Giro d'Italia: Jonas Vingegaard mit sechs Ausrufezeichen im Rosa Trikot - Superstar mit Ansage an Tadej Pogacar

Jonas Vingegaard steht vor der letzten Etappe vor dem Gesamtsieg beim Giro d'Italia - und das in beeindruckender Manier. Fünf Etappensiege holte der Däne, bei vier von fünf Bergankünften stand er ganz oben auf dem Treppchen. Nach dem 20. Teilstück am Piancavallo führt der Superstar das Klassement mit über fünf Minuten Vorsprung an - ein Warnsignal an Tadej Pogacar mit Blick auf die Tour de France.

Aldag über Vingegaard-Dominanz: "Es hätten Fehler passieren müssen"

Quelle: Eurosport

10,7 Kilometer vor dem Ziel zündete Jonas Vingegaard am Piancavallo einfach mal den Turbo. Erst ließ der Däne das Peloton mitsamt der Konkurrenz um Felix Gall und Jai Hindley stehen, danach fuhr der Dominator mit Leichtigkeit an den enteilten Ausreißern vorbei.
Im Ziel wartet Vingegaard bereits 1:15 Minuten, als die Kontrahenten mal wieder nur um Platz zwei sprinten konnten. "Ich bin Radfahrer, ich mag es zu gewinnen, am liebsten so viele Rennen wie möglich. Wir haben entschieden, heute für den Etappensieg zu gehen", erklärte der 29-Jährige im Interview.
Gesagt, getan - und das bereits zum fünften Mal. Zuvor gewann Vingegaard vier Etappen, bei der Königsetappe ließ der Visma-Kapitän seinem Teamkollegen Sepp Kuss den Vortritt.
Dabei lief das 20. Teilstück für den Dänen nicht wie geplant. "Der Plan war es, später am Anstieg zu attackieren. Aber wir mussten den Plan etwas ändern und ich musste ein bisschen früher fahren", sagte er. Wirklich problematisch schien es für Vingegaard nicht gewesen sein.
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Highlights: Vingegaard mit Machtdemonstration in Piancavallo

Quelle: Eurosport

Aldag sieht "neue Flexibilität" bei Vingegaard

Eurosport-Experte Rolf Aldag sieht darin eine große Entwicklung des Superstars: "Dass er losfährt, zeigt seine neue Flexibilität und seine Anpassungsfähigkeit, einen Plan auch mal umzuschmeißen und zu sagen: 'Wir wollen heute gewinnen, also fahre ich mal los'."
"Das spricht absolut für ihn, aber auch dafür, wie mental gut er drauf ist und wie locker er im Kopf ist, dass er das kann", lobte Aldag weiter. Vor der Tour de France hätte er sich bestimmt gerne geschont, mutmaßte der 57-Jährige.
Bereits vor dem Giro galt Vingegaard als haushoher Favorit. Aldag fasste die Dominanz des Dänen nach der 20. Etappe in einem Wort zusammen: "Konkurrenzlos!", sagte er.
"Der Beste hat gewonnen, so einfach kann Radsport sein. Es hätten Fehler passieren müssen oder eben Pech, Stürze oder Krankheiten dazwischenkommen müssen", führte Aldag aus.
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Vingegaard verrät: "Mussten improvisieren"

Quelle: Eurosport

Vingegaard hat das große Ganze vor Augen

Trotz seiner neu gewonnenen Lockerheit, die der Eurosport-Experte anspricht, zeigte sich Vingegaard komplett fokussiert - und zwar auf das große Ganze. Während des Teilstücks am Samstag hätte er die Bergwertung eintüten können. Aus einem bestimmten Grund entschied er sich allerdings dagegen.
Giulio Ciccone, der Gewinner der Bergwertung, fragte den Dominator während des ersten Anstiegs, ob er für die Bergpunkte sprinten würde.
Vingegaard verneinte: "Ich habe gesagt: 'Nein, ich will nur die Etappe gewinnen. Das ist mein Ziel des Tages. Du kannst die Punkte haben.' Wie gesagt, wollte ich nur die Etappe gewinnen, und wenn du da einen langen Sprint machen musst, kostet das viel Kraft", erklärte er im Eurosport-Interview.
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Sprint um Punkte: Ciccone gewinnt Bergwertung

Quelle: Eurosport

Musste Vingegaard an seine Leistungsgrenze gehen?

Das wird auch mit Blick auf die Tour de France im Kampf gegen Tadej Pogacar wichtig werden. Aldag vermutet allerdings, dass Vingegaard beim Giro nicht an sein Leistungsmaximum gehen musste:
"Das werden wir nie erfahren, das werden wir nie wissen. Wir hatten mal so eine kleine Einblendung, wo seine Wattzahlen standen", sagte der Experte.
"Da haben wir gleich den Taschenrechner rausgeholt und haben uns gefragt: 'Was war das jetzt?' 360 Watt werden gelistet bei 58 Kilo. Das sind 6,2 Watt pro Kilogramm. Ja, dann kann er in der Tat noch mehr, dann hätte er vermutlich noch schneller fahren können", analysierte Aldag.
Wenn Vingegaard auf diese Leistung noch ein paar Prozente drauflegen kann, könnte es für Pogacar bei der Tour deutlich schwieriger werden als in den vergangenen beiden Jahren.
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10,7 Kilometer vor dem Ziel! Vingegaard macht früh ernst

Quelle: Eurosport


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