliach unter Beweis gestellt – nach fast 80 Kilometern Solofahrt.
Unter dem Tempodiktat von Lidl-Trek verlor der Niederländer am letzten Anstieg der 1. Etappe den Kontakt zum Feld und wurde mit 1:37 Minuten Rückstand 58. der Tageswertung - kein entscheidender Rückstand, aber eine schwere Schlappe für einen Fahrer mit Ambitionen in der Gesamtwertung.
"Ich war auch sehr nervös vor dem Start", beschrieb er seinen schwarzen Giro-Auftakt weiter. "Gestern wollte ich nach Hause fahren, aber es ist ein Lernprozess und der geht eben einfach nicht gerade nach oben. Heute habe ich mich schon viel besser gefühlt."
Auch Gee mit Problemen zum Auftakt
Ein weiterer Verlierer des ersten Tages war Derek Gee. Der Kapitän von Israel-PremierTech verlor überraschend 57 Sekunden auf die Gruppe um Etappensieger Mads Pedersen und erlitt damit früh einen Rückschlag im Kampf um die Gesamtwertung.
"Ich denke, es war genauso wie bei der Tour of the Alps – einfach ein harter Auftakt", sagte Gee. "Meine Herzfrequenz war extrem hoch, und dann ist der Motor geplatzt. Ich brauche vermutlich einfach ein paar Tage, um reinzukommen."
Schon bei der Vorbereitungsrundfahrt durch die Alpen hatte der Kanadier zum Auftakt Zeit verloren und sich danach Etappe für Etappe bis auf Platz drei im Gesamtklassement vorgearbeitet.
Im 13,7 Kilometer langen Zeitfahren in Tirana präsentierten sich Arensman und Gee bereits deutlich verbessert: Arensman wurde 15., Gee 20. – beide konnten sich damit in der Gesamtwertung nach vorn schieben. Die anspruchsvolle dritte Etappe, die letzte auf albanischem Boden, wird weitere Aufschlüsse über ihre Form geben.
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Giro-Strecke: Profil der 3. Etappe - Kletterpartie an der Küste
Quelle: Eurosport
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