Giro d'Italia - Alec Segaert düpiert das Feld mit 3.000-Meter-Solo - Etappensieg nach später Attacke in Novi Ligure
VonFelix Mattis
Update 21/05/2026 um 19:04 GMT+2 Uhr
Alec Segaert hat in Novi Ligure die 12. Etappe des Giro d'Italia gewonnen. Der Belgier setzte sich mit einer harten Attacke drei Kilometer vor Schluss aus einem durch die Anstiege des Tages bereits dezimierten Hauptfeld heraus ab und zog von da an allein bis zur Linie durch. Drei Sekunden hinter ihm sprintete sein Landsmann Toon Aerts auf Platz zwei. Afonso Eulálio behauptete das Rosa Trikot.
Geniestreich! Segaert stiehlt sich im Schlussakt davon
Quelle: Eurosport
"Es ist fantastisch! Es ist mein erster Giro. Ich bin in den Nachwuchskategorien oft in Italien gefahren. Jetzt gewinne ich hier auf dem größten Podium – und der Giro läuft sowieso schon super für unser Team wegen des Maglia Rosa von Afonso", strahlte Segaert im Sieger-Interview und verriet, dass die Attacke im Finale sogar geplant war:
"Gestern Abend", grinste er bei der Frage, wann er entschieden habe, anzugreifen. "Ich hatte die Attacke heute immer im Hinterkopf. Ich wusste, dass das eine gute Stelle im Parcours ist und war sehr glücklich darüber, wie sich das Rennen mit dem hohen Tempo im Anstieg entwickelte. Die verbliebenen Teamkollegen der Sprinter mussten viel geben und das war meine Chance, im Finale zu gehen, als sie am Limit waren."
Etappendritter hinter Segaert und Aerts wurde Guillermo Silva (XDS-Astana) aus Uruguay vor dem Briten Ethan Vernon (NSN) und dem Belgier Jasper Stuyven (Soudal-Quick-Step). Orluis Aular, dessen Movistar-Team das Peloton in den Anstiegen mit hohem Tempo zerrissen und die reinen Sprinter damit eliminiert hatte, kam nicht über den sechsten Platz hinaus.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/21/image-04a32a1a-2a50-4b2a-812e-b1beb2dfb4ad-85-2560-1440.jpeg)
Segaert im Siegerinterview: Das war der Plan zum Solo-Coup
Quelle: Eurosport
Der Gesamtführende Eulálio, Teamkollege von Segaert bei Bahrain Victorious, kam im auf rund 60 Mann geschrumpften Hauptfeld gemeinsam mit den anderen Klassementfahrern um Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) und Felix Gall (Decathlon-CMA CGM) zeitgleich mit Aerts an.
Der Portugiese baute seine Gesamtführung sogar noch um sechs auf jetzt 33 Sekunden gegenüber Vingegaard aus, weil er sich 13 Kilometer vor dem Ziel mit einem kurzen Antritt die Bonifikationen am Red Bull Kilometer sicherte. Abgesehen davon änderte sich in den Top 10 nichts.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/21/image-83f2692a-f66a-404f-9f01-8043cbbe57a0-85-2560-1440.jpeg)
Geniestreich! Segaert stiehlt sich im Schlussakt davon
Quelle: Eurosport
Zu Etappenbeginn dauerte es rund 15 Kilometer, bis die fünfköpfige Ausreißergruppe der ersten Rennhälfte stand. Das Quintett fuhr knapp zwei Minuten Vorsprung heraus, wurde vom Feld anschließend aber entlang der ligurischen Küste auf der Via Aurelia lange auf unter einer Minute gehalten.
In der zweiten Rennhälfte dann wurden im Anstieg zum Colle Giovo die meisten Ausreißer um Jonas Rutsch (Lotto-Intermarché) wieder gestellt und am sich anschließenden Bric Berton war es auch für die letzten drei geschehen.
Sprinter am Berg abgehängt
Das Peloton, das zuvor relativ ruhig unterwegs war, hatte an den beiden Kategorie-3-Anstiegen unter dem Tempodiktat von vor allem dem Movistar-Team stark beschleunigt. Man wollte die reinen Sprinter abhängen, und das gelang auch: Zuerst erwischte es Pascal Ackermann (Jayco-AlUla), Dylan Groenewegen (Unibet-Rose Rockets) und Tobias Lund (Decathlon-CMA CGM), später Magnier und Casper van Uden (Picnic-PostNL) sowie als letztes auch Milan.
In der langgezogenen Abfahrt begann die Verfolgungsjagd: Im ersten Feld drückten Movistar, EF und NSN aufs Tempo, während im weniger als 20 Mann umfassenden zweiten Feld, in dem sich Magnier, Milan und van Uden zusammengefunden hatten, Soudal, Picnic und Lidl versuchten, das entstandene Loch von knapp anderthalb Minuten zu schließen.
Verfolgerfeld um Magnier und Milan zu klein für die Jagd
Mit noch 1:10 Minuten ging es auf die letzten 30 überwiegend flachen bis leicht welligen Kilometer, doch dort ging die Lücke wieder weiter auf - bis die Verfolger die Jagd schließlich rund 15 Kilometer vor Schluss aufgaben. Kurz davor hatte Ben Turner (Netcompany-Ineos) den Anschluss ans erste Feld aufgrund eines Defekts verloren. Der Brite kam aber nochmal zurück, weil das Spitzenfeld etwas Tempo rausnahm, als die Mitteilung ankam, dass Milan, Magnier und Co. hinten aufgesteckt hatten.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/21/image-9ea3c51e-fee1-465e-a71c-4a137aa2e48d-85-2560-1440.jpeg)
Milan und Team Lidl-Trek für Kampf nicht belohnt: Eisel gibt Einblicke
Quelle: Eurosport
7,5 Kilometer vor dem Ziel, an der letzten kurzen Steigung, attackierte Giulio Ciccone (Lidl-Trek) und Igor Arrieta (UAE-Emirates-XRG) sprang hinterher. Der Spanier kam ans Hinterrad, verweigerte dann aber die Mitarbeit und anschließend ging es auf den Sprint des dezimierten Feldes zu.
Dabei bestimmte Visma-Lease a Bike in die letzten drei Kilometer hinein das Tempo - doch dann überraschte Segaert alle mit einer perfekt getimeten Attacke und riss die entscheidende Lücke, bevor sich die Konkurrenz sortieren und Visma in der Nachführarbeit ablösen konnte.
Das könnte Dich auch interessieren: Wie hoch pokert Vingegaard? Aldag sieht "Mut zur Lücke"
/origin-imgresizer.eurosport.com/2026/05/21/image-83f2692a-f66a-404f-9f01-8043cbbe57a0-85-2560-1440.jpeg)
Geniestreich! Segaert stiehlt sich im Schlussakt davon
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Ergebnisse
/images.sports.gracenote.com/images/lib/basic/sport/timejudgesports/competition/logo/300/20559.png)
12. Etappe | FlachetappeImperia → Novi Ligure / 175 km
1
A. SegaertBeendet
Kommentar
Werbung
Werbung