Giro d'Italia 2026: Jonas Vingegaard einziger Favorit auf den Gesamtsieg? Jens Voigt erwartet heißen Kampf um Podest
Update 08/05/2026 um 10:40 GMT+2 Uhr
Am Freitag fällt der Startschuss für die 109. Ausgabe des Giro d'Italia - und geht es nach Jens Voigt, gibt es mit Blick auf den Gesamtsieg nur einen möglichen Ausgang. "Alles andere als ein deutlicher Sieg von Vingegaard wäre eine Enttäuschung für ihn und seine Mannschaft", erklärt Jens Voigt im Gespräch mit Eurosport. Der Kampf um das Podest im Gesamtklassement werde jedoch umso spannender.
Giro-Strecke 2026: Alle 21 Etappen von Bulgarien bis Rom
Quelle: Eurosport
Vom 8. bis 31. Mai wird beim Giro d'Italia 2026 (live im Stream bei HBO Max) der Nachfolger des mittlerweile zurückgetretenen Vorjahressiegers Simon Yates gesucht. Team Visma-Lease a Bike würde das Rosa Trikot nur zu gerne zum zweiten Mal in Folge gewinnen - und schickt dafür Superstar Jonas Vingegaard ins Rennen.
"Jonas wird und muss gewinnen", legt sich Eurosport-Experte Jens Voigt fest. Der 29-jährige Däne werde bei seinem Giro-Debüt "nicht lange fackeln, sondern sich schon gleich bei der ersten Bergankunft das Rosa Trikot holen und es dann verteidigen", prognostiziert Voigt.
Hinter dem zweimaligen Gesamtsieger der Tour de France werde aber ein heißer Kampf um das Podest entbrennen. Neben Giulio Pellizzari (Red Bull-Bora-hansgrohe) werden dort laut Voigt auch etwa Felix Gall (Décathlon CMA CGM Team) mitmischen.
Die Entscheidung von Florian Lipowitz, beim Giro d'Italia nicht an den Start zu gehen, hält Voigt darüber hinaus für richtig.
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Voigts Giro-Prognose: "Er gewinnt mit fünf Minuten Vorsprung"
Quelle: Eurosport
Herr Voigt, was dürfen wir uns vom Debüt von Jonas Vingegaard beim Giro d'Italia erwarten?
Jens Voigt: Alles andere als ein deutlicher Sieg von Vingegaard wäre eine Enttäuschung für ihn und seine Mannschaft. Von den Top-Leuten der Tour de France sind nicht so viele dabei. Jonas wird und muss gewinnen. Und zwar mit mindestens fünf Minuten Vorsprung auf Platz zwei. Da lege ich mich fest. Solange er keinen katastrophalen Fehler macht, wird ihn niemand gefährden. Er kann sich nur selbst schlagen.
Für welche Herangehensweise wird sich der dänische Favorit entscheiden?
Voigt: Jonas wird nicht lange fackeln, sondern sich schon gleich bei der ersten Bergankunft am Blockhaus auf der 7. Etappe das Rosa Trikot holen und es dann verteidigen. Im Einzelzeitfahren wird er seinen Vorsprung auf alle Rivalen im Gesamtklassement weiter ausbauen können, auch wenn er da den Etappensieg Filippo Ganna überlassen müssen wird. Ganz generell halte ich seinen Ansatz, vor der Tour den Giro zu fahren, für eine sehr gute Entscheidung. Er wird dann mit viel Selbstbewusstsein im Juli an den Start gehen.
Wer wird sich hinter Vingegaard am meisten profilieren können?
Voigt: Tatsächlich glaube ich, dass der junge Italiener Giulio Pellizzari von Red Bull-Bora-Hansgrohe uns überraschen wird. Um unter dem Radar zu fliegen, ist sein Name schon zu groß: Beim Giro und der Vuelta im vergangenen Jahr landete er jeweils auf Platz sechs. Er hat gezeigt, dass er die drei Wochen draufhat. Er zählt sicherlich zu jenen Fahrern, die glänzen und uns viele Momente schenken werden. Er ist aus meiner Sicht bei Red Bull der stärkere Fahrer als Jai Hindley, auch wenn der den Giro schon gewonnen hat.
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Radsport: Die Favoriten des Giro d'Italia mit Jay Vine, Egan Bernal, Jonas Vingegaard, Giulio Pellizzari, Adam Yates
Fotocredit: Getty Images
Wem gelingt im Gesamtklassement der Sprung auf das Podest?
Voigt: Das wird ein absolut spannendes und offenes Rennen. Neben Pellizzari gibt es durchaus Chancen für Felix Gall. Er ist immer ein zuverlässiger Fahrer, aber: 40 Kilometer Einzelzeitfahren an der Küste entlang - da wird er sehr viel Zeit auf Vingegaard verlieren. Dann haben wir den alten Klassiker: Enric Mas (Movistar). Oder einen jungen Aufsteiger wie Igor Arrieta (UAE Team Emirates-XRG), den halte ich auch für einen interessanten Kandidaten.
Wie steht es um die deutschen Fahrer beim Giro d'Italia 2026?
Voigt: Wir haben eine tolle Riege sehr solider Fahrer dort am Start, die allesamt wertvolle Helfer in ihren Teams sind. Was wir aber nicht mehr haben, sind Seriensieger wie Marcel Kittel, Andre Greipel oder Tony Martin. Deshalb sehe ich für die Deutschen leider eher nur Außenseiterchancen, aber Pascal Ackermann und Nico Denz haben ja schon mehrfach beim Giro bewiesen, dass sie wissen, wie man dort Siege holt. Außerdem dürften die deutschen Teams fast Dauergast auf den Podien sein: Für Lidl-Trek wird Jonathan Milan in den Sprints Etappensiege holen und einmal mehr auch die Punktwertung gewinnen. Bei Red Bull sehe ich wie gesagt Pellizzari auf dem Podium in Rom, aber dazu ist für mich die Mannschaft auch ein Topkandidat für den Sieg in der Mannschaftswertung mit ihrer Doppelspitze und Aleksandr Vlasov als drittem Mann mit dem Format für starke Platzierungen auf den schweren Etappen.
Florian Lipowitz wird in Italien derweil nicht mit von der Partie sein - die richtige Entscheidung?
Voigt: Er ist jetzt im Frühjahr viele Rennen gefahren - und das extrem stark. Es ist völlig richtig, dass er jetzt erstmal eine Pause macht, dann ins Trainingslager geht, die Schlüsseletappen der Tour abfährt und dann in Slowenien wieder ins Renngeschehen einsteigt. Ich halte das für die richtige Herangehensweise. Ihm fehlt zu Pogacar und Co. ja nur noch ein halbes Prozent und etwas Killerinstinkt.
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